Bei dieser Datenbank handelt es sich um eine strukturierte und kommentierte Bibliographie von Publikationen speziell zur Sprache der deutschsprachigen Minderheitenpresse in Mittel- und Osteuropa.

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Firsching, Christiane (2005): Deutschsprachige Zeitungen in Mittel- und Osteuropa unter dem Aspekt der deutschen Sprachpolitik nach 1989/90. In: Riecke, Jörg/Schuster, Britt-Marie [unter Mitarbeit von Natallia Savitskaya] (Hrsg.): Deutschsprachige Zeitungen in Mittel- und Osteuropa. Sprachliche Gestalt, historische Einbettung und kulturelle Traditionen. Berlin: Weidler Buchverlag. (Germanistische Arbeiten zur Sprachgeschichte; 3). S. 507-516.

Der Aufsatz untersucht deutschsprachige Zeitungen aus Ungarn, Tschechien und dem Baltikum, mit einem Erscheinen seit 1989/90 im Zusammenhang mit deutscher Sprachpolitik. Zunächst wird auf die Regierungen Kohl und Schröder eingegangen, anschließend wird sich im dritten Abschnitt genauer mit einigen ausgewählten deutschsprachigen Zeitungen in Mittel- und Osteuropa auseinandersetzt, nämlich „Der Neue Pester-Lloyd“ aus Ungarn, die „Neue Zeitung“ aus Budapest, die „Budapester Zeitung“, die „Prager Zeitung“ sowie die „Baltische Rundschau“ (für Estland, Lettland und Litauen). Der folgende Abschnitt untersucht die deutsche Sprach- und Medienpolitik und ihre Auswirkungen, z.B. was die Frage nach finanzieller Unterstützung betrifft.
In der Betrachtung wird hauptsächlich auf jene sprachlichen Aspekte Bezug genommen, die auch der Zielsetzung der auswärtigen Kulturpolitik der Bundesregierung entsprechen; hier nennt Firsching „Sprachförderung, Minderheitenförderung und die Verbindung von Wirtschaft und Sprache.“ Später trat noch eine gezielte Medienförderung deutschsprachiger Medien, allerdings nur solchen aus Deutschland für das Ausland wie z.B. die „Deutsche Welle“, hinzu. Ziel sei dabei die Stärkung der Identität der deutschsprachigen Minderheiten über die Sprache etwa mittels Sprachunterricht, jedoch auch Integrationsmaßnahmen, um die starke Abwanderung der Minderheiten aus ihren Heimatländern nach Deutschland zu schwächen.
Detailliertere Untersuchungen zur Sprache, etwa am Inhalt der Zeitungen, finden jedoch nicht statt.

Hartwig, Stefan (2001): Deutschsprachige Medien im Ausland – fremdsprachige Medien in Deutschland. Münster: LIT Verlag.

Diese in drei Teile und eine Einleitung gegliederte Textsammlung von 139 Seiten Umfang befasst sich sowohl mit deutschsprachigen Medien im Ausland als auch mit fremdsprachigen Medien in Deutschland sowie mit einigen wenigen Beispielen von Organisationen und Vereinen in den Bereichen Kultur, Presse bzw. Publizistik.
Die Betrachtung erfolgt im Falle der deutschsprachigen Medien im Ausland global an Hand von einigen Beispielen in der ersten Hälfte des Bandes. Die beiden Teile zu den fremdsprachigen Medien in Deutschland und den Organisationen, die zusammen die zweite Hälfte des Bandes ausmachen, gestalten sich ebenfalls eher zusammenfassend und überblickshaft an Hand weniger Beispiele.
So finden sich im ersten Teil Beschreibungen über vielfältige Medien, wie die „Deutsche Welle“, die „Neue Zeitung“ in Ungarn, die „Brasil-Post“ oder die „New Yorker Staats-Zeitung“; das Unterkapitel über Letztere ist dabei als einziges in englischer Sprache verfasst. Unter diesen befindet sich auch ein Text über das „Blue Danube Radio“, wobei es sich jedoch um einen englischsprachigen Sender in Österreich handelt, der also weder ein deutschsprachiges Medium im Ausland noch ein fremdsprachiges Medium in Deutschland ist, wie der Titel des Bandes erwarten ließe.
Im zweiten Teil werden in einem kurzen Überblick einige ausgewählte Organisationen aus dem Presse- und Publizistikbereich beschrieben, wie „Reporter ohne Grenzen“ und den „Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland“.
Der dritte, als „Zusammenfassungen“ bezeichnete Teil gibt einen kurzen Einblick in ein paar fremdsprachiger Medien in Deutschland und analysiert einige Problematiken aus der internationalen Presse- und Medienlandschaft, wie zum Beispiel in dem Unterkapitel „Südtirol nach der Wahl in Italien 2001“.
Die Bandbreite der unterschiedlichen Medienerzeugnisse und Organisationen bietet einen Einblick in die Vielfalt deutschsprachiger Medien im Ausland. Nach welchen Kriterien und zu welchem Zweck die Auswahl erfolgte, wird allerdings nicht eindeutig klar. Die Betrachtungen beinhalten unter anderem historische, publizistisch-ökonomische oder politische Informationen. Es werden jedoch nur wenige der präsentierten Daten, Zahlen und Aussagen mit Quellen, etwa in den Fußnoten, belegt. Viele der einzelnen Kapitel weisen gar keine Belege auf. Auffällig ist außerdem, wie stilistisch verschieden die einzelnen Kapitel untereinander sind, indem sie zwischen dem Stil einer Rezension oder eines Zeitungskommentars und (Fach-)Sprache variieren, oder wie im Falle des Kapitels „Der Nordschleswiger“ in Form eines Interviews abgefasst sind. Ein Grund dafür könnte sein, dass mehrere Kapitel von Vertreter(inne)n des jeweiligen Mediums selbst, wie dem Chefredakteur oder dem Herausgeber oder zum Beispiel im Fall der „Deutschen Welle“ von dem damaligen Intendanten stammen. Nur bei wenigen Texten fehlt die Nennung eines Verfassers oder einer Verfasserin.
Bei keinem der Beiträge handelt es sich um eine sprachwissenschaftliche Untersuchung; in diesem Sinne wird auch auf sprachliche Besonderheiten der jeweiligen Medien nicht genauer eingegangen. Wenn überhaupt wird, wie z.B. im Falle des Beitrags über die „Neue Zeitung“ aus Budapest, eine von Zwei- bzw. Mehrsprachigkeit geprägte Situation der Zielgruppe zwar erwähnt, jedoch nicht tiefergehend betrachtet.

Herdenau, Clara (2014): Sprache, Macht, Revolution. Die Revolution vom Dezember 1989 in deutschsprachigen Zeitungen Rumäniens. Eine linguistische Mediendiskursanalyse. Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Diese überaus umfangreiche sprachwissenschaftliche Monographie basierend auf einer Dissertation widmet sich der umfassenden und detaillierten Analyse der die „Revolution“ 1989 umgebenden medialen Diskurse in deutschsprachigen Zeitungen Rumäniens.
Das Werk ist unterteilt in fünf größere Abschnitte A bis E, die wiederrum in mehrere Kapitel (und zahlreiche Unterkapitel) gegliedert sind. Einer kurzen Einleitung folgt der Abschnitt über die inhaltlichen Hintergründe und die kontextuelle Einbettung. Darin finden sich ein Überblick zur Geschichte Rumäniens von der Antike bis zum 20. Jahrhundert, eine kurze Zusammenfassung der Situation der Printmedien in Rumänien und eine Beschreibung der „Geschichte der deutschen Minderheit Rumäniens und ihrer Printmedien“. Darauf folgt der theoretische und methodische Abschnitt B, in dem die grundlegenden Prämissen der Untersuchung, was sprachwissenschaftliche Theorie und Methodik anbelangt, fundiert dargelegt werden. Den Hauptteil der Arbeit stellt mit Abschnitt C die ausführliche „Linguistische Mediendiskursanalyse des Revolutions-Diskurses in deutschsprachigen Zeitungen Rumäniens“ dar. Diese wird zunächst eingeleitet von einer detaillierten Beschreibung der „Bedingungen und Voraussetzungen der Untersuchung“ mit Ausführungen beispielsweise zu den diskursiven Ebenen eines zugrundeliegenden Phasenmodells und zum Aufbau des Korpus. Das folgende Kapitel stellt den Kern der Untersuchung dar und widmet sich ausführlich dem „Revolutions-Diskurs in deutschsprachigen Zeitungen in Rumänien“. Dabei findet eine weitere Unterteilung in „prä-revolutionären Kommunistischen Diskurs“, „eigentlichen Revolutions-Diskurs“ und „Post-revolutionären Diskurs“ statt. Zu den jeweils untersuchten Aspekten gehören unter anderem Akteure des Diskurses, Themen, handlungsleitende Konzepte, prototypische sprachliche Charakteristika etc. Die qualitative sprachwissenschaftliche Analyse erfolgt klar strukturiert und gründlich an Hand einer Vielzahl von sowohl kurzen als auch längeren Belegstellen. Begleitet wird die Betrachtung hier wie auch an anderen Stellen des Werkes von schwarz-weißen Abbildungen bzw. Fotos, die von einigem Interesse für die Analyse sind, da „[n]eben den Texten […] der in den deutschsprachigen Zeitungen stattfindende mediale Diskurs über die Rumänische Revolution auch von den abgedruckten Bildern beeinflusst [wird].“ (Seite 234).
Abschließend wird in Abschnitt D ein ausführliches Fazit gezogen, das die qualitativ-linguistische Mediendiskursanalyse rekapituliert, interdiskursive Relationen zusammenfasst und eine kurze Schlussbetrachtung bietet.
Im Anhang (Abschnitt E) befinden sich unter anderem ein Abbildungs- und Literaturverzeichnis sowie ein strukturiertes Quellenverzeichnis der verwendeten Korpora.

Mucundorfeanu, Meda (2015): Die deutschsprachige Presse in Rumänien während der kommunistischen Zeit. Fallstudie: die Zeitung „Neuer Weg“. Mittweida: Hochschulverlag. (Mitteldeutsche Hochschul-Schriften, Reihe C; 1).

Diese auf einer Dissertation beruhende Monographie untersucht die historische und gesellschaftliche Bedeutung sowie die Entwicklung deutschsprachiger Minderheitenmedien in Rumänien, insbesondere die der Zeitung „Neuer Weg“ ab 1945 bis zur Jahrtausendwende.
Die Untersuchung ist in sechs Abschnitte untergliedert: einer kurzen Einleitung folgen längere und detaillierte „Allgemeinbetrachtungen über die Lage der Rumäniendeutschen im 20. Jahrhundert“, die auf verschiedene historische und gesellschaftliche Aspekte eingehen. Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit den „Medien im Kommunistischen Rumänien“, das heißt der Situation der Presse, den wichtigsten Zeitungen, mit Radio und Fernsehen sowie der Zeitung „Neuer Weg“ im Besonderen. Im vierten Kapitel wird die Untersuchung zu dieser Zeitung vertieft, indem bereits vorhandene Studien und Untersuchungen betrachtet werden. Im Anschluss wird im fünften Kapitel eine eigene „Qualitative Inhaltsanalyse der Zeitung Neuer Weg“ (Hervorhebung im Original) vorgenommen. Zusätzliches Untersuchungsmaterial in Form von drei Interviews sowie Originalfassungen relevanter Gesetze befindet sich im Anhang. In den Schlussfolgerungen in Kapitel 6 wird auf vorangegangene Kapitel jeweils einzeln Bezug genommen, auf die Rumäniendeutschen, die Medien, den „bisherigen Stand der Forschung“ in Form früherer Studien sowie die Analyse der Zeitung „Neuer Weg“.
Den größeren Teil der Untersuchung nehmen die gesellschaftlich-historischen Analysen in den Kapiteln zwei und drei ein. Einen eher kleineren Teil machen die Kapitel vier und fünf aus, die sie sich speziell auf die Zeitung „Neuer Weg“ beziehen. Während Kapitel vier frühere Studien zusammenfasst, findet die beabsichtigte qualitative Inhaltsanalyse der Zeitung eher kurz, auf 22 Seiten inklusive der Analyse der Interviews, statt. Die Analyse selbst fasst die Ereignisse zusammen, über die in der Zeitung entweder berichtet oder nicht berichtet wurde. Es gibt dabei allerdings kaum Zitate aus den Inhalten der Zeitung; meist stellt der einzige direkte Verweis die Überschrift eines Artikels dar, die in der Fußnote angegeben ist. In nur wenigen Fällen sind die Aussagen der Autorin, etwa über eine eher negative Berichterstattung aus dem nichtsozialistischen Ausland, durch konkrete Beispiele anhand von Zitaten veranschaulicht.
Innerhalb der Untersuchung findet sich keine tiefergehende Auseinandersetzung mit der sprachlichen Gestalt der Zeitung „Neuer Weg“ oder der anderen beschriebenen Medien, es gibt lediglich den gelegentlichen Hinweis, dass es sich bei der Sprache um Deutsch handelt. Vereinzelte Bemerkung – allerdings aus dem vierten Kapitel über bereits vorhandene Studien – verweisen auf sprachliche Besonderheiten. Zum Beispiel: „Es gab das Genre Dem Alter zur Ehr, wo über Lebenswege rumäniendeutscher Senioren in deren Mundart geschildert wurde.“ (S. 104, Hervorhebungen im Original).
Oder es tauchen Fragen zur Bedeutung der sprachlichen Gestaltung auf, wie hier: „Was man aber in einer weiteren Studie analysieren könnte ist, inwiefern diese Inhalte genau übersetzt worden sind und ob man sich mit Wortkonstruktionen und –spielen einen gewissen Freiraum erlaubt hatte, zumindest eine Mehrdeutigkeit im übersetzten Text schimmern zu lassen.“ (S. 106, fast wortgleich wiederholt auf Seite 117).
Oder hier: „Da man Ideen nicht nur direkt aussprechen kann, sondern sich auch Stilmitteln, wie Metaphern oder Wortspiele, und der äsopischen Kommunikation bedienen kann, ist die Durchführung einer tiefergehenden qualitativen Inhaltsanalyse angebracht, die nicht nur die Wörter ausmessen soll, sondern auch deren Sinn.“ (S. 112).
Mucundorfeanu merkt also diese offenen Forschungsfragen an, geht ihnen aber in der anschließenden, vor allem gesellschaftlich-historisch ausgerichteten Untersuchung nicht nach.

Pelka, Daniela (2011): Was ein Titelkopf verraten kann. Oder: Zur Entwicklung des Titelkopfes dreier Minderheitszeitschriften. In: Studia Germanistica. Acta Facultatis Philosophicae Universitatis Ostraviensis 8. S. 29-41.

Im Fokus dieser Untersuchung steht die Entwicklung des Titelkopfes am Beispiel der deutschen Minderheitenpresse in Polen nach 1989. Der erste Abschnitt des Aufsatzes gibt dabei eine thematische Einführung, bevor im zweiten Abschnitt genauer auf die Titelköpfe mehrerer Minderheitenzeitungen eingegangen wird. Dies sind die „Ratiborer Mitteilungen“ bzw. die „VDH-Mitteilungen“, das „Grünberger Monatsblatt“ sowie das „Informations- und Kulturbulletin“ bzw. die „Oberschlesische Stimme“. Aspekte der Betrachtung sind dabei die Bedeutung und Funktion graphischer Elemente, wie Symbole, Linien, Wappen und Abbildungen, und der Typographie, d.h. Schriftarten, -farben und -größen usw. Untersuchungen zur Sprache im weitesten Sinne finden nur in Bezug auf den Titelkopf statt (und nicht etwa zu inhaltlichen Beiträgen der Zeitungen) und betrachten zum Beispiel auffällige typographische Besonderheiten wie Abweichungen in der Groß- bzw. Kleinschreibung und die dadurch beeinflusste Lesbarkeit.
Das Fazit (überschrieben als Abschnitt vier, obwohl es keinen Abschnitt drei gibt) stellt eher eine kurze Zusammenfassung dar. Dem Quellenverzeichnis folgen noch eine Zusammenfassung im Stil eines Abstracts in polnischer und in englischer Sprache.

Pelka, Daniela (2013): Die „Oberschlesischen Nachrichten“ und ihre Folgezeitungen aus linguistischer Perspektive. Berlin: Trafo. (Silesia. Schlesien im europäischen Bezugsfeld. Quellen und Forschungen; 16).

Diese umfangreiche sprachwissenschaftliche Monographie widmet sich der detaillierten Untersuchung der deutschen Minderheitenpresse in Polen nach dem Zweiten Weltkrieg, am Material der einzigen Zeitung der deutschen Minderheit, die „Oberschlesische Nachrichten“, die zu verschiedenen Zeitpunkten ihrer Geschichte auch unter dem Namen „Oberschlesische Zeitung“ und „Schlesisches Wochenblatt“ erschien.
Das Buch ist unterteilt in acht Kapitel: einleitende Vorüberlegungen, Forschungsstand und Methode, gefolgt von einem (kultur-)historischen Überblick über die deutsche Minderheitenpresse von der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute. Das dritte Kapitel zeichnet die Entstehung und Entwicklung der „Oberschlesischen Nachrichten“ über die „Oberschlesische Zeitung“ bis hin zu ihrem Erscheinen als „Schlesisches Wochenblatt“ nach. Im vierten Kapitel wird die typographische Gestaltung der Zeitung mit großer Genauigkeit und in Hinblick auf Zeichen, Schrift, Bild und Wirkung untersucht; dies geschieht außerdem anhand zahlreicher Ausgaben von 1990 bis 2005, unterstützt durch farbige Abbildungen der Titelseiten. Kapitel fünf widmet sich den Überschriften der Zeitung unter Gesichtspunkten wie Semantik, Funktion und syntaktische Form. Das sechste Kapitel analysiert deutsch-polnische Sprachkontakterscheinungen in den deutschsprachigen Texten in ihren vielfältigen Erscheinungsformen, wie zum Beispiel auf „orthographischer Ebene“, als nachgebildete Lexeme, auf morphologisch-syntaktischer Ebene etc. Die Schlussbetrachtungen und ein kurzer Ausblick schließen die Betrachtung ab.
Während Kapitel zwei und drei historische, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen zusammenfassen und analysieren, zielen die Kapitel vier bis sechs auf eine tiefgehende und sowohl umfassende als auch detailreiche sprachwissenschaftliche Untersuchung der „Oberschlesischen Zeitung“ und ihrer Folgezeitungen ab. Die der Theorie folgende kritische Auseinandersetzung mit beispielsweise der Typographie und ihrer Bedeutung wird begleitet von einer Vielzahl von Belegstellen vorgenommen. In diesem Sinne bietet auch das sechste Kapitel zum Thema deutsch-polnischer Sprachkontaktphänomene eine vielgestaltige sprachwissenschaftliche Analyse. An Hand zahlreicher Belegstellen werden hier Salienzen an verschiedenen sprachlichen Kategorien analysiert.

Sikora, Jan (2013): Sprechhandlungen im publizistischen Material der ‚Danziger Neuesten Nachrichten‘. Frankfurt am Main: Peter Lang Verlag. (Danziger Beiträge zur Germanistik; 42).

Diese sprachwissenschaftliche Monographie konzentriert sich auf die detaillierte Untersuchung von „Sprechhandlungen im publizistischen Material der ‚Danziger Neuesten Nachrichten‘“.

Das Werk ist unterteilt in fünf Kapitel. Beginnend mit dem Forschungsstand wird zunächst der pragmatische und textlinguistische Ansatz beleuchtet und auf „semantische Aspekte der Pressesprache“ mit Unterkapiteln beispielsweise „zum Verhältnis zwischen der denotativen und konnotativen Bedeutung“ oder über „sprachliche Mittel beim Aufbau der Stereotype“ eingegangen. Im Anschluss wird ein kurzer Überblick „zur historischen Darstellung Danzigs in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts“ gegeben. Den Hauptteil bildet die folgende umfassende Analyse der „Sprechakttypen in der sprachlichen Veranschaulichung gewählter Gegebenheiten und Fakten der 1920er und 30er Jahre“. Hier wird in Unterkapiteln auf verschiedene Arten der sprachlichen Darstellung in der Zeitung „Danziger Neuesten Nachrichten“ (oft abgekürzt als DNN) eingegangen, nämlich die „Sprachliche Darstellung der Ausländer“, die sprachliche Darstellung von Organisationen und der Beziehung Polens zu Danzig und Deutschland. Das fünfte Kapitel gibt einen kurzen Überblick über die „Struktur der sprachlichen Mittel bei dominanten Sprechhandlungen im untersuchten Pressematerial“. Diesem folgt eine abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse. Sikora stellt fest: „Aus den in Tausende gehenden Exzerpten erschloss sich ein Bild über die Struktur einer Zeitung, die in Danzig durch Auflagengröße und Erscheinungsdauer einen meinungsprägenden Charakter in der Danziger Öffentlichkeit trug.“ (Seite 243.) Besonderes Forschungsinteresse galt der Darstellung des Verhältnisses „der verschiedenen Völker und Sprachgemeinschaften nach dem I. Weltkriege zueinander“. Die in der Untersuchung zuvor eingehend beschriebenen Darstellungen - vor allem mittels Sprechhandlungen - der europäischen Völker innerhalb der DNN wird hier noch einmal kurz subsummiert.

Die Ausführungen werden begleitet von schwarz-weißen Abbildungen in Form von Tabellen und Grafiken (z.B. zu den Arten von Textsorten in Zeitungen, Seite 34), Abdrucken von zahlreichen Artikelüberschriften über den jeweiligen Artikeln, die teilweise im Original abgedruckt oder (für bessere Lesbarkeit) teilweise im Originalfont der Fraktur abgeschrieben wurden sowie in der Zeitung erschienenen Fotografien und Grafiken. Innerhalb des Textes werden Zitate in Objektsprache kursiv gesetzt wiedergegeben, häufig aber auch in Fraktur direkt in den Text eingebunden.

Sittig, Hendrik (2005): Deutschsprachige Zeitungen in Russland – ein Überblick zur Geschichte und Gegenwart. In: Riecke, Jörg/Schuster, Britt-Marie [unter Mitarbeit von Natallia Savitskaya] (Hrsg.): Deutschsprachige Zeitungen in Mittel- und Osteuropa. Sprachliche Gestalt, historische Einbettung und kulturelle Traditionen. Berlin: Weidler Buchverlag. (Germanistische Arbeiten zur Sprachgeschichte; 3). S. 491-499.

Der Aufsatz gibt einen kurzen historischen Überblick über die Entwicklung deutschsprachiger Zeitungen in Russland von ihrer Entstehung mit der Gründung der ersten Zeitung im Jahr 1727 zur Zeit des Zarenreiches über die beiden großen Zäsuren durch die Weltkriege bis hin zur aktuellen Situation.
Untergliedert wird der Aufsatz nach historischen Eckpfeilern im Abschnitte zur „Geschichte“, zu „Zeitungen im russischen Zarenreich“, „Zeitungen nach der Oktoberrevolution“, „Zeitungen nach dem Zweiten Weltkrieg“ und zur „Gegenwart“. Im als eine Art Einleitung dienenden, ersten Abschnitt „Geschichte“ beschreibt Sittig, die Zeit zwischen den Weltkriegen als eine „mit einem gewaltigen gesellschaftlichen Umbruch und einem völligen Charakter-Wandel der Zeitungen“. Der entsprechende Abschnitt „Zeitungen nach der Oktoberrevolution“ fasst die Entwicklungen kurz zusammen. Der Abschnitt „Gegenwart“ wirft einen Blick auf die aktuelle Situation der Zeitungen, die durch ein Schwinden der Leserschaft und – mit Ausnahme von nur vier vollständig deutschsprachigen Zeitungen – ein Übergewicht der Anteile der Zeitungen auf Russisch gekennzeichnet ist. Laut Sittig setzen deshalb manche Zeitungen auf Deutschlehrer und -studenten als neue Zielgruppe und bieten spezielle Rubriken für den Unterricht, wobei der Sprachaspekt, aber auch Geschichte und Landeskunde der deutschsprachigen Länder eine Rolle spielen. Dabei bemerkt Sittig etwas vage: „Bei einer stärkeren Orientierung auf diese Lesergruppe ist jedoch dringend eine bessere Sprachqualität nötig.“ Darüber hinaus gibt es jedoch keine genaueren Untersuchungen der sprachlichen Aspekte im Besonderen.
Der Aufsatz beinhaltet vier Abbildungen von Zeitungsköpfen (der „St. Petersburgischen Zeitung“, der „Odessaer Zeitung“ und „Neues Leben“) sowie des in den „Nachrichten“ am 30. August 1941 abgedruckten „Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der Union der SSR. Über die Übersiedlung der Deutschen, die in den Wolgarayons wohnen“.
Bis auf die Kenntlichmachung der enthaltenen Zitate und die Erklärung einer Abkürzung in den Fußnoten, gibt es keine Belege der Aussagen und Daten; es ist also nicht eindeutig zu erkennen, welchen qualitativen und quantitativen Anteil des Aufsatzes die im Literaturverzeichnis angegeben Quellen ausmachen.

Tichy, Ellen (2012): Medien der autochtonen Minderheiten in Ungarn und Deutschland. Ein Vergleich auf der Basis der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen. In: Szendi, Zoltán (Hrsg.): Wechselwirkungen II: Deutschsprachige Literatur und Kultur im regionalen und internationalen Kontext. Beiträge der internationalen Konferenz des Germanistischen Instituts der Universität Pécs vom 9. bis 11. September 2010. Wien: Praesens Verlag. (Pécser Studien zur Germanistik; 6). S. 355-373.

Der Aufsatz befasst sich vornehmlich mit der Frage nach der Medienpräsenz von Minderheiten in Ungarn und Deutschland auf Basis der Europäischen Charta. Dabei ist die Beschreibung der aktuellen Situation von Minderheiten in Ungarn, ihrer Anzahl und ihres rechtlichen Status, sehr detailliert. Bei der überblickshaften Betrachtung einiger Minderheitenmedien in Ungarn findet auch die „Neue Zeitung“ und ihr Ziel der „Pflege von Sprache und Kultur der Ungarndeutschen“ Erwähnung.
In einzelnen kurzen Abschnitten wird auf Minderheiten in Deutschland wie die dänische, die sorbische und die friesische Minderheit sowie die der Roma und Sinti eingegangen. Im Falle der beiden letzteren wird nur sehr knapp auf sprachliche Aspekte Bezug genommen; eine tiefergehende Untersuchung zur Sprache der Minderheiten oder der Sprache der jeweiligen Minderheitenmedien findet jedoch nicht statt. Sämtliche Ausführungen zur Sprache betreffen eher ihre Situation, zum Beispiel was ihre Einordnung als Minderheitensprache ausmacht, den rechtlichen Status gegenüber der Amtssprache oder ähnliches. Den einzelnen Abschnitten zu den Minderheiten in Deutschland folgen danach kurze Abschnitte zu deren Minderheitenmedien, in denen die einzelnen Angebote in Print, Rundfunk und Fernsehen beschrieben werden.