Bei dieser Datenbank handelt es sich um eine strukturierte und kommentierte Bibliographie von Publikationen speziell zur Sprache der deutschsprachigen Minderheitenpresse in Mittel- und Osteuropa.

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Adrigán, Zsuzsanna (2017): Pressewesen der deutschen Nationalität in Süd- und Ostungarn 1990-2016. In: Sándorfi, Edina/Sata, Lehel (Hrsg.): Grenzenlosigkeit, Transkulturalität und kreative Schreibweisen in der deutschsprachigen Literatur, Internationale Tagung des Germanistischen Instituts der Universität Pécs vom 21. und 23. April 2016, in: Wild, Katharina/Szendi, Zaltán: Pécser Studien zur Germanistik, Band 8. Wien: Praesens Verlag. S. 155-173.

Dieser Aufsatz widmet sich der Untersuchung des Pressewesens in Süd- und Ostungarn im Zeitraum ab 1990 bis 2016 in einer hauptsächlich gesellschaftlich-historischen Perspektive. 
Die Ausführungen sind strukturiert in eine kurze „Einführung“, gefolgt von einem Überblick über den „Forschungsstand“ und der anschließenden Erläuterung der „Zielsetzung und Methoden der Forschung“, schließlich werden die „Ergebnisse der Forschung“ präsentiert, die wiederum untergliedert sind in „Regionalzeitungen in Südungarn“, „Zeitungen des Talbodens“ und „Regionalzeitungen in Ostungarn“. Den Abschluss bildet ein „Resümee, Ausblick“.
In der Einführung wird kurz die Situation der deutschsprachigen Minderheit in Ungarn an Hand von Volkszählungsdaten nach der Wende und zu Beginn des neuen Jahrtausends in Bezug auf das Bekenntnis zur deutschen „Nationalität“ (ethnischen Identität) und zur deutschen Sprache als Muttersprache verglichen. Im Abschnitt „Forschungsstand“ wird zunächst auf die allgemein geringe Zahl an sprachwissenschaftlichen Studien zur deutschsprachigen Minderheitenpresse in Ungarn hingewiesen; anschließend wird ein Überblick über einige beachtenswerte Untersuchungen etwa zum Thema des deutschsprachigen Pressewesens oder der ungarndeutschen Identität gegeben, wie zum Beispiel eine Symposienreihe zum Bestand der ungarndeutschen Presse von Kern (1995) sowie Beiträge über die Bedeutung deutschsprachiger Medien für die Ungarndeutschen von Knipf/Erb (1995). Im Abschnitt „Zielsetzung und Methoden der Forschung“ werden die acht Forschungsfragen der Untersuchung vorgestellt, darunter z. B.: „Inwieweit trägt/trug die Zeitung zur Förderung der Zweisprachigkeit und zur Stärkung der Identität der Ungarndeutschen bei?“ (Seite 158). In einer Tabelle werden daraufhin die Eckdaten von 15 Zeitungen aufgeführt, und zwar Titel, Zeitpunkt bzw. Häufigkeit des Erscheinens, Herausgeber, Redakteur und „Sprache(n) der Mittelungen über die deutsche Nationalität“. Zu den in der Tabelle enthaltenen Medien gehören unter anderem die „Batschkaer Spuren“, die „Bonnharder Nachrichten“ und „Rozmaring“. Die „Ergebnisse der Forschung“ werden in den jeweiligen regional ausgerichteten Unterabschnitten detailliert erläutert. Die Ausführungen beinhalten dabei vor allem historische und gesellschaftliche Gesichtspunkte unter Einbeziehung vielfältiger Daten, wie Auflagenhöhe, Leserzahl und Erscheinungshäufigkeit; genannt werden auch einzelne Rubriken oder Überschriften z. B. von Leitartikeln. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Material der jeweiligen Medien etwa an Hand einzelner Artikel findet jedoch nicht statt. Impulse für folgende linguistische Studien werden im „Resümee, Ausblick“ gegeben, in dem es heißt: „Weitere Forschungsfragen wären: Nach welchen Prinzipien die Nachrichten in den betroffenen Periodika veröffentlicht werden und inwieweit die untersuchte Presse die Mehrsprachigkeit der Ungarndeutschen zum Vorschein bringt, welche Sprachvarietäten im Korpus verwendet werden und ob kontaktlinguistische Erscheinungen zu beobachten sind.“ (Seite 173.)

Adrigán, Zsuzsanna (2021): Presselandschaft der multiethnischen Stadt Paumasch in Ungarn. In: Philipp, Hannes/Stangl, Theresa/Weber, Bernadette/Wellner, Johann (Hrsg.): Deutsch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. (Forschungen zur deutschen Sprache in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, FzDiMOS Band 11). Regensburg: Universitätsbibliothek. S. 464-480.

Dieser Beitrag zielt laut vorangestellter Einführung auf eine Auseinandersetzung „mit der interkulturellen Kommunikation, der sprachlichen Anpassung bzw. Abgrenzung der in Paumasch lebenden Ethnien in den lokalen Presseorganen der Stadt in synchroner Dimension“ ab. 
Einer kurzen Vorstellung der Stadt und ihrer Bevölkerungszusammensetzung folgt ein Überblick über die „Geschichte der in Paumasch/Pomáz lebenden Volksgruppen“. Beginnend im Jahr 1690 wird die Besiedelungsgeschichte in und um die Stadt Paumasch durch Serben und später durch Slowaken und Deutsche nachgezeichnet und die Verbreitung verschiedener Glaubensbekenntnisse (Serbisch-Orthodox, Katholisch, Reformiert oder Jüdisch) erläutert. Die Ausführungen werden unterstützt durch mehrere Tabellen, die zum Beispiel die ethnische Zusammensetzung in den Jahren 1860, 1943 und 2008, die jeweilige Nationalität oder Muttersprache laut Volkszählungsangaben in den Jahren 1990, 2001 und 2011 wiedergeben. Der anschließende dritte Abschnitt „Presseanalyse“ liefert eine umfangreiche Vorstellung des Forschungsgegenstandes Presselandschaft der Stadt Paumasch sowie der Ziele und Methoden ihrer Untersuchung. Unter dem Punkt „3.1 Zielsetzung und Methoden“ werden vier Forschungsfragen formuliert, nämlich (1) „[a]uf wessen Initiative und mit welchem Ziel […] die mehrsprachigen Zeitschriften herausgegeben [wurden] bzw. wie […] sich die interkulturelle Kommunikation der fünf Ethnien in Paumasch in den untersuchten Periodika wider[spiegelt]“, (2) wie das Zusammenleben der Nationalitäten funktioniert, (3) ob „[…] man seine ethnische Identität aufgeben [soll], wenn man in einem multiethnischen Ort lebt“ und (4) welche „Schwierigkeiten es bei der Kommunikation bzw. Kooperation mit Vertretern verschiedener Nationalitäten“ gibt. Diesen Forschungsfragen soll mit „halbstandardisierten Experteninterviews“ nachgegangen werden. Unter dem folgenden Punkt „3.2 Dokumentenanalyse“ findet man keine Analyse von Presseorganen, wie sie die Überschrift eher erwarten lässt, sondern vielmehr eine Zusammenfassung verschiedener Förderprogramme und ähnlicher Initiativen zur Sprach- und Traditionspflege der deutschen und slowakischen Minderheiten, die deren Newslettern, Informationsdiensten o.ä. entnommen sind. Punkt 3.3 bietet eine tabellarische Übersicht mit Informationen zu Herausgebern, Redakteuren, Sprachen usw. dreier „Periodika in Paumasch 1999-2005“, die in den folgenden Unterabschnitten jeweils einzeln vorgestellt werden. So war die erste beschriebene Zeitschrift namens „DERA“, deren Themen und Inhalte kurz zusammengefasst wird, als Periodikum geplant, ist jedoch nur einmal, im Jahr 1999, erschienen. Das Blatt beinhaltet Nachrichten und Informationen auf deutsch, serbisch und Romani, zusätzlich sind „[a]ls Zeichen der interkulturellen Kommunikation […] alle Artikel in der Zeitschrift auch in ungarischer Sprache erschienen“. Im Anschluss werden die Themen der einzelnen Ausgaben des ungarischsprachigen Periodikums „Pomázi Polgár“ tabellarisch und nach Kategorien, wie z.B. Religion oder Traditionspflege, gruppiert aufgelistet. Das dritte Blatt im untersuchten Zeitschriftenkorpus ist „Pomázi Hírlevél“, welches erst als Beiblatt von „Pomázi Polgár“ und von 1999 bis 2000 als eigenständige Zeitung erschienen ist. Es wird in derselben Form wie das vorige Blatt vorgestellt. Die Betrachtung verbleibt eher an der Oberfläche des Materials und geht kaum über die Nennung von Eckdaten und die tabellarische Auflistung der Themen hinaus.
Der vierte Abschnitt, überschrieben mit „Experteninterviews, Dokumentenanalyse“ beschreibt die deutsche, serbische und slowakische „Nationalität“ jeweils in einzelnen Unterabschnitten sowie „[d]as Nationalitätenleben in Paumasch aus Sicht der ungarischen Bevölkerung“. Die Ausführungen beziehen sich vor allem auf gesellschaftliche und kulturelle Aspekte und basieren auf Interviews mit Angehörigen bzw. Vertretern der jeweiligen Minderheit; eine Analyse am konkreten Material der zuvor vorgestellten Periodika anhand sprachlicher Belege aus dem Inhalt findet allerdings nicht statt.
Abschließend werden ein „Resümee und Ausblick“ formuliert, nämlich dahingehend, dass „[s]owohl die Analyse der in Paumasch erschienenen Periodika als auch die Experteninterviews bestätigen, dass sich alle diese Nationalitäten einerseits um ihre Identitätsbewahrung bemühen, [sie] andererseits […] auch am kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Mehrheitsgesellschaft teil[nehmen]“. Diese Aussage ist zumindest in Bezug auf die Periodika unzutreffend, da die angekündigte Analyse nicht oder nur in Form der Nennung von Artikelüberschriften bzw. Themen stattfand. Unklar ist außerdem, worin die Relevanz der geführten Interviews für die Untersuchung der Presselandschaft besteht: Sowohl der Titel des Aufsatzes als auch das in der Einführung genannte Ziel – „sich mit der interkulturellen Kommunikation, der sprachlichen Anpassung bzw. Abgrenzung der in Paumasch lebenden Ethnien in den lokalen Presseorganen der Stadt […] auseinanderzusetzen“ – lassen eine Untersuchung der Presse erwarten, während die Forschungsfragen (und ihre Beantwortung), die Methoden und letztendlich auch der umfangreiche Hauptteil sich fast ausschließlich auf Interviews beschränken. Anders als in wissenschaftlichen Publikationen üblich scheint auch der gegen Ende des Beitrags gegebene Ausblick nicht weitere Forschungen anregen zu wollen, sondern auf etwas, das außerhalb der Forschungssphäre liegt, nämlich die beabsichtigte Förderung und Bewahrung der Nationalitäten durch ihre lokalen Vertretungen, zu verweisen.

Adrigán, Zsuzsanna (2021): Die Selbstrepräsentationen der Ungarndeutschen in den lokalen Presseorganen im Ofner Bergland. In: Philipp, Hannes/Stangl, Theresa/Weber, Bernadette/Wellner, Johann (Hrsg.): Deutsch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. (Forschungen zur deutschen Sprache in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, FzDiMOS Band 11). Regensburg: Universitätsbibliothek. S. 482-513.

Dieser Aufsatz zielt auf die Vorstellung der ungarndeutschen Presse als Print- bzw. Online-Ausgabe in der Region des Ofner Berglands nach der Wende im Jahr 1989.

Zu Beginn wird eine Einführung zum gesellschaftlich-historischen Kontext und zum aktuellen Forschungsstand geliefert. So wird unter anderem auf den Aufsatz „Die Rolle der deutschsprachigen Medien bei den Ungarndeutschen“ verwiesen sowie auf das „Handbuch der deutschsprachigen Presse im Ausland“. Auf diesen Grundlagen wird beabsichtigt, eine „Inhaltsanalyse von Artikeln in drei lokalen Periodika“ durchzuführen, „wobei dem Sprachgebrauch bzw. der ethnischen und kulturellen Identität der deutschen Nationalität nachgegangen“ werden soll.

Anschließend werden im zweiten Abschnitt „Theoretischer Hintergrund: Sprachgebrauch und Identität“ der gesellschaftliche und sprachpolitische Hintergrund erläutert, vor dem die lokale Presselandschaft entstanden ist. Im ersten Unterabschnitt werden „Tendenzen im Sprachgebrauch der deutschen Nationalität in Ungarn“ beleuchtet. Hier lässt sich nach der Zäsur des Zweiten Weltkriegs für das Deutsche ein starker Rückgang der einsprachigen Dialektsprecher beobachten. Im Ergebnis werde „statt der Mundart […] die Standardsprache erlernt“ und Hochdeutsch durch Ungarisch ersetzt, wie der Aufsatz „Identität und Sprachgebrauch bei den Minderheiten“ zitiert wird. Demzufolge ist „der Sprachgebrauch für die Weitergabe der Traditionen sehr wichtig“ und enthält „Informationen über Kultur und Identität“. Der folgende Abschnitt widmet sich dem Aspekt „Identität einer Minderheit“ bzw. die „Ethnische Identität“. Im Fall der Ungarndeutschen liegt nach dem zitierten Györgyi Bindorffer eine Doppelidentität, d.h. einer ungarischen und einer ungarndeutschen, vor. Die Sprache fungiert als „identitätsstiftender Faktor“, die einerseits eine Gemeinschaft eingrenzen und andererseits über Staatsgrenzen hinaus verbinden kann, wie hier aus dem Band „Deutsch als Identitätssprache der deutschen Minderheiten“ zitiert wird.
Den umfangreichen Hauptteil des Aufsatzes bildet der dritte Abschnitt „Die Forschung“, in welchem zunächst die Grundlagen der Untersuchung wie Forschungsfragen, Materialbasis und Methoden vorgestellt werden: Unter anderem soll die Frage beantwortet werden, welche Faktoren die „Inhalte in der regionalen und lokalen Presse“ beeinflussen und in welcher Weise „die ethnische Identität im untersuchten Korpus thematisiert“ wird. Die übrigen Fragen sind in einer Weise formuliert, die wenig Raum für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung lässt, und zwar: „Können die Presseorgane eine identitätsbildende Funktion haben? Wie lässt es sich begründen?“ und „Ist die Akkulturation der deutschen Nationalität im untersuchten Korpus zu beobachten?“. Mit einer anderen Formulierung beginnend mit „Inwiefern“ würde die Beantwortung dieser Fragen eine wesentlich gründlichere Untersuchung des Materials erfordern. Gänzlich unnötig ist dagegen die Frage „[i]n welchen regionalen und lokalen Periodika […] sich die im Ofner Bergland lebende deutsche Nationalität seit der politischen Wende im Jahre 1989 [präsentiert]?“, da die Presseorgane mit der nachfolgenden Tabelle schnell aufgezählt sind. Interessanter wäre dagegen – besonders mit Blick auf den Titel des Aufsatzes – die Frage, wie sich die Ungarndeutschen in den lokalen Presseorganen „selbst repräsentieren“, was durch die anderen (Detail-)Fragen ergänzt werden würde.
Im Folgenden werden die einzelnen Zeitungen, aus denen sich die „Presselandschaft im Ofner Bergland“ zusammensetzt, tabellarisch mit einigen Eckdaten (jedoch ohne z.B. die jeweilige Auflagenhöhe anzugeben) aufgeführt. Dazu gehören neben einigen weiteren die Zeitungen „TRADíTIÓ““, das „OPUS“ und die „DERA“. Anschließend werden unter dem Punkt „Forschungsmethoden“ die Einzelheiten des Korpus beschrieben; dieses wird aus „drei zwischen Februar 1991 und Juni 1995 erschienenen Periodika im Ofner Bergland [gebildet]: je 16 Artikel aus dem Periodikum Szentiváni újság – Sanktiwaner Zeitung, aus der Új Pilisvörösvár Ma - Werischwar heute und aus der Zeitschrift Pilisborosjenoi HÍRMONDÓ – Weindorfer Bote“. Im Hauptteil unter dem Punkt „Zeitungen und Inhaltsanalyse“ werden die drei zuvor vorgestellten Periodika jeweils einzeln anhand von zahlreichen Belegen betrachtet. Viele der Belege sind dabei länger als der sie einordnende Kommentartext, in dem oftmals nur ihr Inhalt bzw. der restliche Artikel zusammengefasst wird.
Im Anschluss daran werden – relativ knapp und ohne noch einmal Bezug auf die Forschungsfragen zu nehmen – Forschungsergebnisse in Form einer Tabelle präsentiert, die den prozentualen Anteil von Sprachen und Themen bzw. Kategorien am jeweiligen Periodikum veranschaulicht; anschließend werden diese Daten noch einmal als ausformulierter Text wiedergegeben. Dabei ist allerdings nicht erkennbar, welche Sprache mit welchen Themen korreliert, da beide Aspekte zwar getrennt aufgeführt, jedoch nicht in Relation zueinander gezeigt werden. So wird etwa angegeben, dass im Blatt „Szentiváni újság – Sanktiwaner Zeitung“ 25 % der Artikel auf „Deutsch und in Mundart“ verfasst sind und es bei 87,5 % der Artikel um Traditionspflege geht, aber nicht, in welcher Sprache Artikel über dieses Thema verfasst sind oder welche Themen die Artikel auf „Deutsch und Mundart“ behandeln; die Daten sind dadurch nur wenig aussagekräftig. In der ausformulierten Erläuterung der Forschungsergebnisse werden zudem die Daten uneindeutig oder anders als in der Tabelle wiedergegeben, zum Beispiel: „Im Periodikum Új Pilisvörösvár Ma - Werischwar heute erschienen 50 Prozent der untersuchten Texte auf Hochdeutsch bzw. in der Ortsmundart und 31,25 Prozent in beiden Sprachen.“ Hier wurden also Deutsch in der Tabelle mit 37,5 % und „Deutsch und Mundart“ mit 12,5 % zu 50 % zusammengerechnet, während mit der Formulierung „in beiden Sprachen“ Deutsch und Ungarisch gemeint sein muss, was nur daraus ersichtlich ist, dass es in der Tabelle mit 31,25 % angegeben ist. Die Art der Präsentation der Forschungsergebnisse trägt somit eher nicht zu ihrem Verständnis bei.
Im Fazit wird festgestellt: „Obwohl in einigen Pressemitteilungen außer der deutschsprachigen auch ungarischsprachige lexikalische Einheiten vorkommen, sind für die Sprache der untersuchten Periodika die Bemühungen zum Erhalt [der] Muttersprache [der Redakteure und Verfasser] charakteristisch, was auch als Ausdruck der stark ausgeprägten ethnischen Identität fungierte.“ Als ein Ziel der Veröffentlichung der Presseerzeugnisse wird die Ermunterung u.a. zum Gebrauch und zur Weitergabe der deutschen Sprache bzw. der Ortsmundart angesehen.

Bąk, Paweł (2010): Deutsche und Polen in der zweisprachigen Presse am Beispiel der Deutsch-Polnischen Zeitung Region – Region Gazeta Polsko-Niemiecka. Bemerkungen zur Strategie in Diskurs und Translatiion. In: Zeszyty Naukowe Uniwersytetu Rzeszowskiego. Seria Filologiczna 61. (Studia Germanica Resoviensia; 8). Rzeszów: Wydawnictwo Uniwersytetu Rzeszowskiego. S. 148-162.

Dieser Beitrag widmet sich der Untersuchung von sprachlichen Beschreibungen deutscher und polnischer Repräsentanten in zweisprachigen Zeitungen am Beispiel der „Deutsch-Polnischen Zeitung Region“ bzw. „Region Gazeta Polsko-Niemiecka“ (im Text auch bezeichnet als „Region, Deutsch-polnische Zeitung“). Der Fokus liegt dabei besonders auf Beschreibungen Deutscher oder Polen und wie diese Beschreibungen in die jeweils andere Sprache übersetzt werden.
Der Text beginnt mit einer kurzen Betrachtung der „Zweisprachige[n] Presse“ hinsichtlich ihres Vorkommens, ihrer Gestalt und ihrer Anliegen. So existieren zwei- oder mehrsprachige Presseerzeugnisse, in „Ländern und Grenzgebieten […], in denen man das Phänomen der Mehr- oder Zweisprachigkeit aus dem Alltag kennt.“ Neben Print-Ausgaben solcher Zeitungen gewännen heutzutage Online-Medien und darunter die Online-Ausgaben von Zeitungen oder sogar Zeitungen ganz ohne Äquivalent im Print immer stärker an Bedeutung.
Als „[d]er Auftrag der zweisprachigen Presse“, so die Überschrift des zweiten Abschnitts, und als eine Absicht des untersuchten Blattes „Region, Deutsch-polnische Zeitung“ wird genannt, eine Informationsquelle sein zu wollen und einen Anteil an Intergrationsprozessen zu haben. Im Gegensatz zur „alten und lange Zeit nicht hinterfragten Überzeugung […], dass der Rezipient im Grunde genommen selten an der Aufdeckung von übersetzerischen Hintergründen interessiert […]“ sei, hätten die zweisprachigen Blätter wie „Dialog“ und das untersuchte „Region“ einen bewussten sprachdidaktischen Auftrag, die zweisprachig verfassten Artikel sollen „dabei helfen, die Sprache der Nachbarn und Geschäftspartner leichter zu lernen“ – so das Zitat der Herausgeber der „Region“. Für die mit dem Aufsatz angestrebte Untersuchung bietet sich somit die „Möglichkeit der Rezeption paralleler Textfassungen“ und damit „eine beinahe einmalige Gelegenheit für aufschlussreiche interlinguale Vergleiche“.
Im Folgenden Abschnitt wird das Phänomen „Translation versus paralleles Verfassen von Texten“ beschrieben, wie es im Falle von „Region“ vorliegt, indem Artikel oftmals nicht nur durch ihre Verfasser(innen) übersetzt, sondern teilweise parallel verfasst und aufeinander abgestimmt werden, wodurch „die Gültigkeit einer eindeutigen Unterscheidung von Original und Translat aufgehoben“ wird.
Der folgende mit „Das Vorhaben“ überschriebene Abschnitt legt die Methodik der Analyse dar. Ausgehend von der Annahme, dass die deutsche Sprache die Sprache der Translate ist, wird versucht „Strategien und Prozeduren herauszuarbeiten“, wobei „mit den üblichen Kategorien der Translationswissenschaft wie Äquivalenz, Übersetzungsstrategie und -verfahren, Translat und Original (auch wenn die beiden nicht immer identifizierbar sind) gearbeitet“ wird. Außerdem werden sieben Forschungsfragen aufgelistet, auf die sich das Hauptinteresse der Analyse richten wird, wie z.B. von welchen „übersetzerischen Strategien […] sich der Übersetzer leiten [lässt] und welche einzelnen Techniken (Prozeduren, Übersetzungsverfahren) […] gegebenenfalls beim Verfolgen einer globalen Strategie angewendet [werden]“.
Im Folgenden findet die systematische Analyse unterteilt in drei Abschnitte nach statt: Den Anfang macht „Analyse. Symmetrie von Original und Translat“, gefolgt von „Strategie der Hinwendung zum Leser: Perspektive des Sprechenden und Angesprochenen“ und abschließend „Die Dritten – die Besprochenen“. In der ersten Kategorie wird die „Modifizierung der Betrachtungsperspektive“ anhand eines zweisprachigen Belegs veranschaulicht. Im zweiten und umfangreichsten Abschnitt werden zahlreiche Belege für Strategien der „Hinwendung zum Leser“ bzw. für Perspektivierungen geboten und detailliert analysiert. Anhand der Belege werden Aspekte wie Abmilderung und Abschwächung der Expressivität, Neutralisierung, Auslassung sowie Asymmetrie z.B. bei Phraseologismen festgestellt. Als Ergebnis einer qualitativen Untersuchung auf inhaltlicher Ebene wird die Tendenz, „bei der Besprechung von Problemen, die für beide Gesellschaften schwierig sind, keine der beiden Seiten zu verletzen“ beobachtet. Das Fazit dieses Abschnitts lautet, dass „[d]ie unterschiedliche Darstellung der deutsch-polnischen Beziehung […] jeweils in einer entsprechenden sprachlichen Fassung beide Parteien gleichermaßen in einem positiven Licht erscheinen [lässt].“ Im dritten Abschnitt über „[d]ie Dritten – die Besprochenen“ werden deutliche Unterschiede in der Darstellung anderer (d.h. nicht-deutscher und nicht-polnischer) Repräsentanten aufgezeigt, wie sie etwa durch das Fehlen von Abmilderungen oder sogar durch „Radikalisierung bzw. Verschärfung der Sprache“, wie z.B. mit dem „Einsatz einer militanten Metaphorik“, zum Ausdruck kommt.
Den Abschluss des Aufsatzes bilden „[e]rgänzende Schlussbemerkungen“, in denen die Ergebnisse wie folgt zusammengefasst werden: „Bei der Analyse von Texten in beiden Fassungen können Abweichungen festgestellt werden, die in den vorangehenden Überlegungen auf der Mikroebene nur skizzenhaft veranschaulicht werden konnten.“ Dabei erscheine der Gegenstand als ansprechend für weitere Diskurs- und Translationsanalysen sowie für die Translationsdidaktik und verdiene die eingehendere Betrachtung auf der Grundlage eines umfangreicheren Korpus, wofür dieser Aufsatz einen Ausgangspunkt darstellen möchte.

Campiân, Veronica (2020): Deutschsprachige Presse in Rumänien – eine Säule der kulturellen Identität der Minderheit? Fallstudie: Die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien. In: Haberland, Detlef/Orosz, Magdolna (Hrsg.): Region(en) von Mitteleuropa. Historische, kulturelle, sprachliche und literarische Vermittlungen. Wien: Praesens Verlag. S. 187-200.

Der Beitrag widmet sich der sprachwissenschaftlichen Erforschung der deutschen Minderheitenpresse in Rumänien am Beispiel der „Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien“ (ADZ). Der Fokus liegt dabei besonders auf inhaltlichen Aspekten mit Minderheitenbezug.
Der Text beginnt mit einer kurzen Einleitung, in der das Forschungsanliegen beschrieben wird, mittels einer quantitativen und qualitativen Inhaltsanalyse, die „Themenvielfalt, die Aufteilung der journalistischen Darstellungsformen nach Resorts sowie die diskursive Verhandlung des Begriffs ‚Minderheit‘“ zu untersuchen. Als zentrale Forschungsfrage wird herausgestellt, „was und wie die ADZ über die deutsche Minderheit berichtet und dadurch sowohl kulturelle Identitäten widerspiegelt als auch medial konstruiert“. Als Untersuchungszeitraum wird das erste Quartal 2018 genannt. Darauf folgt ein Abschnitt zur Begriffserklärung, der weiter hinsichtlich der beiden Punkte „Das Modell der ‚Enklavenpublizistik‘“ und „Die Bedeutung von Ethnizität, kultureller Identität und der Minderheitenbegriff“ unterteilt ist. Der erste Punkt arbeitet mehrere „Merkmale des Systems der Enklavenpublizistik“ auf der Grundlage einschlägiger sprachwissenschaftlicher Veröffentlichungen im Bereich der Enklavenpublizistik wie die von Sabine Reiner und Carl Ziegner, heraus. Zu diesen Merkmalen gehören das Publikum, die Produzenten, die Finanzierung, die Rolle beim Erhalt und bei der Selbstbeobachtung der Enklave sowie die Betonung der (Enklaven-)Identität. Unter dem zweiten Unterpunkt wird auf Basis zahlreicher wissenschaftlicher Quellen zusammengefasst, durch welche weiteren Merkmale sich „die Minderheit von der Mehrheit abgrenzt“, wie neben dem Hauptelement der Sprache z.B. Traditionen, Werte oder Bräuche. Im anschließenden dritten Abschnitt werden „Die deutsche Minderheit und ihre Medien“ näher erläutert im Hinblick auf Siedlungsgebiete, (Siedlungs-)Geschichte, gegenwärtige Situation, Sprachunterricht sowie hinsichtlich verschiedener Rundfunk- und Printmedien wie der „Hermannstädter Zeitung“ und der ADZ. Im vierten und umfangreichsten Abschnitt erfolgt die „Auswertung des Zeitungsmaterials“, die wiederrum untergliedert ist in die Unterpunkte „Zur empirischen Untersuchung“, „Die quantitative Inhaltsanalyse“ und in „Die qualitative Analyse: die Tendenzanalyse“. Im ersten Punkt wird die Methodik der anschließenden Analyse beschrieben, wozu die Definition eines (inhaltlichen) Kategoriesystems gehört, auf Grundlage dessen quantitativ die Häufigkeit des Vorkommens bestimmter Themen und Resorts etc. untersucht werden soll. In der folgenden quantitativen Inhaltsanalyse wird dementsprechend das Korpusmaterial in Form von Zeitungstexten tabellarisch und zahlenmäßig nach Resorts, journalistischen Darstellungsformen (Bericht, Meldung etc.) und thematischen Untersuchungskategorien (Siedlungsgebiete, Persönlichkeiten, deutschsprach. Schulen, kulturelle Ereignisse, Veröffentlichungen, Feste usw.) eingeteilt. Parallel dazu erfolgt die Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich ihrer Bedeutung, dazu gehört z.B. die Einschätzung, dass die Zahlen „zu der Schlussfolgerung [führen], dass sich die ADZ in ihrer Berichterstattung nicht hauptsächlich auf minderheitenspezifische Ereignisse und Zusammenhänge konzentriert, sondern eine breite Palette an Themen behandelt, die dem deutschsprachigen Leser die Möglichkeit gibt, sich darüber vielseitig und komplex zu informieren, was im In- und Ausland passiert und nicht nur über das, was um den Minderheitendiskurs an sich kreist.“ In diesem Sinne wird jede Kategorie des vorgestellten Systems einzeln detailliert ausgewertet und kommentiert. Relativ kurz fällt dagegen der dritte und letzte Unterpunkt zur qualitativen Analyse aus, wobei durch die Annotation der einzelnen Kategorien im vorangegangenen Abschnitt die quantitative Analyse bereits in gewisser Weise eine qualitative Untersuchung beinhaltete. Im letzten Unterpunkt findet daher eine „Tendenzanalyse“ statt, nach der die untersuchten Artikel die deutsche Minderheit in einem neutralen, wertungsfreien oder positiven Licht zeigen, wohingegen negative Perspektiven fehlen.
Im fünften und letzten Abschnitt des Beitrags erfolgt eine Schlussbetrachtung der Ergebnisse, darunter z.B. die Feststellung, dass „der Schwerpunkt auf der Information […] und eher weniger auf [der] Meinungsbildung der Rezipienten“ liegt oder das der „Minderheitenbezug der Zeitung […] nicht dominant [ist]“.

Cieszkowski, Marek (2015): Zur Sowjetisierung der wolgadeutschen Sprachvarietät in den 20er- und 30er-Jahren. In: Studia Germanica Gedanensia Nr. 33. S. 40-55.

Dieser Aufsatz widmet sich laut Aussage des Verfassers „der Varietät der deutschen Sprache, die in den 20er- und 30er-Jahren im Wolgagebiet in verschiedenen Presseerzeugnissen dokumentiert wurde“.
Der Aufsatz ist in mehrere Abschnitte unterteilt: einer kurzen thematischen Einleitung folgt ein Überblick über den historischen Hintergrund, über den „Wolgadeutschen Sprachgebrauch“ sowie über die wolgadeutschen Schulen. Der anschließende vierte Abschnitt zum Pressediskurs ist weiter untergliedert in die Abschnitte „Der Wolgadeutsche Pressediskurs“ im Allgemeinen sowie vor und nach 1917 und „Die bolschewistische Nationalitätenpolitik“. Den Aufsatz schließen der fünfte Abschnitt „Zum Problem der Sowjetisierung“ sowie ein kurzes Fazit ab.
Die Ausführungen innerhalb der einzelnen Abschnitte folgen hauptsächlich einer historischen bzw. historisch-gesellschaftlichen Perspektive, zum Beispiel in Bezug auf (sprach)politische Entwicklungen oder die wolgadeutsche Presselandschaft.
Eine sprachwissenschaftliche Betrachtung findet im Abschnitt „Wolgadeutscher Sprachgebrauch“ – hier wird allerdings eher ein Überblick über historische Entwicklungen sowie gesellschaftliche und politische Situationen gegeben – und im Abschnitt „Zum Problem der Sowjetisierung“ statt. In letzterem findet eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Material von Presseerzeugnissen politischer Organisationen sowie einer politisch beeinflussten Organisation statt; dargestellt werden mehrere Belegstellen gestützt auf einige auch ältere Publikationen. Die durch den Autor markierten Salienzen entstammen dem Bereich der Lexik, werden jedoch nicht genauer eingeordnet oder einzeln kommentiert.
Das Fazit kommt noch einmal auf die „wolgadeutsche Varietät“ zu sprechen: „Die mundartlich geprägte Varietät der deutschen Sprache hat auf natürliche Weise den sowjetischen, ideologisch aufgeladenen Wortschatz aufgenommen, der sich auch heute nachvollziehen und als Mitgestalter des neuen, sozialen Diskurses fokussieren lässt.“ (Seite 52f.). Es fehlt jedoch die Veranschaulichung dieser Aussage an Hand konkreter Belege, um das Ergebnis der „Sowjetisierung der wolgadeutschen Sprachvarietät“ laut Titel nachzuweisen; die vorhandenen Belege entstammen jedoch ausschließlich (nicht mundartlicher) Presse, die laut Verfasser „einerseits kulturpolitisch, andererseits aber auch politisch-indoktrinierend wirkte“ (S. 52).

Cotârlea, Delia (2021): Gruppenidentität und Selbstdarstellung in der Kronstädter Wochenschrift Karpatenrundschau (1968-1970). In: Philipp, Hannes/Stangl, Theresa/Weber, Bernadette/Wellner, Johann (Hrsg.): Deutsch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. (Forschungen zur deutschen Sprache in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, FzDiMOS Band 11). Regensburg: Universitätsbibliothek. S. 514-526.

Dieser Aufsatz befasst sich mit Selbstdarstellungspraktiken in der Kronstädter Wochenschrift „Karpatenrundschau“ als ein identitätsstiftendes und handlungsleitendes Periodikum der deutschsprachigen Minderheit im Kommunismus in Rumänien in den Jahren 1968 bis 1970.
Eingeleitet wird der Beitrag unter der Überschrift „Identität – Mythos – Geschichte“ von einer historischen Einordnung der deutschsprachigen Minderheit in Rumänien in Verbindung mit einer detaillierten Begriffsbestimmung der relevanten Termini wie „kollektive Identität“ und „Selbstdarstellung“; „kollektive Identität“ wird hier als „Gruppengemeinschaft und deren Selbstdarstellung“ aufgefasst und „[b]ei der Untersuchung der Selbstdarstellung werden Geschichte, Brauchtum und Sprache in Betracht gezogen“. Dabei kann bereits die Begriffsbestimmung von „deutsch“ bzw. „rumäniendeutsch“ problematisch sein, „da man historisch von Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben, Dobrudscha-Deutschen, Zipsern usw. spricht, also von Gruppen, die sich nach ethnischen Kriterien gebildet haben.“ Im Anschluss an diese (sozio-)historische Betrachtung folgt die Vorstellung der untersuchten Zeitschrift unter der Überschrift „Karpatenrundschau – eine (über)regionale Wochenschrift der Werktätigen“ von ihrer Gründung 1968 „als Nachfolgerin der Volkszeitung (1957)“ über ihre Themen wie Politik und Gesellschaft „sowie Aspekte des Minderheitenlebens“, darunter „Kultur, Literatur, Theater und Film, sowie Kunst, Sport und Wissenschaft, aber auch auf Alltagsthemen, wie Haushaltstipps, Mode, Männer- und Frauengewohnheiten“ bis hin zur Zeit der Wende und ihrem Erscheinen ab 1993 als achtseitige Beilage der „Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien“.
Der folgende Abschnitt widmet sich ausführlich und detailreich der Untersuchung der „Bewahrung und Stärkung eigener Identität durch Geschichtsschreibung“, so die Überschrift. So wird etwa für den Zeitraum 1968-1970 konstatiert, dass einerseits „über die eigene Geschichte, um die eigene Identität zu bewahren und zu stärken“ berichtet wird, aber andererseits „[…] das politische System den Diskurs durch seine eigene Rhetorik [vereinnahmt]“. Dies geschieht im Blatt etwa durch intensive Verwendung des Terminus „mitwohnende Nationalität“ und durch „ein inszeniertes Miteinanderleben im Kommunismus“, während der Bergriff „rumäniendeutsch“ nicht vorkommt; es komme also zu „Verzerrungen, Verfälschungen und Manipulationen“. Die Betrachtung von Manifestationen einer Identität durch Geschichtsschreibung erfolgt dabei zunächst auf der Grundlage einer Studie des Historikers Lucian Boia sowie anhand einiger konkreter Belege aus dem Material der Zeitung, darunter vor allem ein Artikel, der auf der Basis der Forschungen des siebenbürgisch-sächsischen Humanisten Johannes Honterus eine „Kontinuität des rumänischen Volkes“ unter Einbeziehung der Siebenbürger Sachsen behauptet.
Im Anschluss daran wird in einem kürzeren Abschnitt die „Bewahrung und Stärkung der Identität durch Brauch- und Sprachpflege“ untersucht. Dabei wird festgestellt, dass „[ü]ber den Erhalt der Sprache […] in der KR häufig geschrieben [wird]“ und dass auch „Dialektpflege, Deutsch als Unterrichtssprache bzw. als Studiumangebot [sic]“ zum Angebot gehört, genauso wie die Förderung rumäniendeutscher Literatur.  
Die abschließenden Schlussfolgerungen fassen die Ergebnisse knapp zusammen, indem festgestellt wird, dass sich die Selbstdarstellung der deutschen Minderheit in Rumänien auf zwei Ebenen manifestiert: (1) auf einer historischen Ebene, auf der sowohl „Verfälschungen, Exklusionen“ als auch die Anpassung an einen „politischen Hauptdiskurs der Mehrheit, vom nationalistischen Diskurs vereinnahmt“ sowie „Mythen der Einheit des rumänischen Volkes und des dakischen Plans“ präsent sind; und (2) auf „der Ebene der Volkskunde, des Brauchtums, der Sprachpflege“ , auf der „eine nuanciertere Selbstdarstellung in einem natürlicheren Verhältnis des Neben- und Miteinanders“ stattfindet.

Dănilă, Adriana (2021): Interkulturelle Aspekte der Wortbildungen im osteuropäischen pressesprachlichen Sprachgebrauch: Das Beispiel Rumäniens. In: Philipp, Hannes/Stangl, Theresa/Weber, Bernadette/Wellner, Johann (Hrsg.): Deutsch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. (Forschungen zur deutschen Sprache in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, FzDiMOS Band 11). Regensburg: Universitätsbibliothek. S. 201-216.

Dieser Aufsatz widmet sich der sprachwissenschaftlichen Untersuchung interkultureller Aspekte bei Wortbildungen in der Pressesprache am Beispiel der „Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien“ (ADZ) anhand konkreter Belege aus dem Material der Zeitung.
Eine kurze Einleitung zum ersten Abschnitt gibt die Zielsetzung des Aufsatzes, die Betrachtung einiger Aspekte der interkulturellen Kommunikation mit dem Schwerpunkt mediale Schriftlichkeit anhand der rumäniendeutschen Zeitung ADZ, vor. Unter dem Punkt „Aspekte der interkulturellen Kommunikation in osteuropäischen Minderheitsgesellschaften“ wird eine kurze Einführung in den Kontext des Untersuchungsgegenstandes geboten, indem die Situation anderssprachiger Sprachgemeinschaften in Osteuropa beschrieben wird. Hierbei werden zwei mögliche Konstellationen zitiert, nämlich einerseits deutsche Sprachminderheiten, „die zwar geographischen Kontakt zum sprachlichen Mutterland Deutschland haben, aber ‚lange Zeit aufgrund des Eisernen Vorhangs isoliert waren […]‘“ und andererseits sog. Sprachinselminderheiten, die „[…] relativ isoliert vom Mutterland [sind] und […] meist die Minderheitensprache nur in ihrer kleinen Gemeinschaft [bewahren].“ Es wird festgestellt: „Rumäniendeutsch als Minderheitssprache in Rumänien, d. h. die deutsche Sprache in Siebenbürgen, im Banat, in der Bukowina aber auch Dobrudscha und Sathmar unterliegt einem ständigen Sprachkontakt mit dem Rumänischen.“ Etwas unzusammenhängend zu diesem Zitat erscheint die Schlussfolgerung im folgenden Satz: „Weil es sich in der kommunikativen Wirklichkeit der zwischenmenschlichen Interaktion in einem direkten Kontaktareal mit dem Rumänischen befindet, kann das Rumäniendeutsch als Sprachinsel angesehen werden.“ Der nächste Punkt erläutert den „Aufbau der Analyse“, die aus zwei Teilen besteht: der erste Teil widmet sich der Analyse von „Besonderheiten der Kommunikation zwischen Angehörigen unterschiedlicher ethnischer Gruppen“, der zweite Teil behandelt „kulturtypische Handlungsformen im journalistischen Sprachgebrauch auf der Ebene des Wortschatzes“, hier werden „begriffliche Kategorien und Wortbildungen mit neuen semantischen Prägungen“ erwartet, das „journalistische Medium“ fungiert dabei außerdem „als kulturspezifische Realisierung der Dynamik interkultureller Kommunikation“. Desweiteren wird erklärt, dass konkrete Sprachformen aus dem Material der Zeitung „unter lexikologischen Aspekt [sic] und morphosyntaktischer Funktionsweise“ analysiert werden. Dezidiert in den Blick genommen werden drei Wortbildungsverfahren: „Determinativkomposition“ als produktivste Einheiten der Wortbildung, „Abreviation [sic] als Ausdruck der Sprachökonomie“ und „Kontamination, die zu neuen interessanten Wortbildungsprodukten führen kann“.
Mit dem folgenden zweiten Abschnitt unter der Überschrift „Kulturtypische sprachliche Handlungsformen im journalistischen Sprachgebrauch der ADZ für Rumänien“ beginnt die Analyse des Sprachmaterials. Der Analyse ist noch einmal eine kurze Erläuterung des Gegenstandes vorangestellt, laut der die ADZ als Medium die Interkation zwischen verschiedenen Kulturen ermöglicht, nämlich zwischen der rumäniendeutschen, der rumänischen und der bundesdeutschen Kultur, deren Zusammentreffen sich in interkulturell bedingten Wortbildungsprodukten widerspiegelt. Die umfassende und detaillierte Analyse der Wortbildungsprodukte erfolgt anhand zahlreicher Belege – insgesamt 36 zitierte Belegstellen, die teilweise noch durch Untergliederungen erweitert werden – aus dem Material des Blattes, diese sind unter thematische Kategorien gefasst und jeweils einzelnen in kürzeren oder längeren Erläuterungstexten sprachwissenschaftlich eingeordnet. Der erste Beleg zeigt zum Beispiel die Übersetzung rumänischer politischer Organisationen und Institutionen ins Deutsche, gefolgt von Übersetzungen von Namen kultureller Einrichtungen und Veranstaltungen. Weitere Belege präsentieren z. B. Präfigierungen, nominale Neubildungen, Übernahmen rumänischer Wortkörper, Komposita, Derivationen, Kontaminationen und viele weitere.
Der letzte Abschnitt, überschrieben mit „Schlussfolgerungen“, fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen. So hat sich etwa gezeigt, dass versucht wird, „die außersprachliche Wirklichkeit in Rumänien möglichst eindeutig zum Ausdruck zu bringen“; dies geschieht z.B. über „einzelne freie Morpheme, die schon im deutschen Wortgut vorhanden sind“ und die „zu Komposita oder Wortgruppen unter Beachtung der morphosyntaktischen Wortbildungsmöglichente des deutschen Sprachsystems“ verknüpft werden. Daneben konnten u. a. „morphematische Einheiten […] - z. B. Rentensäule, Ärzteloch,die Kuckuckspartei PSD – [identifiziert werden,] die als kulturbedingte Wortverbindungen betrachtet werden können“; diese werden als der kontextspezifische Versuch verstanden, „die typische Vorstellungswelt im rumänischen Raum zum Ausdruck zu bringen […]“. Als Fazit wird die Feststellung formuliert, nach der die untersuchten Neubildungen „kontextuelle Kulturspezifik beweisen, die eng mit der Wortbildungsfreiheit des Deutschen verbunden ist“ und denen kommunikatives Potential zugesprochen werden kann, „das Zugang zu einer spezifischen Welt eröffnet“.

Fierbințeanu, Ioana Hermine (2018): Einige gesprochensprachliche Elemente in der rumäniendeutschen Zeitung ADZ (Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien). In: Philipp, Hannes/Ströbl, Andrea/Weber, Bernadette/Wellner, Johann (Hrsg.): Deutsch in Mittel-, Ost-, und Südosteuropa. (Forschungen zur deutschen Sprache in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, FzDiMOS Band 6). Regensburg: Universitätsbibliothek. S. 148-158.

Dieser Aufsatz möchte einen Sprachwandel in der Pressesprache nachweisen, indem er sich der Verwendung von Elementen und Merkmalen gesprochener Sprache in Texten der „Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien“ (ADZ) aus den Jahren 2011 bis 2016 zuwendet.
In einer kurzen Einleitung wird zunächst der Gegenstand vorgestellt, bei dem es sich u.a. um „familiäre, zu der Umgangssprache gehörende oder normabweichende Formulierungen“ in Zeitungstexten handelt. Eine damit verbundene These lautet, dass „sich ein Sprachwandel der schriftlich realisierten Texte in Zeitungen vollzieht“.
Im folgenden Abschnitt werden „Formen der gesprochenen Sprache in den Zeitungen“ erläutert. Hierbei geht es nicht um transkribierte Texte gesprochener Sprache, sondern um Texte, die eine „nähesprachliche Situation nur simulieren“. Es wird festgestellt, dass Elemente des gesprochensprachlichen Deutsch, wenn sie in „medial schriftlich realisierten Textsorten“ vorkommen, „auf den Raum der mündlichen Kommunikation [verweisen]“; d.h. „sie nähern sich der Mündlichkeit an, ohne medial mündlich realisiert zu sein“. Zeitungen als „tagtäglich […] und unter Zeitdruck produziert[es]“ Medium spiegeln „den gesellschaftlichen Gebrauch der Sprache“. Aufgrund dieser Vorannahmen soll am Material von Texten der ADZ Phänomene einer durch digitale Kommunikationsmedien (wie z.B. E-Mail, SMS, Chat) beeinflussten „Veränderung der Schriftsprache“, nämlich „der Trend der salopp gesprochenen Sprache, die dank den neuen Medien aufkommt“, nachgewiesen werden. In diesem Zusammenhang wird Schwitalla zitiert, der „in der deutschen Sprachgeschichte mehrmals Wechsel zwischen extrem mündlichkeitsferner Schriftlichkeit und wieder mündlichkeitsnahen Stilisierungen“ ausmacht.
Anschließend wird im dritten Abschnitt kurz „Die Allgemeine deutsche Zeitung für Rumänien (ADZ)“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um „eine Tageszeitung der deutschsprachigen Minderheit in Rumänien“, die seit 1993 (in der Nachfolge der Vorgängerzeitung „Neuer Weg“) erscheint, sie ist außerdem „die einzige deutsche Tageszeitung in Osteuropa“. Hierbei werden ihre Rubriken – Berichte, Landes- und Weltpolitik, Wirtschaft, Kultur, Lokales, Sport, Tourismus und Angelegenheiten der deutschen Minderheit in Rumänien – sowie ihre wöchentlichen Beilagen, z.B. die „Banater Zeitung“ und die „Karpatenrundschau“, aufgezählt. Daten zu ihrer Auflagenhöhe werden nicht genannt. Das untersuchte Korpus beinhaltet Texte aus Ausgaben der ADZ von 2011 bis 2016.
Im Hauptteil des Beitrags werden „Elemente der gesprochenen Sprache“ untersucht. Dazu zählen u.a. Pronominaladverbien wie „drauf, drunter, drüber, durchs, ins, fürs, hinterm, vorm oder vors“, die „Vertraulichkeit, Dialogizität und Situationseinbindung“ simulieren. Aus dem Inhalt der ADZ werden hierfür – teilweise recht kurze, in den Fließtext integrierte – Belege geliefert, wie z.B.: „Stadtrundgang durchs alte Kronstadt vorgestellt.“ Daneben gibt es Beispiele für Ironie, negative Einstellungen, Diminutivformen, Jugendsprache und Intensivierungen bzw. Emotionalisierungen. Des Weiteren wurden Formulierungen gefunden, durch die „das Erlebnis des Autors bzw. seine Erfahrung auf den Leser […] übertragen“ wird, etwa durch „Pronomen, die eine Mittelstellung zwischen ich und wir darstellen“ (als Beispiel dient „unsereins“). Darüber hinaus gibt es Belege für „Zeitdeixes“ („jetzt, heute und gestern“), Vagheitsausdrücke („quasi“, „zigtausend“), neutrale Gradpartikeln („ganz“) und Intensivierungen mit umgangssprachlichen Gradpartikeln („total“, „tierisch“, „höllisch“ und „verdammt“). Zum Abschluss der Untersuchung wird zusammenfassend festgestellt, dass „[z]wischen der konzeptionellen Schriftlichkeit und der konzeptionellen Mündlichkeit […] Pronominaladverbien, Zusammenziehungen von Präposition und Artikel, Ausdrücke der Ironie, unterschiedliche Wortbildungsmittel, Komposita und Derivate, verschiedene Formen der Deixis oder Vagheitsausdrücke“ auftreten. Darauf folgt die unklare Einschätzung: „Nicht alle aufgezählten Merkmale drücken konzeptionelle Mündlichkeit aus, genauso wie nicht alle Elemente der gesprochenen Sprache die fingierte Mündlichkeit wiedergeben.“ Dazu lässt sich anmerken, dass es vielleicht sinnvoll gewesen wäre, zu erläutern, was in Bezug auf die einzelnen Belege konkret zutrifft. Der darauffolgende, letzte Satz des Abschnitts ist sogar noch weniger aufschlussreich: „Je nach Textsorte, Zeitungsartikel, Autor und behandeltem Thema können Zeitungsartikel flexibel eingeordnet werden, da die Funktion gesprochensprachlicher Elemente je nach Kontext veränderbar ist.“
Im Anschluss daran wird im Abschnitt „Schlussfolgerungen“ zunächst auf den Aspekt des von der Verfasserin erwarteten Sprachwandels in Zeitungstexten eingegangen. Dabei war beabsichtigt, mit der Untersuchung des Inhalts der ADZ der Frage nachzugehen, „ob sich der Sprachwandel zu mehr Mündlichkeit hin beschleunigen wird, sodass die Zeitungsleute in naher Zukunft nur noch konzeptionell mündlich formulieren werden und die konzeptionelle Schriftlichkeit abgeschafft werden würde“. Diese Frage wurde zuvor im Beitrag noch nicht derart zugespitzt formuliert, sondern eher dahingehend, erforschen zu wollen, „wie dieser Wandel aussieht“. Davon abgesehen, dass die Frage in ihrer extremen Form kaum wissenschaftlich beantwortet werden kann, fehlen für die Beobachtung eines Wandels oder Trends entsprechende Vergleichswerte aus der Untersuchung früherer Ausgaben der ADZ (etwa aus der Zeit vor dem Aufkommen digitaler Kommunikationsmedien, d.h. den 90er Jahren, die zuvor als auschlaggebend für den „Trend der salopp gesprochenen Sprache“ beschrieben wurden). Im Ergebnis heißt es nun: „Selbst wenn die Formen der Mündlichkeit zunehmen werden, werden sie die Schriftlichkeit nicht ersetzen können. Das medial schrifliche [sic] Formulieren wird weiter bestehen, da trotz der hohen Anzahl an Elementen der gesprochenen Sprache diese nicht dominieren werden und der komplexe Nominalstil und die fachsprachliche Lexik fortbestehen werden.“ Eine Feststellung, die jedoch aus der Untersuchung so nicht hervorgeht.
Außerdem werden noch einmal die gesammelten sprachlichen Phänomene aufgezählt (Pronominaladverbien, Zusammenziehungen, Komposita, Derivate usw.). Dabei wird festgestellt, dass „im Wirtschaftsteil weniger Merkmale der gesprochenen Sprache zu erkennen [sind] als in dem Feuilleton oder in der Kritik, da die Textsorte wichtiger als die Rubrik ist.“ Diese Einschätzung und ihre Begründung sind wenig einleuchtend, denn aus dem Beitrag geht nicht hervor, welche Bedeutung die „Wichtigkeit“ einer Textsorte oder Rubrik für das Vorkommen bzw. Fehlen von gesprochensprachlichen Elementen haben sollte, zumal bei der zuvor durchgeführten Analyse nicht angeben wurde, welcher Rubrik die genannten Textbeispiele entstammen. Ähnlich undurchsichtig wirkt deshalb auch die Feststellung, mit der der Beitrag und das Fazit endet: „Nicht alle gesprochensprachlichen Elemente sind jedoch Ausdruck von konzeptioneller Mündlichkeit in einer Textsorte des öffentlichen Sprachgebrauchs und nicht alle gesprochensprachlichen Elemente stellen ein Zeichen von fingierter Mündlichkeit dar.“ Welche Elemente unter den Beispielen ein „Ausdruck von konzeptioneller Mündlichkeit“ und welche ein „Zeichen von fingierter Mündlichkeit“ sind, ist nicht erkennbar.

Firsching, Christiane (2005): Deutschsprachige Zeitungen in Mittel- und Osteuropa unter dem Aspekt der deutschen Sprachpolitik nach 1989/90. In: Riecke, Jörg/Schuster, Britt-Marie [unter Mitarbeit von Natallia Savitskaya] (Hrsg.): Deutschsprachige Zeitungen in Mittel- und Osteuropa. Sprachliche Gestalt, historische Einbettung und kulturelle Traditionen. Berlin: Weidler Buchverlag. (Germanistische Arbeiten zur Sprachgeschichte; 3). S. 507-516.

Der Aufsatz untersucht deutschsprachige Zeitungen aus Ungarn, Tschechien und dem Baltikum, mit einem Erscheinen seit 1989/90 im Zusammenhang mit deutscher Sprachpolitik. Zunächst wird auf die Regierungen Kohl und Schröder eingegangen, anschließend wird sich im dritten Abschnitt genauer mit einigen ausgewählten deutschsprachigen Zeitungen in Mittel- und Osteuropa auseinandersetzt, nämlich „Der Neue Pester-Lloyd“ aus Ungarn, die „Neue Zeitung“ aus Budapest, die „Budapester Zeitung“, die „Prager Zeitung“ sowie die „Baltische Rundschau“ (für Estland, Lettland und Litauen). Der folgende Abschnitt untersucht die deutsche Sprach- und Medienpolitik und ihre Auswirkungen, z.B. was die Frage nach finanzieller Unterstützung betrifft.
In der Betrachtung wird hauptsächlich auf jene sprachlichen Aspekte Bezug genommen, die auch der Zielsetzung der auswärtigen Kulturpolitik der Bundesregierung entsprechen; hier nennt Firsching „Sprachförderung, Minderheitenförderung und die Verbindung von Wirtschaft und Sprache.“ Später trat noch eine gezielte Medienförderung deutschsprachiger Medien, allerdings nur solchen aus Deutschland für das Ausland wie z.B. die „Deutsche Welle“, hinzu. Ziel sei dabei die Stärkung der Identität der deutschsprachigen Minderheiten über die Sprache etwa mittels Sprachunterricht, jedoch auch Integrationsmaßnahmen, um die starke Abwanderung der Minderheiten aus ihren Heimatländern nach Deutschland zu schwächen.
Detailliertere Untersuchungen zur Sprache, etwa am Inhalt der Zeitungen, finden jedoch nicht statt.

Földes, Csaba (2001): Wo die ‚Boys‘ noch ‚Jungen‘, die ‚Girls‘ noch ‚Mädchen‘ und die ‚Kids‘ noch ‚Kinder‘ heißen. Anmerkungen zur Sprache der Rubrik ‚Jugend‘ in einem Minderheitenblatt. In: Breuer, Ulrich/Korhonen, Jarmo (Hrsg.): Mediensprache - Medienkritik. Frankfurt a.M./Berlin/Bern/ Bruxelles/New York/Oxford/Wien: Lang (Finnische Beiträge zur Germanistik; 4). S. 103-120.

Im Beitrag wird der Sprachgebrauch auf den Jugendseiten des zentralen ungarndeutschen Printmediums, der Neuen Zeitung, anhand des Jahrgangs 1998 in seinen Hauptlinien linguistisch beschrieben. Die Vorgehensweise der empirischen Untersuchung erfolgte induktiv und korpusorientiert und erstreckte sich auf alle Sprachbeschreibungsebenen. Es konnte dabei u.a. eine große Bandbreite von Sprachkontaktphänomenen (z.B. verschiedene Arten von Transferenzen aus dem Ungarischen), Unsicherheiten in Bezug auf den Umgang mit Normen und Konventionen der geschriebenen Varietät der deutschen Standardsprache und verschiedenartige Uneinheitlichkeiten hinsichtlich der Textgestaltung dokumentiert und interpretiert werden.

Földes, Csaba (2015): Literalität im Schnittfeld von zwei Sprachen und Kulturen: Beobachtungen anhand der Phraseologie in der Sprache der Lokalpresse. In: Schmidlin, Regula/Behrens, Heike/Bickel, Hans (Hrsg.): Sprachgebrauch und Sprachbewusstsein. Implikationen für die Sprachtheorie. Berlin/Boston: de Gruyter. S. 239-260.

Den Gegenstand der Ausführungen bildet eine spezifische Mehrsprachigkeitskultur am Beispiel des Deutschen als Minderheitensprache in Ungarn: Es handelt sich um die Sprachgestaltung in der Lokalpresse der deutschen Minderheit. Die explorative Studie liefert am Material der Verwendung von Phraseologismen Erkenntnisse über diesen sprachlich-kulturellen Realitätsbereich hinsichtlich seiner grundlegenden typologischen Strukturen und konstitutiven Merkmale.
Es konnten empirische Evidenzen u.a. zur Frequenz und Distribution von figurativen Sprachzeichen in der ungarndeutschen Lokalpresse, zu den Besonderheiten der „ungarndeutschen Kontaktphraseologie“, zur mehrsprachigkeitsgeprägten und z.T. erodierten Sprach- bzw. Text(sorten)kompetenz der Textproduzenten gewonnen werden. Ferner wurden Überlegungen zur Einordnung und Bewertung der kultursalienten Befunde vorgelegt.

Földes, Csaba (2018): Mediensprache im Kontakt der Kulturen: Beispiel „Moskauer Deutsche Zeitung“. In: Földes, Csaba (Hrsg.): Sprach- und Textkulturen – interkulturelle und vergleichende Konzepte. Tübingen: Narr Francke Attempto (Beiträge zur Interkulturellen Germanistik; 11). S. 43-77.

Gegenstand des Aufsatzes ist eine spezifische deutschbasierte Textkultur im Spannungsfeld zweier Sprachen und Kulturen: Die „Moskauer Deutsche Zeitung“ wird – am Material ihres Jahrgangs 2017 – im Hinblick auf bestimmte kommunikative und sprachliche Besonderheiten empirisch untersucht, um damit zur Erschließung des linguistischen Profils dieses wichtigen auslandsdeutschen Mediums beizutragen. Die phänomenorientierte empirische Analyse hat die MDZ als „kulturasymmetrische Grenzgänger-Zeitung“ ausgewiesen und festgestellt, dass die erschlossenen Salienz-Fälle Ergebnisse dreier typologisch verschiedener Prozesse sind: (1) Kontaktphänomene, also Transfer oder Nachahmung von Elementen, Strukturen und Modellen der Kontaktsprache; (2) Verfremdungsprozesse, z.B. Kontrastverschiebungen oder Kontrastübertreibung, die sich aus einer unsicheren Beherrschung der Zielsprache Deutsch, etwa durch Übergeneralisierung des Sprachsystems, ergeben und (3) Normverletzungen aus Unachtsamkeit, d.h. Flüchtigkeitsfehler, die selbst bei Textproduzenten mit exzellenter Sprachbeherrschung vorkommen. Ein wesentlicher Teil der eruierten Auffälligkeiten ist direkt oder indirekt auf Aspekte der bilingualitätsbedingten deutsch-russischen Sprach- und Kulturkontakte zurückführbar. Die sprachlich-kulturelle Grundkonstellation ist jedoch noch komplexer: Aufgrund der Befundlage liegt das genuine Alleinstellungsmerkmal der MDZ in einem spezifischen Beziehungsgefüge von deutscher Sprache vs. russischer Kultur. In summa konnte die Analyse dem medialen Objekt MDZ eine weitgehend inter- bzw. eher transkulturelle Textwelt bescheinigen.

Földes, Csaba (2018): Politische Sprache und Interkulturalität – am Beispiel der Presse deutscher Minderheiten. In: Fábián, Annamária/Trost, Igor (Hrsg.): Sprachgebrauch in der Politik. Grammatische, lexikalische, pragmatische, kulturelle und dialektologische Perspektiven. Berlin/Boston: De Gruyter (Reihe Germanistische Linguistik; 319). S. 299-317.

Dieser Aufsatz exponiert einen bisher weniger beachteten Phänomenbereich, nämlich die Produktion von Pressetexten im Kommunikationsbereich politische Sprache im Schnittfeld von zwei Sprachen und Kulturen. Im Mittelpunkt der empirischen Betrachtung steht die spezifische Kultur von Mehrsprachigkeit bei der deutschen Minderheit in Ungarn. In diesem Denk- bzw. Argumentationsrahmen zielt der Beitrag auf eine evidenzbasierte Herausarbeitung von Charaktermerkmalen der politischen Sprache und Kommunikation im Wirkungsraum der deutschsprachigen Minderheitenpresse. Ferner geht es um journalistische Handlungsmöglichkeiten und -formen unter besonderen Bedingungen von Mehrsprachigkeit und Inter- bzw. Transkulturalität.
Dabei ist deutlich geworden, dass die analysierten Presseprodukte durch die spezifische Sprach- und Text(sorten)kompetenz der mehrsprachigen Textproduzenten geprägt sind: In ihrem Varietätenrepertoire macht sich ein Zusammenspiel von standard- und substandarddeutschen Charakteristika, aber auch von ungarischen Textroutinen und Musterhaftigkeiten bemerkbar. Die Analyse hat u.a. zahlreiche und vielgestaltige Manifestationen von deutsch-ungarischen Sprachkontakten, Uneinheitlichkeiten in stilistisch-pragmatischer Hinsicht und/oder in der Satz- und Textkonstruktion sowie eine spezifische Themenfrequenz und ein besonderes Beziehungsgefüge von Mündlichkeit vs. Schriftlichkeit aufgedeckt.

Földes, Csaba (2018): Xenismen in der auslandsdeutschen Pressesprache. Reflexionen anhand der Moskauer Deutschen Zeitung. In: Meier, Jörg (Hrsg.): Jahrbuch des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Band 26: Sprache. München: De Gruyter Oldenbourg. S. 121-144.

Dieser Aufsatz nimmt beispielhaft ein traditionsreiches und gewichtiges auslandsdeutsches Blatt, den Jahrgang 2017 der „Moskauer Deutsche Zeitung“ (MDZ), in den Blick und versucht, mit einer datensensitiven Aufdeckung von signifikanten Merkmalen die sprachlich-kommunikative Profilgrundlage dieses Mediums herauszuarbeiten. Aus Umfangsgründen fokussiert er dabei exemplarisch auf einen Aspekt, nämlich auf die sogenannten – sprachbezogenen und kulturbezogenen – Xenismen, da sie wohl einen zentralen Wesenszug dieses Pressediskurses darstellen. Die durchgeführte empirische Studie leistet zur Erschließung der kulturellen Komponente vorrangig im Vokabular und weiterführend auch zur Erfassung von Phänomenen der Kulturalitat in der analysierten Zeitungskommunikation einen Beitrag.
Die analytische Sichtung der MDZ, indem von Merkmalen manifester Texte auf Merkmale eines nicht-manifesten Kontextes geschlossen wurde (es gingt ja ein Stuck weit um Inferenzschlusse auf die soziale Wirklichkeit), ergab, dass es sich im Rahmen einer Zweischriftlichkeit im Wesentlichen um eine Art interkultureller Texte handelt. In einem Spagat besonderer Art ist die Sprache eindeutig deutsch, während das kulturelle Milieu mit den entsprechenden Kulturmustern russisch geprägt ist – die MDZ ist also gewissermaßen ein Grenzgänger-Blatt. Diese Ausprägung der Pressekommunikation konnte als eine Manifestation des (interkulturellen) Interdiskurses aufgefasst werden; entsteht doch das Blatt in einem spezifischen – mehrsprachigen und interkulturellen – Referenzrahmen und wird zu einem großen Teil von bilingualen Textproduzenten erstellt.

Földes, Csaba (2019): Die ‚Deutsche Allgemeine Zeitung‘: Anmerkungen zur Sprache der kasachstandeutschen Presse. In: Linguistica (Ljubljana) 59. 1. S. 71-97.

Die Studie arbeitet zentrale sprachliche Profilmerkmale der Deutschen Allgemeinen Zeitung (DAZ) in Kasachstan heraus und liefert dabei auch einen Beitrag zur Erschließung von Manifestationen der Kulturalität im analysierten interkulturellen Mediendiskurs. Der verwendete Ansatz ist – im Denkrahmen der interkulturellen Linguistik – deskriptiv und vorrangig variations- bzw. kontaktorientiert. Die Besonderheit der Zeitung besteht vor allem darin, dass ihre Sprache praktisch monolingual deutsch ist, während ihr kulturelles Umfeld eine kasachisch-russische Prägung aufweist. Die daraus resultierende konkrete Sprachverwendung in der DAZ wurde unter Nutzung des Salienz-Konzeptes betrachtet. Im ausgewerteten Korpus des Jahrgangs 2017 wurden sprachbezogene Salienzen auf nahezu allen Ebenen herausgearbeitet, allen voran in Lexik und Phraseologie, Grammatik, Stil, Grafie sowie Typografie. Die eruierten Verwendungsbesonderheiten resultieren aus drei Prozessen typologisch unterschiedlicher Art: (1) aus prototypischen Sprachkontaktmechanismen, also aus Transfers oder Nachahmungen von Elementen, Strukturen und Modellen der Kontaktsprachen Russisch und Kasachisch; (2) aus Verfremdungsprozessen, z.B. Kontrastverschiebungen oder -übertreibungen, die sich aus einer unsicheren Beherrschung der Zielsprache Deutsch, etwa durch Übergeneralisierung des Sprachsystems, ergeben; (3) aus Normverletzungen aufgrund von Unachtsamkeit, d.h. Flüchtigkeitsfehler bzw. problematische oder grenzwertige Formulierungen, die selbst bei Textproduzenten mit exzellenter (nativer) Sprachbeherrschung vorkommen. Der Beitrag weist nach, dass quantitativ die mehrsprachigkeits-, kontakt- und/oder kompetenzbedingten Auffälligkeiten überwiegen, wobei sich der sprachliche Kontakteinfluss des Russischen als größer erwies als der des Kasachischen. Auf dieser Basis erfasst und beschreibt der Beitrag die DAZ als eine mehrfach kulturasymmetrische Grenzgänger-Zeitung mit einer spezifischen Form von Mehrschriftlichkeit.

Földes, Csaba (2020): Figuratives in der auslandsdeutschen Pressesprache. In: Kalbotyra (Vilnius) Nr. 73. S. 31-60.

Diesem Aufsatz liegt die Einsicht zugrunde, dass figurative Sprachzeichen in der Mediensprache zwar allgemein ein frequentes Forschungsthema sind, aber speziell im Hinblick auf die deutsche Pressesprache im Ausland ein Desiderat darstellen. Vor diesem Hintergrund werden mit Überblickscharakter einige speziell figurativitäts- und formelhaftigkeitsbezogene Beobachtungen sowie Ergebnisse eines rezenten Forschungsprojekts thematisiert und diskutiert. Primäres Ziel war eine fokussierte evidenzbasierte Erschließung – genauer: eine theoriebasierte qualitative Exploration – von Besonderheiten des figurativen Sprachgebrauchs in drei deutschsprachigen Minderheitenzeitungen aus Russland, Kasachstan und Ungarn. Zudem werden Manifestationen von Kulturalität im analysierten durch Mehrsprachigkeit und Inter- bzw. Transkulturalität geprägten Mediendiskurs erschlossen. Dabei ist der Ansatz nicht normativ-fehleranalytisch, sondern deskriptiv und vorrangig kontakt- bzw. interkulturalitätsorientiert.
Es konnte u.a. festgestellt werden, dass die empirische Datengrundlage relativ wenig Figuratives hergab. Zu den Befunden gehört, dass aufgrund der Mehrsprachigkeitssettings andere textuelle Mechanismen vorherrschen und die Textproduzenten vorgeprägte syntaktische Schemata aus den Kontaktsprachen übernehmen. Produzentenseitig wird zwar in der Regel eine deutschbasierte figurative Sprache verwendet, die aber mit der Figurativität der jeweiligen Kontaktsprache (im vorliegenden Fall: Russisch, Kasachisch und Ungarisch) kongruiert, einschließlich russisch/kasachisch/ungarisch orientierter Framings. Das dominante Merkmal konstituieren in diesem Rahmen (vorrangig latente, aber auch virulente) sprachkontaktbedingte Erscheinungen mit einiger Dynamik: vorrangig Transferenz-Bildungen verschiedener Art. Gleichwohl ist nicht zu übersehen, dass die Sprach- bzw. Text(sorten)kompetenz und besonders die figurative Kompetenz der Textproduzenten im Bereich der konzeptual-schriftlichen Fähigkeiten sehr unterschiedlich, oft nicht mit denen bundesdeutscher Journalisten vergleichbar sind.

Gáborová, Margita (2012): Kulturtransfer und Rezeption in der deutschsprachigen Presse Bratislavas. Modernisierung aus dem Norden – eine Fallstudie am Beispiel Henrik Ibsens. In: Gáborová, Margita (Hrsg.): Na zlome času. Im Wandel der Zeit. Modernistické (antimodernistické) tendencie v multikultúrnej Bratislave v medzivojnovom období. Bratislava: Universzita Komenského. S. 25-47.

Dieser Artikel widmet sich der Untersuchung von Kulturtransferenz in der deutschsprachigen Presselandschaft Bratislavas in den 1920er Jahren am Beispiel eines ausgewählten Textkorpus.
Der Beitrag wird eingeleitet von einem kurzen inhaltlich-thematischen Überblick, gefolgt von einem ersten, längeren Abschnitt unter der Überschrift „Theoretische Ansätze – Modernisierung, Interkulturalität, Kulturtransfer und Rezeption“, in dem zunächst die relevanten Begriffe wie Moderne bzw. Modernisierung erläutert werden. Diese sind „im Sinne einer sozialhistorischen Dimension aufzufassen, die alle, für die Kultur relevanten Gebiete des Lebens miteinbezieht“, gleichzeitig beinhalten sie auch einen Wandel auf dem Gebiet der Literatur „in einem kulturologischen, literaturhistorischen und -theoretischen Sinn.“ Diese Begriffsbestimmung wird hinsichtlich ihres historischen Kontextes zur Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erweitert; so wurde der Modernisierungsprozess begleitet von „tiefgreifenden sozialen, ideellen und kulturellen Veränderungen […], die enorme Wertverschiebungen auf dem Gebiet der Ethik, Moral, Ästhetik, Kunst und Literatur mit sich brachten.“ Eingebettet in diesen gesellschaftlichen Wandlungsprozess konnte sich auch ein großer Zeitungsmarkt entwickeln.
Diesen Ausführungen folgt eine Erläuterung des der Untersuchung zugrundeliegenden methodologischen Ansatzes, der auf Hans-Jürgen Lüsebrinks Studienbuch zur interkulturellen Kommunikation basiert. Zitiert wird interkulturelle Kommunikation als „kommunikative Dimension der Beziehung zwischen Angehörigen unterschiedlicher Kulturen auf verbaler, nonverbaler und medialer Ebene“, während Interkulturalität Phänomene umfasst, die „aus dem Kontakt zwischen unterschiedlichen Kulturen entstehen“. Dabei ist Kulturtransfer „ein Prozess, der für die Übertragung der Kulturgüter zwischen den Kulturen sorgt“. Wichtig ist außerdem der Vermittlungsprozess, d.h. die Arbeit von Übersetzern, Buchhändlern, Künstlern, Wissenschaftlern etc., welche durch Mittlerinstanzen wie Medien, Verlage, Schulen usw. repräsentiert werden. Zu den aus dem Vermittlungsprozess hervorgehenden Aneignungsformen gehören Übertragung, Nachahmung, kulturelle Adaption, Kommentar und produktive Rezeption, wobei der Grad der Nähe oder Entfernung zum Original zwischen den einzelnen Formen stark variiert.
Der folgende dritte Abschnitt unter der Überschrift „Deutschsprachige Presse in Bratislava und ihre Vermittlungspersönlichkeiten“ beginnt mit einem historischen Überblick über das deutschsprachige Pressewesen Bratislavas. So erschienen im Untersuchungszeitraum – die Jahre 1918 bis 1929 – ganze 43 deutschsprachige und 18 gemischtsprachige Periodika. Unter ihnen gehören die „Preßburger Zeitung“, der „Grenzbote“, die „Deutsche Zeitung für die Slowakei“, die „Volksstimme“, die „Theaterwoche“ sowie „Das Riff“ und „Die Heimat“, zu den im Aufsatz untersuchten Blättern, die nach ihrer Aufzählung jeweils kurz vorgestellt werden; es handelt sich bei diesen vor allem um Zeitschriften für Kultur, Literatur, Kunst und Theater usw.
Der vierte und umfangreichste Abschnitt „Henrik Ibsens Rezeption und Modernisierung“ geht umfassend und detailliert auf diesen stark kulturorientierten Teil der Presselandschaft Bratislavas ein. So entstand etwa „Das Riff“ (mit einem Zitat Henrik Ibsens auf seiner Titelseite) unter dem Eindruck des Aufkommens des Modernismus in Skandinavien, wobei die Wahl des Ibsen-Zitats als Motto der Zeitung „[…] für die Bedeutung Ibsens und seinen Einfluss im geistigen Klima Zentraleuropas [spricht].“ Zur Bedeutung Henrik Ibsens wird außerdem festgestellt: „[d]ie Vermittlung seiner Werke zeigt sich im untersuchten Zeitschriftenkorpus am intensivsten und seiner Person wurde unter den skandinavischen Schriftstellern der größte Platz eingeräumt.“ Die Rezeption hat dabei drei Arten in der Presse Bratislavas, und zwar (1) Besprechung oder Rezension seiner Dramen oder deren Aufführungen, (2) Artikel, die ihn als Person und Schriftsteller thematisieren und (3) die Nachahmung seiner Werke. Wie im Abschnitt zu den methodologischen Grundlagen beschrieben, widmet sich die umfangreiche Untersuchung vor allem den kultur- und literaturhistorischen Aspekten anhand zahlreicher Belege aus dem Korpus, wobei eher nicht auf Phänomene des Sprachkontakts eingegangen wird. Im Artikel ist außerdem auffällig, dass teilweise Titel wie „Nora oder Ein Puppenheim“ (Seite 38) falsch wiedergegeben werden, indem das Wort „oder“ nicht kursiviert und so nicht als zum Titel gehörig markiert wird, während an anderer Stelle mehrfach nicht zu Titeln gehörende Wörter gemeinsam mit Titeln kursiviert werden, z.B. „unter dem neuen Namen Bratislava. Sie […]“ oder „Das Riff und Die Heimat“ (beide S. 31). Meist handelt es sich wohl um ein Versehen, beim ersten Beispiel jedoch nicht, wie die falsche Aussage zeigt: „Die zur Pflichtlektüre gewordene Nora oder Ein Puppenheim, wie das Stück eigentlich heißt [sic]“ – es handelt sich nicht um ein Stück, dass „Nora“ genannt wird, aber eigentlich „Ein Puppenheim“ heißt, sondern beide Teile und das verbindende „oder“ stellen den vollständigen Titel dar.
Am Ende des Artikels wird knapp und ohne eigene Überschrift noch einmal die wichtige Rolle von Ibsens Werk für die Beförderung moderner Themen betont, wofür die intensive Rezeption in der deutschsprachigen Presse Bratislavas einen Beweis liefert. Zum Thema des „Kulturtransfers aus dem Norden“ bieten sich laut diesem Fazit viele weitere Künstler und deren Rezeption in der deutschsprachigen Presse Bratislava für eine eingehendere Untersuchung an. Da der Aufsatz eher auf kulturhistorischer bzw. literaturwissenschaftlicher Aspekte des Gegenstandes fokussiert, findet keine sprachwissenschaftliche Analyse am Material der untersuchten Zeitungen statt.

Gáll, Kinga (2006): Multikulturalität und Mehrsprachigkeit in der Banatdeutschen Presse. In: Nubert, Roxana (Hrsg.): Temeswarer Beiträge zur Germanistik; 5. Temeswar: Mirton. S. 495-503. 

Dieser Artikel befasst sich mit der banatdeutschen Presse an Hand der Zeitungen „Temesvarer Wochenblatt“, „Temesvarer Zeitung“ und „Werschetzer Gebirgsbote“. Die Betrachtung erfolgt dabei mit historischem Blick auf diese Zeitungen im 19. und frühen 20. Jahrhundert und weist eher dokumentarischen Charakter auf. Die allgemeiner gehaltenen Ausfrührungen beschreiben in Ansätzen den historischen und gesellschaftlichen Kontext sowie die Entwicklung und kulturelle Bedeutung der Zeitungen für ihre deutsch- und mehrsprachige Leserschaft. Darüber hinaus werden Rubriken, Artikelüberschriften und zahlreiche Zitate von Inseraten wiedergegeben. Letztere nehmen innerhalb des Textes einen größeren Raum ein, werden jedoch nicht kommentiert oder analysiert. 
Innerhalb der Ausführungen gibt es nur wenige, allgemeiner gehaltene Hinweise zur sprachlichen Gestalt der Zeitungen, wie z. B. die Anmerkung, dass es nicht unüblich war, dass „wichtige Mittelungen zweisprachig, in zwei Spalten auf derselben Seite gedruckt erschienen.“ (S. 497.) Gemeint ist wohl, dass ein Text in zwei Sprachen nebeneinander abgedruckt wurde, statt eines Textes „zweisprachig“. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung der Texte der Zeitungen findet jedoch nicht statt. 

Győri, Ildikó/Mencel, Mónika/Nádas, Nóra (2010): Die Neue Zeitung und das Sonntagsblatt – zwei ungarndeutsche Zeitungen. In: Tichy, Ellen (Hrsg.): Minderheiten und Medien. Die Repräsentanz der ungarndeutschen Minderheit in den Medien. Hamburg: Verlag Dr. Kovač. (Schriften zur Medienwissenschaft; 26). S. 185-190.

Dieser kurze Aufsatz vergleicht die Charakteristika der beiden in Ungarn erscheinenden deutschsprachigen Zeitungen „Neue Zeitung“ und „Sonntagsblatt“. Die Gegenüberstellung erfolgt dabei parallel innerhalb der einzelnen Abschnitte. Einer kurzen Einführung zum Gegenstand der Minderheitenpresse folgt der Vergleich von „Themen, Rubriken, Leserkreis“, anschließend „Layout und Finanzierung der Blätter“ sowie „Seit wann und wie erscheinen die Blätter?“. Den Abschluss bildet ein eher knappes Fazit.
Die Vorstellung der beiden Zeitungen geschieht an der Oberfläche mittels Daten und Fakten. Eine Analyse der sprachlichen Gestaltung der Zeitungen findet nicht statt. Es findet sich lediglich der inhaltliche Hinweis, dass „Sprachpflege“ zu den Themen der NZ gehört und dass die „Problematik der frühen Zweisprachigkeit bei Ungarndeutschen“ sowie Sprachvermittlung und aktiver Sprachgebrauch im „Sonntagsblatt“ behandelt wird.

Hartwig, Stefan (2001): Deutschsprachige Medien im Ausland – fremdsprachige Medien in Deutschland. Münster: LIT Verlag.

Diese in drei Teile und eine Einleitung gegliederte Textsammlung von 139 Seiten Umfang befasst sich sowohl mit deutschsprachigen Medien im Ausland als auch mit fremdsprachigen Medien in Deutschland sowie mit einigen wenigen Beispielen von Organisationen und Vereinen in den Bereichen Kultur, Presse bzw. Publizistik.
Die Betrachtung erfolgt im Falle der deutschsprachigen Medien im Ausland global an Hand von einigen Beispielen in der ersten Hälfte des Bandes. Die beiden Teile zu den fremdsprachigen Medien in Deutschland und den Organisationen, die zusammen die zweite Hälfte des Bandes ausmachen, gestalten sich ebenfalls eher zusammenfassend und überblickshaft an Hand weniger Beispiele.
So finden sich im ersten Teil Beschreibungen über vielfältige Medien, wie die „Deutsche Welle“, die „Neue Zeitung“ in Ungarn, die „Brasil-Post“ oder die „New Yorker Staats-Zeitung“; das Unterkapitel über Letztere ist dabei als einziges in englischer Sprache verfasst. Unter diesen befindet sich auch ein Text über das „Blue Danube Radio“, wobei es sich jedoch um einen englischsprachigen Sender in Österreich handelt, der also weder ein deutschsprachiges Medium im Ausland noch ein fremdsprachiges Medium in Deutschland ist, wie der Titel des Bandes erwarten ließe.
Im zweiten Teil werden in einem kurzen Überblick einige ausgewählte Organisationen aus dem Presse- und Publizistikbereich beschrieben, wie „Reporter ohne Grenzen“ und den „Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland“.
Der dritte, als „Zusammenfassungen“ bezeichnete Teil gibt einen kurzen Einblick in ein paar fremdsprachiger Medien in Deutschland und analysiert einige Problematiken aus der internationalen Presse- und Medienlandschaft, wie zum Beispiel in dem Unterkapitel „Südtirol nach der Wahl in Italien 2001“.
Die Bandbreite der unterschiedlichen Medienerzeugnisse und Organisationen bietet einen Einblick in die Vielfalt deutschsprachiger Medien im Ausland. Nach welchen Kriterien und zu welchem Zweck die Auswahl erfolgte, wird allerdings nicht eindeutig klar. Die Betrachtungen beinhalten unter anderem historische, publizistisch-ökonomische oder politische Informationen. Es werden jedoch nur wenige der präsentierten Daten, Zahlen und Aussagen mit Quellen, etwa in den Fußnoten, belegt. Viele der einzelnen Kapitel weisen gar keine Belege auf. Auffällig ist außerdem, wie stilistisch verschieden die einzelnen Kapitel untereinander sind, indem sie zwischen dem Stil einer Rezension oder eines Zeitungskommentars und (Fach-)Sprache variieren, oder wie im Falle des Kapitels „Der Nordschleswiger“ in Form eines Interviews abgefasst sind. Ein Grund dafür könnte sein, dass mehrere Kapitel von Vertreter(inne)n des jeweiligen Mediums selbst, wie dem Chefredakteur oder dem Herausgeber oder zum Beispiel im Fall der „Deutschen Welle“ von dem damaligen Intendanten stammen. Nur bei wenigen Texten fehlt die Nennung eines Verfassers oder einer Verfasserin.
Bei keinem der Beiträge handelt es sich um eine sprachwissenschaftliche Untersuchung; in diesem Sinne wird auch auf sprachliche Besonderheiten der jeweiligen Medien nicht genauer eingegangen. Wenn überhaupt wird, wie z.B. im Falle des Beitrags über die „Neue Zeitung“ aus Budapest, eine von Zwei- bzw. Mehrsprachigkeit geprägte Situation der Zielgruppe zwar erwähnt, jedoch nicht tiefergehend betrachtet.

Herdeanu, Clara (2014): Sprache - Macht - Revolution. Die Revolution vom Dezember 1989 in deutschsprachigen Zeitungen Rumäniens. Eine linguistische Mediendiskursanalyse. Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Diese überaus umfangreiche sprachwissenschaftliche Monographie basierend auf einer Dissertation widmet sich der umfassenden und detaillierten Analyse der die „Revolution“ 1989 umgebenden medialen Diskurse in deutschsprachigen Zeitungen Rumäniens.
Das Werk ist unterteilt in fünf größere Abschnitte A bis E, die wiederrum in mehrere Kapitel (und zahlreiche Unterkapitel) gegliedert sind. Einer kurzen Einleitung folgt der Abschnitt über die inhaltlichen Hintergründe und die kontextuelle Einbettung. Darin finden sich ein Überblick zur Geschichte Rumäniens von der Antike bis zum 20. Jahrhundert, eine kurze Zusammenfassung der Situation der Printmedien in Rumänien und eine Beschreibung der „Geschichte der deutschen Minderheit Rumäniens und ihrer Printmedien“. Darauf folgt der theoretische und methodische Abschnitt B, in dem die grundlegenden Prämissen der Untersuchung, was sprachwissenschaftliche Theorie und Methodik anbelangt, fundiert dargelegt werden. Den Hauptteil der Arbeit stellt mit Abschnitt C die ausführliche „Linguistische Mediendiskursanalyse des Revolutions-Diskurses in deutschsprachigen Zeitungen Rumäniens“ dar. Diese wird zunächst eingeleitet von einer detaillierten Beschreibung der „Bedingungen und Voraussetzungen der Untersuchung“ mit Ausführungen beispielsweise zu den diskursiven Ebenen eines zugrundeliegenden Phasenmodells und zum Aufbau des Korpus. Das folgende Kapitel stellt den Kern der Untersuchung dar und widmet sich ausführlich dem „Revolutions-Diskurs in deutschsprachigen Zeitungen in Rumänien“. Dabei findet eine weitere Unterteilung in „prä-revolutionären Kommunistischen Diskurs“, „eigentlichen Revolutions-Diskurs“ und „Post-revolutionären Diskurs“ statt. Zu den jeweils untersuchten Aspekten gehören unter anderem Akteure des Diskurses, Themen, handlungsleitende Konzepte, prototypische sprachliche Charakteristika etc. Die qualitative sprachwissenschaftliche Analyse erfolgt klar strukturiert und gründlich an Hand einer Vielzahl von sowohl kurzen als auch längeren Belegstellen. Begleitet wird die Betrachtung hier wie auch an anderen Stellen des Werkes von schwarz-weißen Abbildungen bzw. Fotos, die von einigem Interesse für die Analyse sind, da „[n]eben den Texten […] der in den deutschsprachigen Zeitungen stattfindende mediale Diskurs über die Rumänische Revolution auch von den abgedruckten Bildern beeinflusst [wird].“ (Seite 234).
Abschließend wird in Abschnitt D ein ausführliches Fazit gezogen, das die qualitativ-linguistische Mediendiskursanalyse rekapituliert, interdiskursive Relationen zusammenfasst und eine kurze Schlussbetrachtung bietet.
Im Anhang (Abschnitt E) befinden sich unter anderem ein Abbildungs- und Literaturverzeichnis sowie ein strukturiertes Quellenverzeichnis der verwendeten Korpora.

Kappel, Péter/Tichy, Ellen (2010): Minderheiten und Minderheitenmedien in Ungarn. In: Tichy, Ellen (Hrsg.): Minderheiten und Medien. Die Repräsentanz der ungarndeutschen Minderheit in den Medien. Hamburg: Verlag Dr. Kovač. (Schriften zur Medienwissenschaft; 26). S. 14-26.

Dieser Aufsatz bietet einen detailreichen Überblick über Minderheiten und Minderheitenmedien in Ungarn unter besonderer Berücksichtigung der Situation der Ungarndeutschen. Dabei wird unter anderem auf die Minderheitenpolitik Ungarns, demographische Daten über Minderheiten und deren rechtliche Situation eingegangen.
Einer kurzen Einleitung zur inhaltlichen Übersicht folgt der zweite Abschnitt zu den Minderheiten in Ungarn. Hier werden zunächst historische Gegebenheiten wie etwa „planmäßige Ansiedelungen im 17.-18. Jahrhundert“ erwähnt. Anschließend wird die demographische und rechtliche Situation (etwa durch Minderheitengesetz und Anerkennung) näher erläutert. Zu den genannten Minderheiten gehören u.a. Roma, Deutsche, Slowaken, Rumänen, Serben, Polen etc.; die zugehörigen Daten werden an Hand einer Tabelle veranschaulicht. Wiedergegeben werden außerdem einige Fragen, die Bestandteil einer Volkszählung im Jahr 2001 waren, wie zum Beispiel: „Welche Sprache benutzen Sie im Familien- und Freundeskreis im Allgemeinen?“ Der dritte Abschnitt beschreibt die staatliche Minderheitenpolitik Ungarns; zitiert wird dabei u.a. auch aus dem Minderheitengesetz von 1993. Weitere minderheitenpolitische Aspekte sind spezielle Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen und Sprachunterricht.
Der vierte Abschnitt zu den Minderheitenmedien wird durch ein Zitat aus dem sogenannten „Mediengesetz zum Schutz der Minderheiten in Ungarn“ eröffnet. Dem folgt eine kurze Betrachtung zum Verhältnis von Minderheitenmedien und Identität. Im Anschluss werden die ungarndeutsche Fernsehsendung „Unser Bildschirm“, ein deutschsprachiges Radioprogramm und die „Neue Zeitung“ als „das Wochenblatt der Ungarndeutschen“ beschrieben; ebenfalls wird die Existenz weiterer Angebote im Internet erwähnt. Diese Minderheitenmedien werden jedoch nicht eingehender untersucht, auch nicht im Hinblick auf sprachliche Besonderheiten.
In einem Fazit werden noch einmal einige Aussagen des Aufsatzes zusammengefasst. Abschließend wird für die Minderheitenmedien eine Brückenfunktion zum „Herkunftsland Deutschland“ festgestellt, denn „sie stabilisieren kommunikative Beziehungen der Ungarndeutschen untereinander und unterstützen die Pflege der deutschen Sprache und Kultur.“

Meier, Jörg (2014): Die „Kaschauer Zeitung“. Ein Forschungsprojekt zur Kultur und Sprache der deutschen Minderheit auf dem Gebiet der heutigen Slowakei um 1900. Stuttgart: Arbeitsgemeinschaft der Karpatendeutschen. In: Karpaten-Jahrbuch 2015. Kalender der Karpatendeutschen aus der Slowakei 66. S. 174-182.

Dieser Aufsatz stellt eine Projektbeschreibung eines Forschungsprojekts zur Untersuchung der Kultur und Sprache der deutschen Minderheit auf dem Gebiet der heutigen Slowakei um 1900 am Material der „Kaschauer Zeitung“ dar. 
Der Text ist untergliedert in eine kurze Einleitung, gefolgt von den Abschnitten „2. Untersuchungskorpus und historischer Hintergrund“, „3. Ziele des Forschungsprojekts“, „4. Theoretischer Rahmen und Untersuchungsmethoden“ und „5. Ausblick – Wissenschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Relevanz“. 
In der Einleitung wird ein Überblick zum avisierten Gegenstand der Zeitungen und Zeitschriften und ihrer Bedeutung für deutsch- und mehrsprachige Minderheiten in Ostmitteleuropa gegeben; beabsichtigt ist die Untersuchung der „Kaschauer Zeitung“ aus „sprachwissenschaftlicher, kultur- und literaturwissenschaftlicher sowie sozialhistorischer und massenmedialer Perspektive“. Es wird außerdem darauf hingewiesen, dass sich in weiteren geplanten Projekten den Zeitungen „Neue Freie Presse“, „Pester Lloyd“ und „Prager Tageblatt“ vergleichend gewidmet werden soll. Im zweiten Abschnitt werden der historische Hintergrund und vor allem das der Untersuchung zugrundeliegende Korpus näher erläutert. Dabei handelt es sich um noch unerschlossenes Quellenmaterial in Form von Digitalisaten der „Kaschauer Zeitung“ als Teil einer seit 2012 in Erstellung befindlichen digitalen historischen Bibliothek initiiert durch das „Digitale Forum Mittel- und Osteuropa“ (DiFMOE); abgebildet ist hier ein Titelblatt der „Kaschauer Zeitung“. Der dritte Abschnitt gibt als Ziele des Forschungsprojekts unter anderem an, dass analysiert werden soll, „inwieweit das politische, wirtschaftliche und soziale Zeitgeschehen in Mitteleuropa Einfluss auf die Gestaltung von Zeitungen hat“ und ob im Laufe der Zeit Veränderungen in der Pressesprache feststellbar sind. Aufgelistet sind hierbei zahlreiche Forschungsfragen, wie zum Beispiel: „Welche Einflüsse wirken auf die Pressesprache ein und wie beeinflusst Pressesprache die Alltagssprache?“ oder „Welche Rolle spielen Sprachkontaktphänomene und in welchen Kontexten werden Internationalismen und Fremdwörter verwendet?“ (S. 178, Hervorhebungen im Original.) Im vierten Abschnitt werden die theoretischen und methodischen Grundlagen der Untersuchung auch in Hinblick auf einzelne Aspekte wie Politik, Medien, Sprachkultivierungsprozesse, Sprachkontaktphänomene etc. detaillierter ausgeführt. Der letzte Abschnitt hebt noch einmal die Notwendigkeit der Untersuchung der Geschichte deutschsprachiger Presse in Mittel- und Osteuropa und die Schließung der hier bestehenden Forschungslücken hervor.
Der Aufsatz liefert eine Vielzahl fundierter Perspektiven und Aspekte einer prospektiven sprachwissenschaftlichen Untersuchung der Pressesprache am Material deutschsprachiger Minderheitenpresse; Analysebeispiele aus dem tatsächlichen Inhalt der „Kaschauer Zeitung“ werden dabei jedoch nicht angeführt. 

Meier, Jörg (2018): Zur Situation der deutsch- und mehrsprachigen Presse in Mittel- und Osteuropa. In: Philipp, Hannes/Ströbl, Andrea/Weber, Bernadette/Wellner, Johann (Hrsg.): Deutsch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. (Forschungen zur deutschen Sprache in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, FzDiMOS Band 6). Regensburg: Universitätsbibliothek. S. 358-371. 

Dieser Aufsatz bietet einen kompakten Überblick über die Situation deutsch- und mehrsprachiger Zeitungen in Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Russland, über ihre geschichtlichen Daten und Auflagenhöhen sowie über ihre sprachliche Zusammensetzung.
Eine umfangreichere Einleitung widmet sich zunächst dem Medium Zeitung bzw. Zeitschrift allgemein; demnach erlebten Zeitungen zwar „ihren Höhepunkt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ und befinden sich heute in einer rasch voranschreitenden Krise, dennoch gibt es immer noch u.a. 352 Tages- und 21 Wochenzeitungen in Deutschland sowie in 86 Ländern (außerhalb von Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburgs und Liechtensteins) erscheinende deutschsprachige Presseerzeugnisse. In Ländern, „in denen z. T. seit dem Mittelalter DeutschsprecherInnen leben“ (d.h. außerhalb Deutschlands, Österreichs oder der Schweiz), wurden erste deutschsprachige Zeitungen und Zeitschriften schon im 19. Jahrhundert herausgegeben. Zu den Aufgaben und Zielen solcher regionaler oder kommunaler Periodika gehörte, u.a. „die kulturelle Gemeinschaft der DeutschsprecherInnen zu fördern und zu unterstützen“, „der deutschen Sprache und Kultur im Ausland zu dienen“ und ihre Kultur mit den Menschen des jeweiligen Gast- bzw. Wahllandes zu teilen sowie ein Verständnis für die deutsche Kultur zu vermitteln“. Für deutsche Urlauber und für immer mehr Auslandsdeutsche spielen Neugründungen deutschsprachiger Zeitungen „in den Hauptreiseländern der Deutschen“ (z.B. auf den Balearen, den Kanaren, in der Türkei oder Griechenland) eine wichtige Rolle. Viele auslandsdeutsche Periodika stehen jedoch vor unterschiedlichen Schwierigkeiten. Dazu gehören u.a. schwindende Leserzahlen, Mangel an „geeigneten MitarbeiterInnen […], die über ausreichende Sprachenkenntnisse und das entsprechende Fachwissen verfügen“, geringer Bekanntheitsgrad der Blätter, Vorurteile bei Außenstehenden gegenüber deutschsprachigen Medien und ein allgemeinhin abnehmender Zuspruch für Printmedien (infolgedessen wird „der größte Teil der deutschsprachigen Presse im Ausland heute durch das Internet verbreitet […]“ bzw. lösen digitale Angebote ihre Druckausgaben oftmals vollständig ab). Als eine der Hauptursachen wird die Assimilierung deutschstämmiger Minderheiten im Ausland genannt, in deren Folge Sprachkompetenzen verloren gehen. Desweiteren wanderten zahlreiche Angehörige deutschsprachiger Minderheiten im Ausland, vor allem während und nach der Zeit der politischen Wende, nach Deutschland ab. Allerdings haben deutschsprachige Periodika im Ausland auch „eine Reihe von Stärken“ wie z.B. Flexibilität, enger Kontakt zu der Leserschaft und eine gewisse Monopolstellung, darüber hinaus erfüllen sie „eine unentbehrliche Informations- und Identifikationsfunktion für die jeweiligen deutschen Minderheiten“.
Der zweite Abschnitt stellt „Deutsch- und mehrsprachige Zeitungen und Zeitschriften in Mittel- und Osteuropa“ vor. Zunächst wird noch einmal auf die recht unterschiedliche Situation auslandsdeutscher Periodika eingegangen. So lässt sich etwa in Deutschlands Nachbarländern (wie z.B. Belgien, Frankreich, Dänemark, Polen) die deutsche Sprache und die auslandsdeutsche Presse leichter erhalten, in anderen Ländern wie Spanien, Griechenland und der Türkei profitieren deutsch- und mehrsprachige Periodika von Tourismus und „mehr oder weniger dauerhaft oder saisonal ansässige[n] Rentner- oder Pensionärskolonien“. Während Italien bzw. Südtirol, Belgien und Dänemark sowie Namibia hinsichtlich auslandsdeutscher Zeitungen eine „Stabilität oder teilweise sogar Ausweitung zeigen“, ist in anderen Ländern ein „deutlicher, teilweise dramatischer Rückgang zu verzeichnen“. Anschließend werden einige deutschsprachige Tageszeitungen „mit einer einigermaßen hohen Auflage“ in tabellarischer Form aufgelistet, darunter z.B. die „Neuesten Nachrichten“ aus Ungarn mit einer Auflage von 60.000 Exemplaren in den 1980er Jahren.
In den folgenden Unterabschnitten wird die deutsch- oder mehrsprachige Presse der Länder Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Russland sowie die der Slowakei jeweils einzeln betrachtet; dies geschieht in Form knapper kulturhistorischer Zusammenfassungen. Dabei werden Titel, Erscheinungszeiträume, Auflagenhöhen, Rubriken und ähnliche Daten genannt, es werden jedoch keine Textbeispiele gezeigt und eine Untersuchung des Inhalts der Blätter findet nicht statt.
Im dritten und letzten Abschnitt wird eine vielfältige Diskussion der „Aufgaben und Perspektiven für die Forschung“ geboten. Es wird eingeräumt, dass der Beitrag „das gewaltige Spektrum und die Vielfältigkeit der deutschsprachigen Presse im Ausland nur in Ansätzen“ aufgezeigt hat. Einer interdisziplinären Forschung bietet sich also die Aufgabe, diese „reichhaltigen Quellen näher auszuwerten“. Die Grundlagen für „eine Archivierung und bibliographische Erschließung sowie für eine umfangreiche Bestandssicherung stark gefährdeter Materialien, aber auch für eine systematische, diachrone und synchrone Erforschung – vor allem historischer – deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften im Ausland“ wurden durch verschiedene Projekte geschaffen, wie den Heidelberger „Katalog deutschsprachiger Zeitungen im östlichen Europa“, das Projekt „ANNO“ der Wiener Nationalbibliothek und die Digitalisierungsprojekte des „Digitalen Forums Mittel- und Osteuropa“ (DiFMOE), z.B. „Cassovia Digitalis“. Als problematisch wird herausgestellt, dass es bislang „nur wenige vergleichbare, methodische Analyseverfahren gibt“, in diesem Zusammenhang lassen u.a. text- und diskurslinguistische Ansätze „Anregungen für eine stärkere Konzeptualisierung und Strukturierung der Forschung“ erwarten. Im Folgenden wird noch einmal die Bedeutung deutsch- und mehrsprachiger Zeitungen und Zeitschriften im Ausland als Zugänge zum Verständnis früherer und heutiger Kulturlandschaften und mehrsprachigen bzw. multiethnischen Zusammenlebens betont. Darüber hinaus können sie „Einblick in die regionale Verarbeitung nationaler und internationaler Ereignisse und in verschiedenartige Teilausschnitte des gesellschaftlichen Lebens“ bieten. Ihre Erforschung erfolgte „jedoch bisher allenfalls punktuell und ließ kaum Rückschlüsse auf etwaige Ähnlichkeiten oder Unterschiede der Zeitungs- und Zeitschriftenproduktion in verschiedenen deutsch- und mehrsprachigen Regionen zu“. Obwohl eine Vielzahl einschlägiger Publikationen im Bereich der Presseforschung existieren, fehlt sowohl für die diachrone als auch für die synchrone Forschung ein wissenschaftliches Grundlagenwerk.

Mucundorfeanu, Meda (2015): Die deutschsprachige Presse in Rumänien während der kommunistischen Zeit. Fallstudie: die Zeitung „Neuer Weg“. Mittweida: Hochschulverlag. (Mitteldeutsche Hochschul-Schriften, Reihe C; 1).

Diese auf einer Dissertation beruhende Monographie untersucht die historische und gesellschaftliche Bedeutung sowie die Entwicklung deutschsprachiger Minderheitenmedien in Rumänien, insbesondere die der Zeitung „Neuer Weg“ ab 1945 bis zur Jahrtausendwende.
Die Untersuchung ist in sechs Abschnitte untergliedert: einer kurzen Einleitung folgen längere und detaillierte „Allgemeinbetrachtungen über die Lage der Rumäniendeutschen im 20. Jahrhundert“, die auf verschiedene historische und gesellschaftliche Aspekte eingehen. Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit den „Medien im Kommunistischen Rumänien“, das heißt der Situation der Presse, den wichtigsten Zeitungen, mit Radio und Fernsehen sowie der Zeitung „Neuer Weg“ im Besonderen. Im vierten Kapitel wird die Untersuchung zu dieser Zeitung vertieft, indem bereits vorhandene Studien und Untersuchungen betrachtet werden. Im Anschluss wird im fünften Kapitel eine eigene „Qualitative Inhaltsanalyse der Zeitung Neuer Weg“ (Hervorhebung im Original) vorgenommen. Zusätzliches Untersuchungsmaterial in Form von drei Interviews sowie Originalfassungen relevanter Gesetze befindet sich im Anhang. In den Schlussfolgerungen in Kapitel 6 wird auf vorangegangene Kapitel jeweils einzeln Bezug genommen, auf die Rumäniendeutschen, die Medien, den „bisherigen Stand der Forschung“ in Form früherer Studien sowie die Analyse der Zeitung „Neuer Weg“.
Den größeren Teil der Untersuchung nehmen die gesellschaftlich-historischen Analysen in den Kapiteln zwei und drei ein. Einen eher kleineren Teil machen die Kapitel vier und fünf aus, die sie sich speziell auf die Zeitung „Neuer Weg“ beziehen. Während Kapitel vier frühere Studien zusammenfasst, findet die beabsichtigte qualitative Inhaltsanalyse der Zeitung eher kurz, auf 22 Seiten inklusive der Analyse der Interviews, statt. Die Analyse selbst fasst die Ereignisse zusammen, über die in der Zeitung entweder berichtet oder nicht berichtet wurde. Es gibt dabei allerdings kaum Zitate aus den Inhalten der Zeitung; meist stellt der einzige direkte Verweis die Überschrift eines Artikels dar, die in der Fußnote angegeben ist. In nur wenigen Fällen sind die Aussagen der Autorin, etwa über eine eher negative Berichterstattung aus dem nichtsozialistischen Ausland, durch konkrete Beispiele anhand von Zitaten veranschaulicht.
Innerhalb der Untersuchung findet sich keine tiefergehende Auseinandersetzung mit der sprachlichen Gestalt der Zeitung „Neuer Weg“ oder der anderen beschriebenen Medien, es gibt lediglich den gelegentlichen Hinweis, dass es sich bei der Sprache um Deutsch handelt. Vereinzelte Bemerkung – allerdings aus dem vierten Kapitel über bereits vorhandene Studien – verweisen auf sprachliche Besonderheiten. Zum Beispiel: „Es gab das Genre Dem Alter zur Ehr, wo über Lebenswege rumäniendeutscher Senioren in deren Mundart geschildert wurde.“ (S. 104, Hervorhebungen im Original).
Oder es tauchen Fragen zur Bedeutung der sprachlichen Gestaltung auf, wie hier: „Was man aber in einer weiteren Studie analysieren könnte ist, inwiefern diese Inhalte genau übersetzt worden sind und ob man sich mit Wortkonstruktionen und –spielen einen gewissen Freiraum erlaubt hatte, zumindest eine Mehrdeutigkeit im übersetzten Text schimmern zu lassen.“ (S. 106, fast wortgleich wiederholt auf Seite 117).
Oder hier: „Da man Ideen nicht nur direkt aussprechen kann, sondern sich auch Stilmitteln, wie Metaphern oder Wortspiele, und der äsopischen Kommunikation bedienen kann, ist die Durchführung einer tiefergehenden qualitativen Inhaltsanalyse angebracht, die nicht nur die Wörter ausmessen soll, sondern auch deren Sinn.“ (S. 112).
Mucundorfeanu merkt also diese offenen Forschungsfragen an, geht ihnen aber in der anschließenden, vor allem gesellschaftlich-historisch ausgerichteten Untersuchung nicht nach.

Nemes, János (Red.) (1982): 250 Jahre deutschsprachige Presse in Ungarn. Wien: Ungarisches Pressebüro.

Dieser Band versammelt Texte zum Kontext und zur Geschichte der deutschsprachigen Presse in Ungarn und präsentiert darüber hinaus eine umfangreiche Auswahl aus Zeitungsartikeln aus 250 Jahren. 
Ein kurzes Vorwort bietet einen Überblick über die Entstehung des Bandes und Informationen zu den Autor(inn)en. Der erste Text unter der Überschrift „Im Dienste Ungarns und des Fortschritts“ beschreibt die Entstehung der ersten Zeitungen Ungarns nach historischer Perspektive; hier wird als erste Zeitung Ungarns der in lateinischer Sprache verfasste „Mercurius Hungaricus“ von 1705 vorgestellt und als Abbildung beigefügt. Die weiteren Ausführungen konzentrieren sich vor allem auf die Entstehung und den Inhalt der deutschsprachigen Zeitung „Pester Lloyd“. Der folgende Text betrachtet „Periodika nichtungarischer Sprache in den Anfängen ungarischer Pressegeschichte“. Hierbei geht es mit historisch-gesellschaftlichem Fokus um die durch Dreisprachigkeit (Ungarisch, Deutsch, Slowakisch) geprägte Stadt Preßburg und ihr Pressewesen. Im Anschluss wird die „Deutsche Literatur im Leitartikel und Feuilleton des ‚Pester Lloyd‘ /1933-1944/“ untersucht. Herausgestellt wird dabei speziell das Verhältnis des Feuilletons der Zeitung zur deutschsprachigen Literatur und zu Literaten wie Thomas Mann in den Jahren von 1933 bis 1944. Zitiert und kommentiert werden dabei zunächst einige Leitartikel, anschließend wird ein Überblick über die Inhalte der Feuilleton-Artikel gegeben. 
Den Abschluss bildet eine Betrachtung über „Die deutschsprachige ungarische Presse nach 1945“. In kurzen Überblicken werden hier einzelne deutschsprachige Publikationen wie die „Neue Zeitung“, die „Rundschau der ungarischen Gewerkschaften“, „Ungarisches Reisemagazin“, „Neueste Nachrichten/Daily News“, „Budapester Rundschau“ und die deutschsprachige Beilage in der Monatsschrift „Budapest“ etc. vorgestellt. 
Den zweiten Teil des Bandes macht eine Umfangreiche „Artikelauswahl aus 250 Jahren“ aus, unterteilt in die Abschnitte „1730-1918“, „1919-1944 /‚Pester Lloyd‘/“, „1945-1981“ und „/darunter: ‚Budapester Rundschau‘/“; die dargestellten Artikel liegen dabei als Abbildung oder neugesetzter Abdruck vor.
Begleitet werden die Texte des Bandes generell von einer Vielzahl von Abbildungen von Titelseiten und Artikeln der Zeitungen sowie mehreren Fotos wie z.B. von Autoren des „Pester Lloyd“. 
Hinweise zur Sprache der Zeitungen betreffen vor allem Feststellungen, dass Texte auf Ungarisch, Deutsch, mehrsprachig etc. verfasst wurden. Meist beschreiben sie die Situation eher allgemein wie in dieser Bemerkung über die „Neue Zeitung“ aus dem Abschnitt „Die deutschsprachige ungarische Presse nach 1945“: „Die ‚Neue Zeitung‘ macht sich vor allem um die Pflege der deutschen Muttersprache verdient. Wenn man weiß, daß die Dialekte der in Ungarn lebenden Deutschen archaisch und Ausdrücke des modernen Lebens vielfach unbekannt sind, wenn man weiß, daß die Ungarndeutschen das ‚schwäbisch‘ [sic!] ihrer Vorfahren konservierten und bei komplizierten Begriffen Ausdrücke aus dem Ungarischen zu Hilfe nehmen, so wird das Bemühen der Redakteure […] nur zu verständlich, […] die Liebe zur deutschen Sprache zu vertiefen und Hilfestellungen bei der Erweiterung des deutschen Wortschatzes zu geben.“ (Seite 46.) Für diese Feststellungen werden jedoch keine Beispiele aus dem Inhalt der Zeitungen gegeben. Eine im strengen Sinne sprachwissenschaftliche Untersuchung findet also nicht statt. 

Nefedova, Lyubov (2020): An der Kreuzung der Kulturen. Zum Fremdwortgebrauch in der Moskauer Deutschen Zeitung.In: Cornejo, Renata/Schiewer, Gesine Lenore/Weinberg, Manfred (Hrsg.): Konzepte der Interkulturalität in der Germanistik weltweit. (Interkulturelle Germanistik, Band 1.) Bielefeld: transcript Verlag. S. 395-405.

Dieser Aufsatz widmet sich der Erforschung des Sprachgebrauchs in einem interkulturellen Kontext mit Fokus auf den Fremdwortgebrauch in der „Moskauer Deutschen Zeitung“.
Der Text ist strukturiert in eine kurze „Einleitung“, gefolgt von einer Erläuterung der „Interkulturelle[n] Inhalte der MDZ und ihre[r] sprachlichen Repräsentation (MDZ über Expats)“ und einer anschließenden „Linguistische[n] Beschreibungen der Fremdwörter des onomasiologischen Feldes Expat/Expatin“, die wiederum untergliedert sind in „Internationalismen“, „Anglizismen/Angloamerikanismen“ und „Russische Realienbezeichnungen und Ad-hoc-Entlehnungen aus dem Russischen“. Den Abschluss bildet ein knappes „Fazit“.
In der Einleitung wird ein kurzer Überblick über die Geschichte der „Moskauer Deutschen Zeitung“ und ihre Struktur in Form von Seitenzahl, Anteil der deutschsprachigen bzw. russischsprachigen Seiten sowie ihre Ressorts gegeben. Dabei bildet die Onlineausgabe des deutschsprachigen Teils der Zeitung die Grundlage der Untersuchung. Des Weiteren werden der Fremdwortgebrauch – und in diesem Zusammenhang Onomasiologie bzw. onomasiologische Felder – als Schwerpunkte der Analyse benannt. Als Material dienen Artikel in der MDZ, die „von deutschen Expats [über Expats]“ geschrieben wurden. Im zweiten Abschnitt wird ausführlicher auf „[i]nterkulturelle Inhalte der MDZ und ihre fremdsprachlichen Repräsentationen“ eingegangen, indem zahlreiche Beispiele für Lexeme und Kollokationen sowie deren Kontexte beschrieben werden. Als Zwischenbilanz wird erläutert, wie „das onomasiologische Feld Expat/Expatin“ strukturiert ist und welche „Aspekte der Beschreibung von Expats“ den jeweiligen Struktureinheiten zuzuordnen sind, wie z.B. „Expats als Fachkräfte“, „Moskau als Arbeitsplatz“ und „Probleme von Expats in Russland“ etc. Den Hauptteil des Beitrags stellt eine „Linguistische Beschreibung der Fremdwörter des onomasiologischen Feldes Expat/Expatin“ dar. Dies geschieht mit der Unterscheidung von (1) Internationalismen, zu denen hier vor allem Wörter aus den Bereichen Kultur und Beruf gehören, (2) Anglizismen/Angloamerikanismen, die sowohl die Freizeitgestaltung als auch das Berufsleben betreffe, darunter auch Misch- und Hybrid-Bildungen aus Anglizismen/Amerikanismen und „nativen Wörtern“ (z.B. „Lifestyle-Geschichte“) und (3) russischen Realienbezeichnungen und Ad-hoch-Entlehnungen aus dem Russischen (z.B. „Elektritschka“, „Pelmeni“ etc.). Die gleichzeitig mit der Nennung der Beispiele stattfindende sprachwissenschaftliche Untersuchung fällt dabei jedoch eher knapp aus und verbleibt bei einfachen lexikologischen Befunden.
Der vierte und letzte Abschnitt des Beitrags fasst zuvor getroffene Feststellungen über Themen und Inhalte in der MDZ als kurzes Fazit zusammen.

Novotný, Lukáš (2016): Deutsche Minderheit und ihre Presse. In: Cornejo, Renata/Antonic, Thomas/Wozonig, Karin S. (Hrsg.): Aussiger Beiträge. Germanistische Schriftenreihe aus Forschung und Lehre. Wien: Praesens Verlag. S. 145-156.

Dieser Aufsatz befasst sich mit der deutschsprachigen Presse mit Blick auf die deutsche Minderheit in der ehemaligen Tschechoslowakei beziehungsweise in Tschechien in den Jahren von 1951 bis heute, darunter hauptsächlich mit der „Prager Volkszeitung“. 
Die Ausführungen sind untergliedert in fünf Abschnitte: einer kurzen Einleitung folgt ein längerer Abschnitt über „Die Deutschen in der Tschechoslowakei“, im Anschluss daran findet eine umfangreiche Betrachtung der „Prager Volkszeitung bis 1989“ und der „Prager Volkszeitung seit 1989“ statt, gefolgt von abschließenden Bemerkungen im fünften mit „Schluss“ überschriebenen Abschnitt.
Die Auseinandersetzung erfolgt dabei eher in historisch-gesellschaftlicher Perspektive. So wird z. B. im Abschnitt „Die Deutschen in der Tschechoslowakei“ die Situation der deutschen Minderheit nach dem zweiten Weltkrieg beschrieben, die unter anderem durch das Bestreben der jüngeren Generation, sich innerhalb der tschechischen Mehrheitsbevölkerung zu assimilieren, geprägt war (vgl. Seite 146). Zwei Abbildungen in Form einer Graphik und einer Tabelle verdeutlichen dabei die abnehmende Zahl der deutschen Minderheit im Zeitraum von 1961 bis 2011. Die folgenden Abschnitte zur „Prager Volkszeitung“ zeichnen die Entwicklung und Auflagenhöhe dieser deutschsprachigen Zeitung von der Gründung 1951, zunächst unter dem Titel „Aufbau und Frieden“ und ab 1966 auch als „Das Blatt der tschechoslowakischen Deutschen“ (der genaue Zeitpunkt der späteren Namensänderung wird nicht genannt), bis 1989 und schließlich bis zur ihrer Einstellung im Jahr 2005 nach. Inhalte der Zeitung waren im Zeitraum bis 1989 vor allem Bekanntmachungen der kommunistischen Partei und der Gewerkschaften, landwirtschaftliche Berichte etc; nach 1989 waren es vermehrt Unterhaltung und Freizeittipps. Die Zeitung existierte also nach der Wende weiter und erschien neben einigen neugegründeten Zeitungen, wie den „Nachrichten“ des Verbandes der Deutschen, der „Prager Zeitung“ ab 1991 mit ihrer Beilage „Landesanzeiger“ (ab 1994), welche 1998 als eigene „Landeszeitung“ erschien (vgl. Seite 153). Mit ihrer Einstellung im Jahr 2005, „verlor die deutsche Minderheit das am längsten bestehende Presseorgan“ (Seite 154). Der letzte Abschnitt fasst die Geschichte der „Prager Volkszeitung“ noch einmal zusammen. 
Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung an Texten der Zeitung(en) findet jedoch nicht statt. 

Pelka, Daniela (2011): Was ein Titelkopf verraten kann. Oder: Zur Entwicklung des Titelkopfes dreier Minderheitszeitschriften. In: Studia Germanistica. Acta Facultatis Philosophicae Universitatis Ostraviensis 8. S. 29-41.

Im Fokus dieser Untersuchung steht die Entwicklung des Titelkopfes am Beispiel der deutschen Minderheitenpresse in Polen nach 1989. Der erste Abschnitt des Aufsatzes gibt dabei eine thematische Einführung, bevor im zweiten Abschnitt genauer auf die Titelköpfe mehrerer Minderheitenzeitungen eingegangen wird. Dies sind die „Ratiborer Mitteilungen“ bzw. die „VDH-Mitteilungen“, das „Grünberger Monatsblatt“ sowie das „Informations- und Kulturbulletin“ bzw. die „Oberschlesische Stimme“. Aspekte der Betrachtung sind dabei die Bedeutung und Funktion graphischer Elemente, wie Symbole, Linien, Wappen und Abbildungen, und der Typographie, d.h. Schriftarten, -farben und -größen usw. Untersuchungen zur Sprache im weitesten Sinne finden nur in Bezug auf den Titelkopf statt (und nicht etwa zu inhaltlichen Beiträgen der Zeitungen) und betrachten zum Beispiel auffällige typographische Besonderheiten wie Abweichungen in der Groß- bzw. Kleinschreibung und die dadurch beeinflusste Lesbarkeit.
Das Fazit (überschrieben als Abschnitt vier, obwohl es keinen Abschnitt drei gibt) stellt eher eine kurze Zusammenfassung dar. Dem Quellenverzeichnis folgen noch eine Zusammenfassung im Stil eines Abstracts in polnischer und in englischer Sprache.

Pelka, Daniela (2013): Die „Oberschlesischen Nachrichten“ und ihre Folgezeitungen aus linguistischer Perspektive. Berlin: Trafo. (Silesia. Schlesien im europäischen Bezugsfeld. Quellen und Forschungen; 16).

Diese umfangreiche sprachwissenschaftliche Monographie widmet sich der detaillierten Untersuchung der deutschen Minderheitenpresse in Polen nach dem Zweiten Weltkrieg, am Material der einzigen Zeitung der deutschen Minderheit, die „Oberschlesische Nachrichten“, die zu verschiedenen Zeitpunkten ihrer Geschichte auch unter dem Namen „Oberschlesische Zeitung“ und „Schlesisches Wochenblatt“ erschien.
Das Buch ist unterteilt in acht Kapitel: einleitende Vorüberlegungen, Forschungsstand und Methode, gefolgt von einem (kultur-)historischen Überblick über die deutsche Minderheitenpresse von der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute. Das dritte Kapitel zeichnet die Entstehung und Entwicklung der „Oberschlesischen Nachrichten“ über die „Oberschlesische Zeitung“ bis hin zu ihrem Erscheinen als „Schlesisches Wochenblatt“ nach. Im vierten Kapitel wird die typographische Gestaltung der Zeitung mit großer Genauigkeit und in Hinblick auf Zeichen, Schrift, Bild und Wirkung untersucht; dies geschieht außerdem anhand zahlreicher Ausgaben von 1990 bis 2005, unterstützt durch farbige Abbildungen der Titelseiten. Kapitel fünf widmet sich den Überschriften der Zeitung unter Gesichtspunkten wie Semantik, Funktion und syntaktische Form. Das sechste Kapitel analysiert deutsch-polnische Sprachkontakterscheinungen in den deutschsprachigen Texten in ihren vielfältigen Erscheinungsformen, wie zum Beispiel auf „orthographischer Ebene“, als nachgebildete Lexeme, auf morphologisch-syntaktischer Ebene etc. Die Schlussbetrachtungen und ein kurzer Ausblick schließen die Betrachtung ab.
Während Kapitel zwei und drei historische, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen zusammenfassen und analysieren, zielen die Kapitel vier bis sechs auf eine tiefgehende und sowohl umfassende als auch detailreiche sprachwissenschaftliche Untersuchung der „Oberschlesischen Zeitung“ und ihrer Folgezeitungen ab. Die der Theorie folgende kritische Auseinandersetzung mit beispielsweise der Typographie und ihrer Bedeutung wird begleitet von einer Vielzahl von Belegstellen vorgenommen. In diesem Sinne bietet auch das sechste Kapitel zum Thema deutsch-polnischer Sprachkontaktphänomene eine vielgestaltige sprachwissenschaftliche Analyse. An Hand zahlreicher Belegstellen werden hier Salienzen an verschiedenen sprachlichen Kategorien analysiert.

Pelka, Daniela (2013): Zum Zusammenspiel von Schrift und Farbe. In: Jelitto-Piechulik, Gabriela/ Księżyk, Felicja (Hrsg.): Germanistische Werkstatt 5. Gegenwärtige Forschungsrichtungen in den sprach-, literatur- und kulturwissenschaftlichen Diskursen von Nachwuchswissenschaftlern. Opole: Universitätsverlag. (Prace Germanistyczne; 5). S. 107-120.

Dieser Aufsatz untersucht das „Zusammenspiel von Schrift und Farbe“ in Druckerzeugnissen allgemein an Hand verschiedener gestalterischer Aspekte. 
Der Text ist in drei Abschnitte untergliedert: die thematische Einführung, den Hauptteil „Farbe und Schrift“ und kurze „Abschließende Bemerkungen“. In der Einleitung wird zunächst auf Merkmale der gesprochenen Sprache eingegangen, die in geschriebener Sprache nicht vorhanden sind, wie etwa der Wortakzent. Dem gegenübergestellt werden besondere Ausdrucksmöglichkeiten „geschriebener Sprache“ und „geschriebener Texte“: bildliche Gestaltung, Schriftarten, -typen und -größen, Farben, räumliche Verteilung etc. Dem Aspekt Farbe wird im folgenden Hauptteil größere Aufmerksamkeit gewidmet. Dabei wird vor allem untersucht, „welchen Einfluss sie auf die Rezeption des Geschriebenen haben und ob ihnen gegebenenfalls bestimmte Funktionen zugeschrieben werden können.“ (S. 111.) Zu solchen im Folgenden näher beschriebenen Funktionen, die außerdem in Bezug auf das jeweilige Medium oder Druckerzeugnis variieren, gehören u. a. Dekoration, Ausdruck von Stimmungen, Erzeugung von Aufmerksamkeit, Einprägsamkeit etc. Zum Beispiel kann Merkfähigkeit in didaktischen Werken durch farbliche Hervorhebung von Merksätzen, Zitaten und Tabellen erzeugt werden (vgl. Seite 115). Gleich mehrere Funktionen betreffen den Einsatz von Farbe in der Werbung; die „Verbindung mit Schrift erfüllt hier identitätsstiftende und zugleich marketingorientierte Funktion.“ (S. 118, Hervorhebungen im Original.)
Die Ausführungen werden unterstützt durch zahlreiche Beispiele in Form von Abbildungen von mittelalterlichen Handschriften, Zeitungstitelseiten, Buchcovern, Firmenlogos und Straßenschildern, die alle innerhalb des Textes kommentiert werden. 
Als abschließende Bemerkung wird festgestellt, dass statt bloßer Dekoration „die Einführung von farblichen Elementen dem Verschriftlichten eine neue Dimension verleihen [kann]“ (vgl. Seite 120). Aus den Ausführungen geht hervor, dass die Berücksichtigung des Einsatzes von Schrift und Farbe die Analyse von Texten in vielerlei Hinsicht ergänzen kann. 

Pelka, Daniela (2017): Fehler in der deutschen Minderheitenpresse am Beispiel von Antidotum. In: Janíková, Věra/Nálepová, Jana (Hrsg.): Zentrum und Peripherie aus fremdsprachendidaktischer Sicht. Opava: Universitätsverlag. S. 109-125.

Dieser Aufsatz bietet eine sprachwissenschaftliche Betrachtung von Fehlern und Salienzen in der deutschen Minderheitenpresse am Beispiel der Jugendzeitschrift „Antidotum“ in Polen, deren Texte vor allem von zweisprachigen Jugendlichen (meist ist dabei Deutsch Zweit- oder gar Fremdsprache neben der polnischen Erstsprache) verfasst werden.
Der Aufsatz ist untergliedert in einen einleitenden allgemeinen Überblick zur Zeitschrift „Antidotum“. Hier wird unter anderem die Zusammensetzung der jugendlichen Leserschaft erläutert. Diese setzt sich hauptsächlich aus Mitgliedern des „Bundes der Jugend der Deutschen Minderheit“ (BJDM) zusammen. Deutsch ist dabei „für die wenigsten von ihnen Erstsprache im engeren Sinne: Für die meisten ist es eine Zweit- bzw. sogar lediglich eine Fremdsprache, die sie neben dem Polnischen beherrschen.“ (Seite 110.) Außerdem erfährt man, dass die Zeitschrift zweisprachig – mit Texten jeweils entweder in deutscher oder polnischer Sprache – erscheint, wobei das Verhältnis von Ausgabe zu Ausgabe variiert. 
Der zweite Abschnitt betrachtet die Beschaffenheit von Fehlern innerhalb der Texte der Zeitschrift, die auf inhaltlicher, textsortenspezifischer oder sprachlicher Ebene der Texte vorkommen. Dabei werden zahlreiche Beispiele in Form von Zitaten aus Artikeln unter anderem für inhaltliche Fehler in den dargestellten Informationen, das Fehlen von erwarteten Informationen, textsortenspezifische Fehler und „rein sprachliche Fehler, verstanden als ‚Abweichung von der jeweils zugrundeliegenden Norm‘“ (Seite 112) präsentiert und kommentiert. Das untersuchte Material entstammt einem Korpus von vier Ausgaben des Magazins aus dem Jahr 2015. 
Der dritte Abschnitt widmet sich schließlich der sprachwissenschaftlichen Untersuchung sprachlicher Fehler als Normabweichung in den deutschsprachigen Texten detailliert an Hand einer Vielzahl weiterer Beispiele. Ziel ist dabei auch die Beantwortung der Frage, „ob die Ursache für [Normabweichungen] allein in dem verbalen Repertoire der Textautoren – genauer: in der von ihnen beherrschten polnischen Sprache – liegt oder sich dafür auch andere Gründe erkennen lassen und ob sie selbst tatsächlich immer als Fehler zu betrachten sind.“ (Seite 113). Die festgestellten Fehler werden folgenden Gruppen zugeordnet: typographische, orthographische, grammatische (morphologisch-syntaktische), lexikalisch-semantische und phraseologisch-stilistische Abweichungen von der Norm (vgl. Seite 113.) Für jede dieser Gruppen werden im Anschluss zahlreiche Beispiele zitiert und analysiert. Zur Beantwortung der zuvor gestellten Frage finden sich abschließende Bemerkungen, die z. B. im Falle direkter Transferenzen aus dem polnischen im Untersuchungsmaterial von „kontaktbedingten Sprachphänomenen“ ausgehen und deshalb von „Differenzen“ statt von „Defiziten“ sprechen. 
Den vierten und letzten Abschnitt bildet ein ausführliches Fazit, das die Ergebnisse noch einmal zusammenfasst; dazu gehört neben Gründen für Normabweichungen im untersuchten Material – wie etwa Unkenntnis korrekter standardsprachlicher Formen – auch ihre Bewertung als verständliche Vorkommnisse in der Textproduktion zweisprachiger Jugendlicher. 

Ritter, Alexander (1985): Die Problematik der Medien bei den deutschsprachigen Minderheiten. Anmerkungen zur Situation in der UdSSR und in Frankreich (Elsass). In: Germanistische Mitteilungen 22. S. 3-21.

Der Aufsatz setzt sich mit der Medienproblematik der deutschsprachigen Minderheiten, exemplarisch mit der Situation in der damaligen Sowjetunion und im Elsass, auseinander. Unterglieder ist der Aufsatz in vier Abschnitte: an „Vorbemerkungen zur Orientierung“ schließt eine Betrachtung „Zur Medienproblematik bei den Sowjetdeutschen heute“ an, entsprechend gefolgt von dem Abschnitt „Zur Medienproblematik bei den deutschsprachigen Elsässern“ und abschließenden Hinweisen.
Die länger ausgeführten Vorbemerkungen liefern einen allgemeinen Kontext zur Medienproblematik deutschsprachiger Minderheiten sowie zur Problematik ihrer oftmals eher quantitativen Betrachtung. Der zweite Abschnitt „Zur Medienproblematik der Sowjetdeutschen heute“ widmet sich ausführlich kulturpolitischen Entwicklungen u.a. im Verlags- und Pressewesen und in der Buchproduktion; der dritte Abschnitt verfährt ähnlich in Bezug auf die „Medienproblematik bei den deutschsprachigen Elsässern“.
Die erwähnten Zeitungen, wie z.B. „Freundschaft“ und „Neues Leben“ (beide Sowjetuniton) sowie „Budderflade“ und „Land un Sproch“ (beide Elsass), werden lediglich an Hand von Fakten und Daten wie Format und Seitenzahl, Rubriken, Kaufpreis und Auflagenhöhe vorgestellt. Die Betrachtung folgt dabei vor allem historisch-gesellschaftlichen bzw. kulturpolitischen Fragestellungen. Bemerkungen zur Sprache beziehen sich ebenfalls vor allem auf kultur- und sprachpolitische Entwicklungen die den Deutschunterricht an Schulen betreffen oder wie der „25%-Pflichtanteil des Französischen an jeder zweisprachigen Veröffentlichung“. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Material der Minderheitenmedien selbst findet nicht statt.

Rózsa, Maria (2010): Die deutschsprachige Presse in Ungarn im Überblick. Eine Skizze. In: Rózsa, Maria (Hrsg.): Studien zur deutschsprachigen Presse in Mittel- und Ostmitteleuropa: Beiträge zum deutsch-österreich-ungarischen Kulturtransfer, zur 1848er Revolutionspresse in Ungarn und Österreich, zum Ungarnbild in der deutschen Presse sowie zum Pressewesen in Wien, Buda, Pest, Preßburg, Temeswar, Hermannstadt und Kronstadt. (Presse und Geschichte – Neue Beiträge Band 52). Bremen: Edition Lumière. S. 7-32.

Dieser Aufsatz bietet anders als der Titel erwarten ließe eine rein pressehistorische Betrachtung der deutschsprachigen Presse in Ungarn von ihren Anfängen im 18. Jahrhundert bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
Der Text beginnt mit der Beschreibung der Situation am Anfang des 18. Jahrhunderts, als „nach der 150jährigen Türkenherrschaft […] kein Bürgertum [existierte], das als Träger und als Lesepublikum für das Zustandekommen eines Zeitungswesens in Frage […]“ kam. Anschließend werden in chronologischer Vorgehensweise die ersten Periodika, der „Mercurius Hungaricus“ und die „Nova Posoniensia“, genannt, die allerdings noch in lateinischer Sprache abgefasst waren. Die erste deutschsprachige Zeitung „Wochentlich zweymal neu ankommender Mercurius“ erschien von 1730 bis 1738 und „ahmte Form und Inhalt des Wienerischen Diariums nach; viele Nachrichten wurden einfach übernommen.“ Erst später, „[i]n der zweiten Hälfte der Regierungszeit Maria Theresias“ kam es zu einem Aufschwung des geistigen Lebens und damit auch der Presse. So erschien ab 1764 die „Preßburger Zeitung“, die als „langlebigste Zeitung in Ungarn“ bis 1929 existierte. Die ersten moralischen Wochenschriften wurden als Beiblätter der „Preßburger Zeitung“ von Karl-Gottlieb Windisch herausgegeben, darunter „Der Freund der Tugend“ von 1767 bis 1769 und „Der vernünftige Zeitvertreiber“ im Jahr 1770. Später, zwischen 1781 und 1793, erschienen auch von Windisch edierte und von der „Preßburger Zeitung“ unabhängige Zeitschriften wie das „Ungarische Magazin“ und das „Neue Ungarische Magazin“.
In dieser Art gehen die weiteren Ausführungen detailreich auf die deutschsprachige Pressegeschichte und ihren gesellschaftlichen und kulturellen Kontext in Ungarn ein. So ging zum Beispiel „[d]em Verfall der deutschsprachigen periodischen Presse nach 1848/49 […] in der ersten Hälfte des Jahrhunderts eine Blütezeit voraus.“ Zu dieser Zeit brachte das Erstarken von „nationalen Forderungen der ungarischen Kräfte […] das ungarländische Deutschtum an einen Scheidewerg“ zwischen Assimilation oder Anschluss an die nationalen Bestrebungen. Im Revolutionsjahr 1848 wurden „zahlreiche, aber kurzlebige Periodika“ gegründet, wie zum Beispiel „Der wahre Ungar“, „Der Patriot“ oder „Das junge Ungarn“, von denen teilweise heute nur noch der Titel bekannt ist. Ab 1854 erschien der „Pester Lloyd“ als Publikationsorgan der kaufmännischen Pester-Lloyd-Gesellschaft, der neben Handelsnachrichten auch Berichte über Politik und Kultur enthält. Für die Zeit nach 1867, dem Jahr des Ausgleichs zwischen Österreich und Ungarn, wird eine zunehmende „Assimilation des Deutschtums“ und damit verbunden einer sinkenden Leserzahl der deutschsprachigen Blätter festgestellt. Die deutschsprachige Presse wird hier in drei Gruppen eingeteilt: (a) politische Presseorgane von überregionaler Bedeutung und lokale Provinzblätter, (b) wissenschaftliche Zeitungen und (c) Fachorgane einzelner Berufsgruppen. In der ersten Gruppe werden der „Pester Lloyd“ zu den überregionalen und u.a. die „Oedenburger Zeitung“, die „Preßburger Zeitung“ und die „Temesvarer Zeitung“ zu den lokalen Blättern gezählt. In der zweiten Gruppe erschienen wissenschaftlichen Zeitschriften zu „einzelnen Wissensgebieten, die Ungarns internationale Beziehungen pflegten und bestrebt waren, die sprachliche Isolation der ungarischen Wissenschaft zu beenden“. Hierzu gehört z.B. das 1877 gegründete Periodikum „Literarische Berichte aus Ungarn“ oder ab 1912 die „Ungarische Rundschau“. Die dritte Gruppe beinhaltet deutsch- bzw. zweisprachige Fachorgane wie der „Allgemeine Technische Anzeiger für Ungarn“ von 1897 bis 1906 oder die „Ungarische Bergwerkzeitung – Magyar Bánya-Újság“ von 1912 bis 1918, die sich an eine größtenteils aus deutschen Einwanderern bestehende „Elite der Facharbeiter“ richteten. Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und auch die folgenden wirtschaftlich schlechten Jahre führten zu einer Schrumpfung der deutschsprachigen Presse. Trotz allem bestanden z.B. die „Oedenburger Zeitung“ und der „Pester Lloyd“ fort. Letztere wurde schließlich im April 1945 eingestellt.
In dieser Betrachtung werden die Zeit der Jahrhundertwende sowie die Jahre zwischen den beiden Weltkriegen auch vom Umfang her weniger ausführlich beschrieben als die vorangegangenen Epochen, der Fokus des Beitrags liegt somit auf der Anfangs- und der Hochzeit, d.h. der zweiten Hälfte des 18. bzw. der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der deutschsprachigen Presse in Ungarn. Die Ausführungen werden begleitet von mehreren seitenfüllenden Abbildungen von Titelblättern sowie einer kleineren Abbildung der Kopfleiste der „Preßburger Zeitung“ von 1878. Der Inhalt der vorgestellten Presseerzeugnisse wird allerdings nicht exemplifiziert und eine Untersuchung der Sprache in den Zeitungen und Zeitschriften findet nicht statt.

Schuth, Johann (2010): Mehr als 50 Jahre im Dienste der Ungarndeutschen – Die Neue Zeitung. In: Tichy, Ellen (Hrsg.): Minderheiten und Medien. Die Repräsentanz der ungarndeutschen Minderheit in den Medien. Hamburg: Verlag Dr. Kovač. (Schriften zur Medienwissenschaft; 26). S. 82-93.

Dieser Aufsatz widmet sich mit einem historisch-gesellschaftlichen Fokus unter anderem der Zeitung „Neue Zeitung“ (NZ) in Ungarn. Der Aufsatz ist dabei nicht in Abschnitte unterteilt. Stattdessen finden sich sehr umfangreiche Zitate (z.B. von über einer Seite und bis zu zwei Seiten) der Leitartikel „Dem Leser zum Gruß“ der Zeitung „Freies Leben“ sowie „Zum Wiedersehen der deutschen Zeitung“ der NZ. Die Einordnung dieser und weiterer umfassender Zitate fällt dagegen eher kurz aus. In den anschließenden längeren Ausführungen wird die historische Entwicklung der Zeitung und u.a. ihre Verbindung zur ungarndeutschen Literatur- und Kunstlandschaft oder zur wissenschaftlichen Erforschung von Volkskunde und Mundarten beschrieben. Hinweise zu sprachlichen Besonderheiten anderer lokaler Minderheitenmedien, wie sie nach der Wende vielfältig entstanden, lauten zum Beispiel: „Die Sprache war sehr oft holprig, die Redakteure waren Laien, die aus Begeisterung tätig waren.“ Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Inhalt der Zeitung(en) findet jedoch nicht statt.

Sikora, Jan (2013): Sprechhandlungen im publizistischen Material der ‚Danziger Neuesten Nachrichten‘. Frankfurt am Main: Peter Lang Verlag. (Danziger Beiträge zur Germanistik; 42).

Diese sprachwissenschaftliche Monographie konzentriert sich auf die detaillierte Untersuchung von „Sprechhandlungen im publizistischen Material der ‚Danziger Neuesten Nachrichten‘“.

Das Werk ist unterteilt in fünf Kapitel. Beginnend mit dem Forschungsstand wird zunächst der pragmatische und textlinguistische Ansatz beleuchtet und auf „semantische Aspekte der Pressesprache“ mit Unterkapiteln beispielsweise „zum Verhältnis zwischen der denotativen und konnotativen Bedeutung“ oder über „sprachliche Mittel beim Aufbau der Stereotype“ eingegangen. Im Anschluss wird ein kurzer Überblick „zur historischen Darstellung Danzigs in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts“ gegeben. Den Hauptteil bildet die folgende umfassende Analyse der „Sprechakttypen in der sprachlichen Veranschaulichung gewählter Gegebenheiten und Fakten der 1920er und 30er Jahre“. Hier wird in Unterkapiteln auf verschiedene Arten der sprachlichen Darstellung in der Zeitung „Danziger Neuesten Nachrichten“ (oft abgekürzt als DNN) eingegangen, nämlich die „Sprachliche Darstellung der Ausländer“, die sprachliche Darstellung von Organisationen und der Beziehung Polens zu Danzig und Deutschland. Das fünfte Kapitel gibt einen kurzen Überblick über die „Struktur der sprachlichen Mittel bei dominanten Sprechhandlungen im untersuchten Pressematerial“. Diesem folgt eine abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse. Sikora stellt fest: „Aus den in Tausende gehenden Exzerpten erschloss sich ein Bild über die Struktur einer Zeitung, die in Danzig durch Auflagengröße und Erscheinungsdauer einen meinungsprägenden Charakter in der Danziger Öffentlichkeit trug.“ (Seite 243.) Besonderes Forschungsinteresse galt der Darstellung des Verhältnisses „der verschiedenen Völker und Sprachgemeinschaften nach dem I. Weltkriege zueinander“. Die in der Untersuchung zuvor eingehend beschriebenen Darstellungen - vor allem mittels Sprechhandlungen - der europäischen Völker innerhalb der DNN wird hier noch einmal kurz subsummiert.

Die Ausführungen werden begleitet von schwarz-weißen Abbildungen in Form von Tabellen und Grafiken (z.B. zu den Arten von Textsorten in Zeitungen, Seite 34), Abdrucken von zahlreichen Artikelüberschriften über den jeweiligen Artikeln, die teilweise im Original abgedruckt oder (für bessere Lesbarkeit) teilweise im Originalfont der Fraktur abgeschrieben wurden sowie in der Zeitung erschienenen Fotografien und Grafiken. Innerhalb des Textes werden Zitate in Objektsprache kursiv gesetzt wiedergegeben, häufig aber auch in Fraktur direkt in den Text eingebunden.

Sittig, Hendrik (2005): Deutschsprachige Zeitungen in Russland – ein Überblick zur Geschichte und Gegenwart. In: Riecke, Jörg/Schuster, Britt-Marie [unter Mitarbeit von Natallia Savitskaya] (Hrsg.): Deutschsprachige Zeitungen in Mittel- und Osteuropa. Sprachliche Gestalt, historische Einbettung und kulturelle Traditionen. Berlin: Weidler Buchverlag. (Germanistische Arbeiten zur Sprachgeschichte; 3). S. 491-499.

Der Aufsatz gibt einen kurzen historischen Überblick über die Entwicklung deutschsprachiger Zeitungen in Russland von ihrer Entstehung mit der Gründung der ersten Zeitung im Jahr 1727 zur Zeit des Zarenreiches über die beiden großen Zäsuren durch die Weltkriege bis hin zur aktuellen Situation.
Untergliedert wird der Aufsatz nach historischen Eckpfeilern im Abschnitte zur „Geschichte“, zu „Zeitungen im russischen Zarenreich“, „Zeitungen nach der Oktoberrevolution“, „Zeitungen nach dem Zweiten Weltkrieg“ und zur „Gegenwart“. Im als eine Art Einleitung dienenden, ersten Abschnitt „Geschichte“ beschreibt Sittig, die Zeit zwischen den Weltkriegen als eine „mit einem gewaltigen gesellschaftlichen Umbruch und einem völligen Charakter-Wandel der Zeitungen“. Der entsprechende Abschnitt „Zeitungen nach der Oktoberrevolution“ fasst die Entwicklungen kurz zusammen. Der Abschnitt „Gegenwart“ wirft einen Blick auf die aktuelle Situation der Zeitungen, die durch ein Schwinden der Leserschaft und – mit Ausnahme von nur vier vollständig deutschsprachigen Zeitungen – ein Übergewicht der Anteile der Zeitungen auf Russisch gekennzeichnet ist. Laut Sittig setzen deshalb manche Zeitungen auf Deutschlehrer und -studenten als neue Zielgruppe und bieten spezielle Rubriken für den Unterricht, wobei der Sprachaspekt, aber auch Geschichte und Landeskunde der deutschsprachigen Länder eine Rolle spielen. Dabei bemerkt Sittig etwas vage: „Bei einer stärkeren Orientierung auf diese Lesergruppe ist jedoch dringend eine bessere Sprachqualität nötig.“ Darüber hinaus gibt es jedoch keine genaueren Untersuchungen der sprachlichen Aspekte im Besonderen.
Der Aufsatz beinhaltet vier Abbildungen von Zeitungsköpfen (der „St. Petersburgischen Zeitung“, der „Odessaer Zeitung“ und „Neues Leben“) sowie des in den „Nachrichten“ am 30. August 1941 abgedruckten „Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der Union der SSR. Über die Übersiedlung der Deutschen, die in den Wolgarayons wohnen“.
Bis auf die Kenntlichmachung der enthaltenen Zitate und die Erklärung einer Abkürzung in den Fußnoten, gibt es keine Belege der Aussagen und Daten; es ist also nicht eindeutig zu erkennen, welchen qualitativen und quantitativen Anteil des Aufsatzes die im Literaturverzeichnis angegeben Quellen ausmachen.

Tichy, Ellen (2010): Die Bedeutung der Minderheitenmedien für junge Ungarndeutsche – Ergebnisse einer Befragung. In: Tichy, Ellen (Hrsg.): Minderheiten und Medien. Die Repräsentanz der ungarndeutschen Minderheit in den Medien. Hamburg: Verlag Dr. Kovač. (Schriften zur Medienwissenschaft; 26). S. 191-205.

Dieser Aufsatz analysiert die Nutzung von Minderheitenmedien durch junge Ungarndeutsche und zieht Schlüsse zu ihrer Bedeutung. Die analysierten Daten entstammen einer eigens durchgeführten Umfrage mittels Fragebogen unter 30 Ungarndeutschen im Alter von 19 bis 29 Jahren.
Der Text ist in mehrere Abschnitte untergliedert: einer Einleitung mit Erläuterungen zum Untersuchungsgegenstand und einer Auflistung der Inhalte des Fragebogens folgt ein kurzer Abschnitt zu den demographischen Daten Alter und Nationalität. Der folgende Abschnitt gibt die allgemeine Nutzung der Medien wieder; dabei wurde unterschieden in Fernsehen, Radio, Zeitung und Internet sowie in tägliche bis gar keine Nutzung. Der darauffolgende Abschnitt bezieht sich noch einmal auf die Mediennutzung speziell in deutscher Sprache. Anschließend werden die Umfrageergebnisse hinsichtlich der Nutzung ungarndeutscher Minderheitenmedien wiedergegeben, darunter z.B. die „Neue Zeitung“, die Fernsehsendung „Unser Bildschirm“, das deutschsprachige Radioprogramm im Sender MR4 oder Ungarndeutsche Internetportale. Die beiden folgenden Abschnitte gehen näher auf die Nutzung einzelner Zeitungen sowie „Internetnetzwerke und Portale“ ein. Schließlich unternimmt der Abschnitt „Minderheitenmedien und die Tradierung ungarndeutscher Identität“ die Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich ihrer Bedeutung für eine „ungarndeutsche Identität“. Dabei werden auch einige längere Antworten der Probanden zitiert. Den Abschluss bilden „Ideen und Vorschläge“ und ein kurzes Fazit.
Die Ausführungen werden begleitet von mehreren Tabellen und Balkendiagrammen zur Veranschaulichung der Daten. Teilweise sind diese Daten jedoch nur den Grafiken zu entnehmen und werden im Text oftmals nicht wiedergegeben oder nicht näher analysiert. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Material der Minderheitenmedien findet jedoch nicht statt.

Tichy, Ellen (2012): Medien der autochtonen Minderheiten in Ungarn und Deutschland. Ein Vergleich auf der Basis der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen. In: Szendi, Zoltán (Hrsg.): Wechselwirkungen II: Deutschsprachige Literatur und Kultur im regionalen und internationalen Kontext. Beiträge der internationalen Konferenz des Germanistischen Instituts der Universität Pécs vom 9. bis 11. September 2010. Wien: Praesens Verlag. (Pécser Studien zur Germanistik; 6). S. 355-373.

Der Aufsatz befasst sich vornehmlich mit der Frage nach der Medienpräsenz von Minderheiten in Ungarn und Deutschland auf Basis der Europäischen Charta. Dabei ist die Beschreibung der aktuellen Situation von Minderheiten in Ungarn, ihrer Anzahl und ihres rechtlichen Status, sehr detailliert. Bei der überblickshaften Betrachtung einiger Minderheitenmedien in Ungarn findet auch die „Neue Zeitung“ und ihr Ziel der „Pflege von Sprache und Kultur der Ungarndeutschen“ Erwähnung.
In einzelnen kurzen Abschnitten wird auf Minderheiten in Deutschland wie die dänische, die sorbische und die friesische Minderheit sowie die der Roma und Sinti eingegangen. Im Falle der beiden letzteren wird nur sehr knapp auf sprachliche Aspekte Bezug genommen; eine tiefergehende Untersuchung zur Sprache der Minderheiten oder der Sprache der jeweiligen Minderheitenmedien findet jedoch nicht statt. Sämtliche Ausführungen zur Sprache betreffen eher ihre Situation, zum Beispiel was ihre Einordnung als Minderheitensprache ausmacht, den rechtlichen Status gegenüber der Amtssprache oder ähnliches. Den einzelnen Abschnitten zu den Minderheiten in Deutschland folgen danach kurze Abschnitte zu deren Minderheitenmedien, in denen die einzelnen Angebote in Print, Rundfunk und Fernsehen beschrieben werden.

Urbán, Péter (2012): Bratislavaer Deutsche oder deutschsprachige Bratislavaer? Theoretische Erwägungen zur Frage der kollektiven Identifikation der deutschsprachigen Einwohner Bratislavas nach 1918. In: Gáborová, Margita (Hrsg.): Na zlome času. Im Wandel der Zeit. Modernistické (antimodernistické) tendencie v multikultúrnej Bratislave v medzivojnovom období. Bratislava: Universzita Komenského. S. 86-109.

Dieser Aufsatz examiniert die Eignung dreier theoretischer Konzepte für die Untersuchung der kollektiven Identifikation der deutschsprachigen Einwohner Bratislavas nach 1918 anhand der zeitgenössischen Presse. Dies sind laut der einleitenden Worte des Beitrags (1) die Methoden der Kulturtransferforschung, (2) die „Auffassung von den Phänomenen Nation, Rasse und Ethnizität“ nach Roger Brubaker und (3) „die Frage, warum die historische Presse als Quelle für die vorgenommene Forschung geeignet ist“.
Der erste Abschnitt bietet einen kurzen Überblick über „Die historische Bedeutung des Jahres 1918“ mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie. Daneben werden die Forschungsfragen genannt, denen in den folgenden Abschnitten nachgegangen werden soll, wie z.B. die Frage, was der politische Wechsel für die deutschsprachige Bevölkerung der multiethnischen Stadt Pressburg/Bratislava bedeutete.
Der folgende Abschnitt unter der Überschrift „Der Beginn der Nationalbewegungen“ liefert eine kurze Erläuterung der Beziehung der deutschsprachigen Bevölkerung zum Königreich Ungarn gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die von „einer starken, bewussten und freiwilligen Hingabe und Loyalität gekennzeichnet [war]“ sowie ihres „von Gelehrten und Intellektuellen geprägten und getragenen kollektiven Selbstbildes“. Als fünf entscheidende Faktoren der kollektiven Selbstidentifikation nach Jozef Tancer und Elena Mannová werden genannt: (1) „Die konfessionelle Zugehörigkeit zum dem auf den Prinzipien der deutschen Aufklärung und des deutschen Pietismus basierenden Protestantismus“, (2) „intensive wissenschaftliche, wirtschaftliche, private und akademische Kontakte mit dem deutschsprachigen Raum“, (3) „die Zugehörigkeit zum Königreich Ungarn“, (4) „weitgehende Integration in das ungarische politische, gesellschaftliche und Kulturmilieu in Form von Lokalpatriotismus und Multilingualismus“, (5) „hoher Identifitierungsgrad [sic] mit den staatsrechtlichen und bürgerlichen Prinzipien und Abneigung gegen die ethno-nationalistische Profilierung.“
Im Anschluss daran zeichnet der dritte Abschnitt unter der Überschrift „Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts“ die historischen und sozio-kulturellen Entwicklungen im Laufe des 19. Jh. nach, die schließlich mit dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie, der Trennung ihrer Heimatstadt von Ungarn und der Eingliederung in die Tschechoslowakei „[…] für die deutschsprachigen Pressburger vielmehr den Verlust eines grundlegenden Faktors ihres kollektiven Selbstbildes und Bewusstseins [bedeutete].“
Der umfangreichere und detailreiche vierte Abschnitt stellt die Frage „Deutsche oder deutschsprachige Einwohner?“, so die Überschrift. Gleich zu Beginn wird erklärt, dass der Terminus „Deutsche“ ungeeignet und die Bezeichnung „deutschsprachige Einwohner“ besser geeignet ist. Als Gründe werden unter anderem angeführt, dass die Bezeichnung „Deutsche“ eine „privilegierte und konstitutive Verbundenheit mit Deutschland unterstellt“, dass sie außerdem zur Zeit der Entstehung der modernen Nationen im 19. Jh., als eine „ethnische Identifikation die Schlüsselrolle beim kollektiven Selbstbild der Völkergruppen übernahm“, sie „längst etablierter Bestandteil der ungarischen Gesellschaft“ waren und dass sie sich selbst bezeichnen als „‚Deutschungarn‘, also auf Deutsch redende Ungarn und nicht als ‚Ungarndeutsche‘, in Ungarn lebende Deutsche“. Darüber hinaus werden methodologische Gründe angeführt wie z.B. der, dass die Bezeichnung der deutsch-, ungarisch- und slowakischsprachigen Bevölkerung als Deutsche, Ungarn und Slowaken den Eindruck erwecken kann, „als ob es um feste, abgegrenzte, nebeneinander lebende Gruppen ginge, die ihre eigenen charakteristischen Merkmale und die Grenzen ihres ‚Wesens‘ längst definiert hätten“. In diesem Zusammenhang wird hervorgehoben, dass „Selbstbestimmung und Selbstidentifizierung […] nie ein einmaliger Akt [sind], der linear zu einem Ziel hin verläuft, sondern sie sind ein steter, dynamischer, elastischer und vor allem ein unabschließbarer Prozess, der permanent stattfindet.“ Dementsprechend wird auch die deutschsprachige Bevölkerung als „eine flexible und variable Gruppe“ verstanden.
Es folgt der fünfte Abschnitt unter der Überschrift „Der kulturelle Austausch im Fokus“. Hier finden sich detaillierte Erläuterungen zur Kulturtransferforschung, bei der es um „die Ermittlung und Rekonstruktion interkultureller Austauschprozesse zwischen zwei oder mehreren Kulturen“ handelt, und die auf den avisierten Gegenstand angewendet werden soll. Der Fokus liegt dabei auf drei Schwerpunkten, die nach Hans-Jürgen Lüsebrink zitiert werden: (1) „Selektion der Artefakte (wie Texte, Diskurse, Medien, Praktiken), die zwischen den kulturellen Systemen übertragen und vermittelt werden“, (2) „Vermittlungsinstanzen, durch die diese Übertragung erfolgte“ und (3) „Aneignung und Rezeption der transportierten Kulturgüter“. Besondere Interesse gilt dabei dem Transformationsprozess und somit der Frage, „wie sich im Verlauf des Transports infolge der Adaption die vermittelten Kulturgüter umwandeln und umgekehrt: Auf welche Art und Weise die akkulturierten Artefakte die Zielkultur verändern“.
Der sechste Abschnitt widmet sich der Beantwortung der in der Überschrift gestellten Frage „Warum die Presse?“, die eingangs noch präzisiert wird, nämlich „inwiefern die historische Presse als Quelle für die dargestellte Forschung geeignet ist“ und „[w]arum […] sich eine wissenschaftliche Analyse der deutschsprachigen Bevölkerung im Bratislava der Zwischenkriegszeit anhand der zeitgenössischen Presse durchführen [lässt]“. So war die Presse in den Nachkriegsjahren nicht nur das dominanteste, sondern teilweise auch das einzige öffentliche Kommunikationsmittel und die verbreitetsten Pressegattungen Zeitungen und Zeitschriften die führenden Medien der Massenkommunikation. Zu beachten ist jedoch, dass „die medial vermittelte Realität bereits eine (re)konstruierte Wirklichkeit ist und die Arbeit mit der historischen Presse einer wachsamen Quellenkritik bedarf.“ Daneben ist die Presse als einer der wichtigsten Vermittlungswege im Prozess des kulturellen Transfers anzusehen.
Im Anschluss daran bietet der nächste Abschnitt einen kurzen historischen „Einblick in die Geschichte des deutschsprachigen Pressewesens in Bratislava bis 1918“. So waren unter den ersten vier im Königreich Ungarn herausgegebenen Zeitungen zwei deutschsprachige und die 1764 gegründete „Pressburger Zeitung“ gab bis 1929 ganze 165 Jahrgänge heraus.
Der letzte Teil des Artikels beschreibt überblickshaft „[d]ie deutschsprachige Presse Bratislavas nach 1918“. Hier gab es nach dem „Zerfall der Monarchie“ kaum Einbußen; stattdessen kam es zu zahlreichen Neugründungen von deutschsprachigen Zeitungen wie z.B. die „Pressburger Zeitung“, die „Pressburger Presse“, das „Pressburger Tagblatt“, der „Westungarische Grenzbote“ und die „Westungarische Volksstimme“ sowie die deutschsprachige Zeitschrift „Donau Post“. Manche der zahlreichen Neugründungen erwiesen sich jedoch nicht als sehr langlebig und wurden nach einigen wenigen Jahren oder nach nur wenigen Ausgaben wieder eingestellt.
Das abschließende Fazit fasst noch einmal die Kernpunkte des Aufsatzes zusammen: So bedeutete die Absonderung von dem als Heimat empfundenen Ungarn einen Verlust für das kollektive Selbstbild der deutschsprachigen Bevölkerung Bratislavas und den Beginn der „Suche nach neuen Bezugspunkten des Selbstbildes und der Selbstidentifikation“ nach 1918. Erneut wird auch die Eignung der drei verschiedenen theoretischen Konzepte für die Untersuchung des Selbstbildes der deutschsprachigen Einwohner nach unterschiedlichen Gesichtspunkten sowie die sich für weitere Forschungen anbietende Prüfung der Tauglichkeit der historischen Presse als Quelle der Analyse betont.

Urbán, Peter (2013): Zur deutschsprachigen Presse von Bratislava (1919-1929). In: Gáborová, Margita (ed.): Na zlome času II. Im Wandel der Zeit II. Modernistické (a antimodernistické) tendencie v multikultúrnej Bratislave pred a po roku 1918. Bratislava: Univerzita Komenského v Bratislave. S. 7-27.

Dieser Aufsatz widmet sich hauptsächlich der deutschsprachigen Presseforschung in Bratislava sowie in verschiedenen weiteren Ländern Mittel- und Osteuropas. Der Text ist unter zwei verschiedenen Titeln angegeben: so wird er im Inhaltsverzeichnis des Sammelbandes als „Zur deutschsprachigen Presseforschung in Bratislava vor und nach 1918“ angekündigt, innerhalb des Bandes ist er allerdings mit „Zur deutschsprachigen Presse von Bratislava (1919-1929)“ überschrieben. Zum einen sind dabei die genannten Zeiträume nicht identisch, zum anderen macht es keinen geringen Unterschied, ob man die Presse an sich oder die Presseforschung betrachtet. Aus den einleitenden Worten geht jedoch hervor, dass hier „ein kurzer Überblick jener pressehistorischen Arbeiten stehen [soll], in denen auch die Bratislavaer/Pressburger deutschsprachige Presse angesprochen wird.“ (Seite 7.) Der Text ist dabei in mehrere vor allem historisch ausgerichtete Abschnitte untergliedert. Den ersten Abschnitt bildet eine Aufstellung von „Bibliographien“, im Anschluss daran folgen „Arbeiten über die deutschsprachige Presse in Pressburg bis 1918“, „Vor 1945“, „Zwischen 1945 und 1989“ und „Nach 1989“; gefolgt von einem gesonderten Abschnitt über „Die historische Presseforschung in der Slowakei“. Den Abschluss bildet ein Abschnitt über „Arbeiten über die deutschsprachige Presse in Bratislava nach 1918“. 
Wie in den einleitenden Worten angekündigt, werden Arbeiten, „die in irgendeiner Weise auf die deutschsprachige Presse in Bratislava Bezug nehmen“ (Seite 7), also Arbeiten, die sich der Untersuchung der Pressegeschichte und -forschung in Bratislava widmen, aufgezählt und kommentiert sowie kurz in ihren historischen und gesellschaftlichen Kontexte eingeordnet. Die Einordnung geschieht durch Ausführungen wie diese: „Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte ein langer Stillstand in der historischen Presseforschung. […] Erst in den 1970er Jahren beendete György Kókay diese Durststrecke, indem er zum ersten Male eine umfangreiche Übersicht der Anfänge des ungarischen Zeitungs- und Zeitschriftenwesens sowie eine mehrbändige Geschichte der ungarischen Presse unter Dach und Fach brachte.“ Die Betrachtung geht wie an diesem Beispiel erkennbar über die Presseforschung in Bratislava und der Slowakei hinaus und bezieht auch Werke aus anderen Ländern Mittel- und Osteuropas ein; dies geschieht besonders detailliert und umfangreich im Abschnitt „Nach 1989“. 
Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Material von Pressetexten findet jedoch nicht statt. 

Volodina, Maja (2005): Die Wiedergeburt der Moskauer Deutschen Zeitung. In: Riecke, Jörg/Schuster, Britt-Marie [unter Mitarbeit von Natallia Savitskaya] (Hrsg.): Deutschsprachige Zeitungen in Mittel- und Osteuropa. Sprachliche Gestalt, historische Einbettung und kulturelle Traditionen. Berlin: Weidler Buchverlag. (Germanistische Arbeiten zur Sprachgeschichte; 3). S. 501-505.

Dieser kurze Aufsatz widmet sich dem Umstand, dass die „Moskauer Deutsche Zeitung“ (MDZ) nach ihrer Gründung 1870 und ihrer Einstellung mit Beginn des 1. Weltkrieges schließlich im Jahr 1998 neugegründet wurde. Diese „Wiedergeburt“, wie der Titel des Aufsatzes dabei eine Selbstdarstellung der Zeitung zitiert, wird jedoch nicht eingehender untersucht. Stattdessen wird zunächst auf inhaltliche und formale Details der ursprünglichen Zeitung eingegangen und ihre Unterschiede im Vergleich zu ausländischen oder russischen Zeitungen beschrieben. Dazu gehören Rubriken wie z.B. die Veröffentlichung von deutschen Übersetzungen russischer Romane (darunter Tolstois „Krieg und Frieden“) oder Geburts- und Todesanzeigen der Mitglieder der deutschen Gemeinde.
Vergleichsweise viel Raum innerhalb des kurzen Aufsatzes nimmt das Zitat des Editorials vom 24. Januar 1870 ein, welches die Frage „Wozu bedarf Moskau eine besondere deutsche Zeitung?“ behandelt. Auf dieses umfangreiche Zitat (von beinahe einer ganzen Seite) wird jedoch nicht weiter eingegangen. Der letztendlichen Neugründung wird ebenfalls nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet; zur Beschreibung ihres Aufbaus und Inhalts dient ein Zitat des Herausgebers.
Der Aufsatz wird bebildert durch Abdruck dreier verschiedener Titelköpfe sowie eines Bildschirmfotos der 1999 gestarteten Online-Version der MDZ.
Eine Untersuchung der Sprache der Zeitung findet nicht statt.