Bei dieser Datenbank handelt es sich um eine strukturierte und kommentierte Bibliographie von Publikationen speziell zur Sprache der deutschsprachigen Minderheitenpresse in Mittel- und Osteuropa.

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Pelka, Daniela (2011): Was ein Titelkopf verraten kann. Oder: Zur Entwicklung des Titelkopfes dreier Minderheitszeitschriften. In: Studia Germanistica. Acta Facultatis Philosophicae Universitatis Ostraviensis 8. S. 29-41.

Im Fokus dieser Untersuchung steht die Entwicklung des Titelkopfes am Beispiel der deutschen Minderheitenpresse in Polen nach 1989. Der erste Abschnitt des Aufsatzes gibt dabei eine thematische Einführung, bevor im zweiten Abschnitt genauer auf die Titelköpfe mehrerer Minderheitenzeitungen eingegangen wird. Dies sind die „Ratiborer Mitteilungen“ bzw. die „VDH-Mitteilungen“, das „Grünberger Monatsblatt“ sowie das „Informations- und Kulturbulletin“ bzw. die „Oberschlesische Stimme“. Aspekte der Betrachtung sind dabei die Bedeutung und Funktion graphischer Elemente, wie Symbole, Linien, Wappen und Abbildungen, und der Typographie, d.h. Schriftarten, -farben und -größen usw. Untersuchungen zur Sprache im weitesten Sinne finden nur in Bezug auf den Titelkopf statt (und nicht etwa zu inhaltlichen Beiträgen der Zeitungen) und betrachten zum Beispiel auffällige typographische Besonderheiten wie Abweichungen in der Groß- bzw. Kleinschreibung und die dadurch beeinflusste Lesbarkeit.
Das Fazit (überschrieben als Abschnitt vier, obwohl es keinen Abschnitt drei gibt) stellt eher eine kurze Zusammenfassung dar. Dem Quellenverzeichnis folgen noch eine Zusammenfassung im Stil eines Abstracts in polnischer und in englischer Sprache.

Pelka, Daniela (2013): Die „Oberschlesischen Nachrichten“ und ihre Folgezeitungen aus linguistischer Perspektive. Berlin: Trafo. (Silesia. Schlesien im europäischen Bezugsfeld. Quellen und Forschungen; 16).

Diese umfangreiche sprachwissenschaftliche Monographie widmet sich der detaillierten Untersuchung der deutschen Minderheitenpresse in Polen nach dem Zweiten Weltkrieg, am Material der einzigen Zeitung der deutschen Minderheit, die „Oberschlesische Nachrichten“, die zu verschiedenen Zeitpunkten ihrer Geschichte auch unter dem Namen „Oberschlesische Zeitung“ und „Schlesisches Wochenblatt“ erschien.
Das Buch ist unterteilt in acht Kapitel: einleitende Vorüberlegungen, Forschungsstand und Methode, gefolgt von einem (kultur-)historischen Überblick über die deutsche Minderheitenpresse von der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute. Das dritte Kapitel zeichnet die Entstehung und Entwicklung der „Oberschlesischen Nachrichten“ über die „Oberschlesische Zeitung“ bis hin zu ihrem Erscheinen als „Schlesisches Wochenblatt“ nach. Im vierten Kapitel wird die typographische Gestaltung der Zeitung mit großer Genauigkeit und in Hinblick auf Zeichen, Schrift, Bild und Wirkung untersucht; dies geschieht außerdem anhand zahlreicher Ausgaben von 1990 bis 2005, unterstützt durch farbige Abbildungen der Titelseiten. Kapitel fünf widmet sich den Überschriften der Zeitung unter Gesichtspunkten wie Semantik, Funktion und syntaktische Form. Das sechste Kapitel analysiert deutsch-polnische Sprachkontakterscheinungen in den deutschsprachigen Texten in ihren vielfältigen Erscheinungsformen, wie zum Beispiel auf „orthographischer Ebene“, als nachgebildete Lexeme, auf morphologisch-syntaktischer Ebene etc. Die Schlussbetrachtungen und ein kurzer Ausblick schließen die Betrachtung ab.
Während Kapitel zwei und drei historische, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen zusammenfassen und analysieren, zielen die Kapitel vier bis sechs auf eine tiefgehende und sowohl umfassende als auch detailreiche sprachwissenschaftliche Untersuchung der „Oberschlesischen Zeitung“ und ihrer Folgezeitungen ab. Die der Theorie folgende kritische Auseinandersetzung mit beispielsweise der Typographie und ihrer Bedeutung wird begleitet von einer Vielzahl von Belegstellen vorgenommen. In diesem Sinne bietet auch das sechste Kapitel zum Thema deutsch-polnischer Sprachkontaktphänomene eine vielgestaltige sprachwissenschaftliche Analyse. An Hand zahlreicher Belegstellen werden hier Salienzen an verschiedenen sprachlichen Kategorien analysiert.

Tichy, Ellen (2010): Die Bedeutung der Minderheitenmedien für junge Ungarndeutsche – Ergebnisse einer Befragung. In: Tichy, Ellen (Hrsg.): Minderheiten und Medien. Die Repräsentanz der ungarndeutschen Minderheit in den Medien. Hamburg: Verlag Dr. Kovač. (Schriften zur Medienwissenschaft; 26). S. 191-205.

Dieser Aufsatz analysiert die Nutzung von Minderheitenmedien durch junge Ungarndeutsche und zieht Schlüsse zu ihrer Bedeutung. Die analysierten Daten entstammen einer eigens durchgeführten Umfrage mittels Fragebogen unter 30 Ungarndeutschen im Alter von 19 bis 29 Jahren.
Der Text ist in mehrere Abschnitte untergliedert: einer Einleitung mit Erläuterungen zum Untersuchungsgegenstand und einer Auflistung der Inhalte des Fragebogens folgt ein kurzer Abschnitt zu den demographischen Daten Alter und Nationalität. Der folgende Abschnitt gibt die allgemeine Nutzung der Medien wieder; dabei wurde unterschieden in Fernsehen, Radio, Zeitung und Internet sowie in tägliche bis gar keine Nutzung. Der darauffolgende Abschnitt bezieht sich noch einmal auf die Mediennutzung speziell in deutscher Sprache. Anschließend werden die Umfrageergebnisse hinsichtlich der Nutzung ungarndeutscher Minderheitenmedien wiedergegeben, darunter z.B. die „Neue Zeitung“, die Fernsehsendung „Unser Bildschirm“, das deutschsprachige Radioprogramm im Sender MR4 oder Ungarndeutsche Internetportale. Die beiden folgenden Abschnitte gehen näher auf die Nutzung einzelner Zeitungen sowie „Internetnetzwerke und Portale“ ein. Schließlich unternimmt der Abschnitt „Minderheitenmedien und die Tradierung ungarndeutscher Identität“ die Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich ihrer Bedeutung für eine „ungarndeutsche Identität“. Dabei werden auch einige längere Antworten der Probanden zitiert. Den Abschluss bilden „Ideen und Vorschläge“ und ein kurzes Fazit.
Die Ausführungen werden begleitet von mehreren Tabellen und Balkendiagrammen zur Veranschaulichung der Daten. Teilweise sind diese Daten jedoch nur den Grafiken zu entnehmen und werden im Text oftmals nicht wiedergegeben oder nicht näher analysiert. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Material der Minderheitenmedien findet jedoch nicht statt.