Bei dieser Datenbank handelt es sich um eine strukturierte und kommentierte Bibliographie von Publikationen speziell zur Sprache der deutschsprachigen Minderheitenpresse in Mittel- und Osteuropa.

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Adrigán, Zsuzsanna (2017): Pressewesen der deutschen Nationalität in Süd- und Ostungarn 1990-2016. In: Sándorfi, Edina/Sata, Lehel (Hrsg.): Grenzenlosigkeit, Transkulturalität und kreative Schreibweisen in der deutschsprachigen Literatur, Internationale Tagung des Germanistischen Instituts der Universität Pécs vom 21. und 23. April 2016, in: Wild, Katharina/Szendi, Zaltán: Pécser Studien zur Germanistik, Band 8. Wien: Praesens Verlag. S. 155-173.

Dieser Aufsatz widmet sich der Untersuchung des Pressewesens in Süd- und Ostungarn im Zeitraum ab 1990 bis 2016 in einer hauptsächlich gesellschaftlich-historischen Perspektive. 
Die Ausführungen sind strukturiert in eine kurze „Einführung“, gefolgt von einem Überblick über den „Forschungsstand“ und der anschließenden Erläuterung der „Zielsetzung und Methoden der Forschung“, schließlich werden die „Ergebnisse der Forschung“ präsentiert, die wiederum untergliedert sind in „Regionalzeitungen in Südungarn“, „Zeitungen des Talbodens“ und „Regionalzeitungen in Ostungarn“. Den Abschluss bildet ein „Resümee, Ausblick“.
In der Einführung wird kurz die Situation der deutschsprachigen Minderheit in Ungarn an Hand von Volkszählungsdaten nach der Wende und zu Beginn des neuen Jahrtausends in Bezug auf das Bekenntnis zur deutschen „Nationalität“ (ethnischen Identität) und zur deutschen Sprache als Muttersprache verglichen. Im Abschnitt „Forschungsstand“ wird zunächst auf die allgemein geringe Zahl an sprachwissenschaftlichen Studien zur deutschsprachigen Minderheitenpresse in Ungarn hingewiesen; anschließend wird ein Überblick über einige beachtenswerte Untersuchungen etwa zum Thema des deutschsprachigen Pressewesens oder der ungarndeutschen Identität gegeben, wie zum Beispiel eine Symposienreihe zum Bestand der ungarndeutschen Presse von Kern (1995) sowie Beiträge über die Bedeutung deutschsprachiger Medien für die Ungarndeutschen von Knipf/Erb (1995). Im Abschnitt „Zielsetzung und Methoden der Forschung“ werden die acht Forschungsfragen der Untersuchung vorgestellt, darunter z. B.: „Inwieweit trägt/trug die Zeitung zur Förderung der Zweisprachigkeit und zur Stärkung der Identität der Ungarndeutschen bei?“ (Seite 158). In einer Tabelle werden daraufhin die Eckdaten von 15 Zeitungen aufgeführt, und zwar Titel, Zeitpunkt bzw. Häufigkeit des Erscheinens, Herausgeber, Redakteur und „Sprache(n) der Mittelungen über die deutsche Nationalität“. Zu den in der Tabelle enthaltenen Medien gehören unter anderem die „Batschkaer Spuren“, die „Bonnharder Nachrichten“ und „Rozmaring“. Die „Ergebnisse der Forschung“ werden in den jeweiligen regional ausgerichteten Unterabschnitten detailliert erläutert. Die Ausführungen beinhalten dabei vor allem historische und gesellschaftliche Gesichtspunkte unter Einbeziehung vielfältiger Daten, wie Auflagenhöhe, Leserzahl und Erscheinungshäufigkeit; genannt werden auch einzelne Rubriken oder Überschriften z. B. von Leitartikeln. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Material der jeweiligen Medien etwa an Hand einzelner Artikel findet jedoch nicht statt. Impulse für folgende linguistische Studien werden im „Resümee, Ausblick“ gegeben, in dem es heißt: „Weitere Forschungsfragen wären: Nach welchen Prinzipien die Nachrichten in den betroffenen Periodika veröffentlicht werden und inwieweit die untersuchte Presse die Mehrsprachigkeit der Ungarndeutschen zum Vorschein bringt, welche Sprachvarietäten im Korpus verwendet werden und ob kontaktlinguistische Erscheinungen zu beobachten sind.“ (Seite 173.)

Cieszkowski, Marek (2015): Zur Sowjetisierung der wolgadeutschen Sprachvarietät in den 20er- und 30er-Jahren. In: Studia Germanica Gedanensia Nr. 33. S. 40-55.

Dieser Aufsatz widmet sich laut Aussage des Verfassers „der Varietät der deutschen Sprache, die in den 20er- und 30er-Jahren im Wolgagebiet in verschiedenen Presseerzeugnissen dokumentiert wurde“.
Der Aufsatz ist in mehrere Abschnitte unterteilt: einer kurzen thematischen Einleitung folgt ein Überblick über den historischen Hintergrund, über den „Wolgadeutschen Sprachgebrauch“ sowie über die wolgadeutschen Schulen. Der anschließende vierte Abschnitt zum Pressediskurs ist weiter untergliedert in die Abschnitte „Der Wolgadeutsche Pressediskurs“ im Allgemeinen sowie vor und nach 1917 und „Die bolschewistische Nationalitätenpolitik“. Den Aufsatz schließen der fünfte Abschnitt „Zum Problem der Sowjetisierung“ sowie ein kurzes Fazit ab.
Die Ausführungen innerhalb der einzelnen Abschnitte folgen hauptsächlich einer historischen bzw. historisch-gesellschaftlichen Perspektive, zum Beispiel in Bezug auf (sprach)politische Entwicklungen oder die wolgadeutsche Presselandschaft.
Eine sprachwissenschaftliche Betrachtung findet im Abschnitt „Wolgadeutscher Sprachgebrauch“ – hier wird allerdings eher ein Überblick über historische Entwicklungen sowie gesellschaftliche und politische Situationen gegeben – und im Abschnitt „Zum Problem der Sowjetisierung“ statt. In letzterem findet eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Material von Presseerzeugnissen politischer Organisationen sowie einer politisch beeinflussten Organisation statt; dargestellt werden mehrere Belegstellen gestützt auf einige auch ältere Publikationen. Die durch den Autor markierten Salienzen entstammen dem Bereich der Lexik, werden jedoch nicht genauer eingeordnet oder einzeln kommentiert.
Das Fazit kommt noch einmal auf die „wolgadeutsche Varietät“ zu sprechen: „Die mundartlich geprägte Varietät der deutschen Sprache hat auf natürliche Weise den sowjetischen, ideologisch aufgeladenen Wortschatz aufgenommen, der sich auch heute nachvollziehen und als Mitgestalter des neuen, sozialen Diskurses fokussieren lässt.“ (Seite 52f.). Es fehlt jedoch die Veranschaulichung dieser Aussage an Hand konkreter Belege, um das Ergebnis der „Sowjetisierung der wolgadeutschen Sprachvarietät“ laut Titel nachzuweisen; die vorhandenen Belege entstammen jedoch ausschließlich (nicht mundartlicher) Presse, die laut Verfasser „einerseits kulturpolitisch, andererseits aber auch politisch-indoktrinierend wirkte“ (S. 52).

Firsching, Christiane (2005): Deutschsprachige Zeitungen in Mittel- und Osteuropa unter dem Aspekt der deutschen Sprachpolitik nach 1989/90. In: Riecke, Jörg/Schuster, Britt-Marie [unter Mitarbeit von Natallia Savitskaya] (Hrsg.): Deutschsprachige Zeitungen in Mittel- und Osteuropa. Sprachliche Gestalt, historische Einbettung und kulturelle Traditionen. Berlin: Weidler Buchverlag. (Germanistische Arbeiten zur Sprachgeschichte; 3). S. 507-516.

Der Aufsatz untersucht deutschsprachige Zeitungen aus Ungarn, Tschechien und dem Baltikum, mit einem Erscheinen seit 1989/90 im Zusammenhang mit deutscher Sprachpolitik. Zunächst wird auf die Regierungen Kohl und Schröder eingegangen, anschließend wird sich im dritten Abschnitt genauer mit einigen ausgewählten deutschsprachigen Zeitungen in Mittel- und Osteuropa auseinandersetzt, nämlich „Der Neue Pester-Lloyd“ aus Ungarn, die „Neue Zeitung“ aus Budapest, die „Budapester Zeitung“, die „Prager Zeitung“ sowie die „Baltische Rundschau“ (für Estland, Lettland und Litauen). Der folgende Abschnitt untersucht die deutsche Sprach- und Medienpolitik und ihre Auswirkungen, z.B. was die Frage nach finanzieller Unterstützung betrifft.
In der Betrachtung wird hauptsächlich auf jene sprachlichen Aspekte Bezug genommen, die auch der Zielsetzung der auswärtigen Kulturpolitik der Bundesregierung entsprechen; hier nennt Firsching „Sprachförderung, Minderheitenförderung und die Verbindung von Wirtschaft und Sprache.“ Später trat noch eine gezielte Medienförderung deutschsprachiger Medien, allerdings nur solchen aus Deutschland für das Ausland wie z.B. die „Deutsche Welle“, hinzu. Ziel sei dabei die Stärkung der Identität der deutschsprachigen Minderheiten über die Sprache etwa mittels Sprachunterricht, jedoch auch Integrationsmaßnahmen, um die starke Abwanderung der Minderheiten aus ihren Heimatländern nach Deutschland zu schwächen.
Detailliertere Untersuchungen zur Sprache, etwa am Inhalt der Zeitungen, finden jedoch nicht statt.

Földes, Csaba (2001): Wo die ‚Boys‘ noch ‚Jungen‘, die ‚Girls‘ noch ‚Mädchen‘ und die ‚Kids‘ noch ‚Kinder‘ heißen. Anmerkungen zur Sprache der Rubrik ‚Jugend‘ in einem Minderheitenblatt. In: Breuer, Ulrich/Korhonen, Jarmo (Hrsg.): Mediensprache - Medienkritik. Frankfurt a.M./Berlin/Bern/ Bruxelles/New York/Oxford/Wien: Lang (Finnische Beiträge zur Germanistik; 4). S. 103-120.

Im Beitrag wird der Sprachgebrauch auf den Jugendseiten des zentralen ungarndeutschen Printmediums, der Neuen Zeitung, anhand des Jahrgangs 1998 in seinen Hauptlinien linguistisch beschrieben. Die Vorgehensweise der empirischen Untersuchung erfolgte induktiv und korpusorientiert und erstreckte sich auf alle Sprachbeschreibungsebenen. Es konnte dabei u.a. eine große Bandbreite von Sprachkontaktphänomenen (z.B. verschiedene Arten von Transferenzen aus dem Ungarischen), Unsicherheiten in Bezug auf den Umgang mit Normen und Konventionen der geschriebenen Varietät der deutschen Standardsprache und verschiedenartige Uneinheitlichkeiten hinsichtlich der Textgestaltung dokumentiert und interpretiert werden.

Földes, Csaba (2015): Literalität im Schnittfeld von zwei Sprachen und Kulturen: Beobachtungen anhand der Phraseologie in der Sprache der Lokalpresse. In: Schmidlin, Regula/Behrens, Heike/Bickel, Hans (Hrsg.): Sprachgebrauch und Sprachbewusstsein. Implikationen für die Sprachtheorie. Berlin/Boston: de Gruyter. S. 239-260.

Den Gegenstand der Ausführungen bildet eine spezifische Mehrsprachigkeitskultur am Beispiel des Deutschen als Minderheitensprache in Ungarn: Es handelt sich um die Sprachgestaltung in der Lokalpresse der deutschen Minderheit. Die explorative Studie liefert am Material der Verwendung von Phraseologismen Erkenntnisse über diesen sprachlich-kulturellen Realitätsbereich hinsichtlich seiner grundlegenden typologischen Strukturen und konstitutiven Merkmale.
Es konnten empirische Evidenzen u.a. zur Frequenz und Distribution von figurativen Sprachzeichen in der ungarndeutschen Lokalpresse, zu den Besonderheiten der „ungarndeutschen Kontaktphraseologie“, zur mehrsprachigkeitsgeprägten und z.T. erodierten Sprach- bzw. Text(sorten)kompetenz der Textproduzenten gewonnen werden. Ferner wurden Überlegungen zur Einordnung und Bewertung der kultursalienten Befunde vorgelegt.

Földes, Csaba (2018): Mediensprache im Kontakt der Kulturen: Beispiel „Moskauer Deutsche Zeitung“. In: Földes, Csaba (Hrsg.): Sprach- und Textkulturen – interkulturelle und vergleichende Konzepte. Tübingen: Narr Francke Attempto (Beiträge zur Interkulturellen Germanistik; 11). S. 43-77.

Gegenstand des Aufsatzes ist eine spezifische deutschbasierte Textkultur im Spannungsfeld zweier Sprachen und Kulturen: Die „Moskauer Deutsche Zeitung“ wird – am Material ihres Jahrgangs 2017 – im Hinblick auf bestimmte kommunikative und sprachliche Besonderheiten empirisch untersucht, um damit zur Erschließung des linguistischen Profils dieses wichtigen auslandsdeutschen Mediums beizutragen. Die phänomenorientierte empirische Analyse hat die MDZ als „kulturasymmetrische Grenzgänger-Zeitung“ ausgewiesen und festgestellt, dass die erschlossenen Salienz-Fälle Ergebnisse dreier typologisch verschiedener Prozesse sind: (1) Kontaktphänomene, also Transfer oder Nachahmung von Elementen, Strukturen und Modellen der Kontaktsprache; (2) Verfremdungsprozesse, z.B. Kontrastverschiebungen oder Kontrastübertreibung, die sich aus einer unsicheren Beherrschung der Zielsprache Deutsch, etwa durch Übergeneralisierung des Sprachsystems, ergeben und (3) Normverletzungen aus Unachtsamkeit, d.h. Flüchtigkeitsfehler, die selbst bei Textproduzenten mit exzellenter Sprachbeherrschung vorkommen. Ein wesentlicher Teil der eruierten Auffälligkeiten ist direkt oder indirekt auf Aspekte der bilingualitätsbedingten deutsch-russischen Sprach- und Kulturkontakte zurückführbar. Die sprachlich-kulturelle Grundkonstellation ist jedoch noch komplexer: Aufgrund der Befundlage liegt das genuine Alleinstellungsmerkmal der MDZ in einem spezifischen Beziehungsgefüge von deutscher Sprache vs. russischer Kultur. In summa konnte die Analyse dem medialen Objekt MDZ eine weitgehend inter- bzw. eher transkulturelle Textwelt bescheinigen.

Földes, Csaba (2018): Politische Sprache und Interkulturalität – am Beispiel der Presse deutscher Minderheiten. In: Fábián, Annamária/Trost, Igor (Hrsg.): Sprachgebrauch in der Politik. Grammatische, lexikalische, pragmatische, kulturelle und dialektologische Perspektiven. Berlin/Boston: De Gruyter (Reihe Germanistische Linguistik; 319). S. 299-317.

Dieser Aufsatz exponiert einen bisher weniger beachteten Phänomenbereich, nämlich die Produktion von Pressetexten im Kommunikationsbereich politische Sprache im Schnittfeld von zwei Sprachen und Kulturen. Im Mittelpunkt der empirischen Betrachtung steht die spezifische Kultur von Mehrsprachigkeit bei der deutschen Minderheit in Ungarn. In diesem Denk- bzw. Argumentationsrahmen zielt der Beitrag auf eine evidenzbasierte Herausarbeitung von Charaktermerkmalen der politischen Sprache und Kommunikation im Wirkungsraum der deutschsprachigen Minderheitenpresse. Ferner geht es um journalistische Handlungsmöglichkeiten und -formen unter besonderen Bedingungen von Mehrsprachigkeit und Inter- bzw. Transkulturalität.
Dabei ist deutlich geworden, dass die analysierten Presseprodukte durch die spezifische Sprach- und Text(sorten)kompetenz der mehrsprachigen Textproduzenten geprägt sind: In ihrem Varietätenrepertoire macht sich ein Zusammenspiel von standard- und substandarddeutschen Charakteristika, aber auch von ungarischen Textroutinen und Musterhaftigkeiten bemerkbar. Die Analyse hat u.a. zahlreiche und vielgestaltige Manifestationen von deutsch-ungarischen Sprachkontakten, Uneinheitlichkeiten in stilistisch-pragmatischer Hinsicht und/oder in der Satz- und Textkonstruktion sowie eine spezifische Themenfrequenz und ein besonderes Beziehungsgefüge von Mündlichkeit vs. Schriftlichkeit aufgedeckt.

Földes, Csaba (2018): Xenismen in der auslandsdeutschen Pressesprache. Reflexionen anhand der Moskauer Deutschen Zeitung. In: Meier, Jörg (Hrsg.): Jahrbuch des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Band 26: Sprache. München: De Gruyter Oldenbourg. S. 121-144.

Dieser Aufsatz nimmt beispielhaft ein traditionsreiches und gewichtiges auslandsdeutsches Blatt, den Jahrgang 2017 der „Moskauer Deutsche Zeitung“ (MDZ), in den Blick und versucht, mit einer datensensitiven Aufdeckung von signifikanten Merkmalen die sprachlich-kommunikative Profilgrundlage dieses Mediums herauszuarbeiten. Aus Umfangsgründen fokussiert er dabei exemplarisch auf einen Aspekt, nämlich auf die sogenannten – sprachbezogenen und kulturbezogenen – Xenismen, da sie wohl einen zentralen Wesenszug dieses Pressediskurses darstellen. Die durchgeführte empirische Studie leistet zur Erschließung der kulturellen Komponente vorrangig im Vokabular und weiterführend auch zur Erfassung von Phänomenen der Kulturalitat in der analysierten Zeitungskommunikation einen Beitrag.
Die analytische Sichtung der MDZ, indem von Merkmalen manifester Texte auf Merkmale eines nicht-manifesten Kontextes geschlossen wurde (es gingt ja ein Stuck weit um Inferenzschlusse auf die soziale Wirklichkeit), ergab, dass es sich im Rahmen einer Zweischriftlichkeit im Wesentlichen um eine Art interkultureller Texte handelt. In einem Spagat besonderer Art ist die Sprache eindeutig deutsch, während das kulturelle Milieu mit den entsprechenden Kulturmustern russisch geprägt ist – die MDZ ist also gewissermaßen ein Grenzgänger-Blatt. Diese Ausprägung der Pressekommunikation konnte als eine Manifestation des (interkulturellen) Interdiskurses aufgefasst werden; entsteht doch das Blatt in einem spezifischen – mehrsprachigen und interkulturellen – Referenzrahmen und wird zu einem großen Teil von bilingualen Textproduzenten erstellt.

Földes, Csaba (2019): Die ‚Deutsche Allgemeine Zeitung‘: Anmerkungen zur Sprache der kasachstandeutschen Presse. In: Linguistica (Ljubljana) 59. 1. S. 71-97.

Die Studie arbeitet zentrale sprachliche Profilmerkmale der Deutschen Allgemeinen Zeitung (DAZ) in Kasachstan heraus und liefert dabei auch einen Beitrag zur Erschließung von Manifestationen der Kulturalität im analysierten interkulturellen Mediendiskurs. Der verwendete Ansatz ist – im Denkrahmen der interkulturellen Linguistik – deskriptiv und vorrangig variations- bzw. kontaktorientiert. Die Besonderheit der Zeitung besteht vor allem darin, dass ihre Sprache praktisch monolingual deutsch ist, während ihr kulturelles Umfeld eine kasachisch-russische Prägung aufweist. Die daraus resultierende konkrete Sprachverwendung in der DAZ wurde unter Nutzung des Salienz-Konzeptes betrachtet. Im ausgewerteten Korpus des Jahrgangs 2017 wurden sprachbezogene Salienzen auf nahezu allen Ebenen herausgearbeitet, allen voran in Lexik und Phraseologie, Grammatik, Stil, Grafie sowie Typografie. Die eruierten Verwendungsbesonderheiten resultieren aus drei Prozessen typologisch unterschiedlicher Art: (1) aus prototypischen Sprachkontaktmechanismen, also aus Transfers oder Nachahmungen von Elementen, Strukturen und Modellen der Kontaktsprachen Russisch und Kasachisch; (2) aus Verfremdungsprozessen, z.B. Kontrastverschiebungen oder -übertreibungen, die sich aus einer unsicheren Beherrschung der Zielsprache Deutsch, etwa durch Übergeneralisierung des Sprachsystems, ergeben; (3) aus Normverletzungen aufgrund von Unachtsamkeit, d.h. Flüchtigkeitsfehler bzw. problematische oder grenzwertige Formulierungen, die selbst bei Textproduzenten mit exzellenter (nativer) Sprachbeherrschung vorkommen. Der Beitrag weist nach, dass quantitativ die mehrsprachigkeits-, kontakt- und/oder kompetenzbedingten Auffälligkeiten überwiegen, wobei sich der sprachliche Kontakteinfluss des Russischen als größer erwies als der des Kasachischen. Auf dieser Basis erfasst und beschreibt der Beitrag die DAZ als eine mehrfach kulturasymmetrische Grenzgänger-Zeitung mit einer spezifischen Form von Mehrschriftlichkeit.

Győri, Ildikó/Mencel, Mónika/Nádas, Nóra (2010): Die Neue Zeitung und das Sonntagsblatt – zwei ungarndeutsche Zeitungen. In: Tichy, Ellen (Hrsg.): Minderheiten und Medien. Die Repräsentanz der ungarndeutschen Minderheit in den Medien. Hamburg: Verlag Dr. Kovač. (Schriften zur Medienwissenschaft; 26). S. 185-190.

Dieser kurze Aufsatz vergleicht die Charakteristika der beiden in Ungarn erscheinenden deutschsprachigen Zeitungen „Neue Zeitung“ und „Sonntagsblatt“. Die Gegenüberstellung erfolgt dabei parallel innerhalb der einzelnen Abschnitte. Einer kurzen Einführung zum Gegenstand der Minderheitenpresse folgt der Vergleich von „Themen, Rubriken, Leserkreis“, anschließend „Layout und Finanzierung der Blätter“ sowie „Seit wann und wie erscheinen die Blätter?“. Den Abschluss bildet ein eher knappes Fazit.
Die Vorstellung der beiden Zeitungen geschieht an der Oberfläche mittels Daten und Fakten. Eine Analyse der sprachlichen Gestaltung der Zeitungen findet nicht statt. Es findet sich lediglich der inhaltliche Hinweis, dass „Sprachpflege“ zu den Themen der NZ gehört und dass die „Problematik der frühen Zweisprachigkeit bei Ungarndeutschen“ sowie Sprachvermittlung und aktiver Sprachgebrauch im „Sonntagsblatt“ behandelt wird.

Kappel, Péter/Tichy, Ellen (2010): Minderheiten und Minderheitenmedien in Ungarn. In: Tichy, Ellen (Hrsg.): Minderheiten und Medien. Die Repräsentanz der ungarndeutschen Minderheit in den Medien. Hamburg: Verlag Dr. Kovač. (Schriften zur Medienwissenschaft; 26). S. 14-26.

Dieser Aufsatz bietet einen detailreichen Überblick über Minderheiten und Minderheitenmedien in Ungarn unter besonderer Berücksichtigung der Situation der Ungarndeutschen. Dabei wird unter anderem auf die Minderheitenpolitik Ungarns, demographische Daten über Minderheiten und deren rechtliche Situation eingegangen.
Einer kurzen Einleitung zur inhaltlichen Übersicht folgt der zweite Abschnitt zu den Minderheiten in Ungarn. Hier werden zunächst historische Gegebenheiten wie etwa „planmäßige Ansiedelungen im 17.-18. Jahrhundert“ erwähnt. Anschließend wird die demographische und rechtliche Situation (etwa durch Minderheitengesetz und Anerkennung) näher erläutert. Zu den genannten Minderheiten gehören u.a. Roma, Deutsche, Slowaken, Rumänen, Serben, Polen etc.; die zugehörigen Daten werden an Hand einer Tabelle veranschaulicht. Wiedergegeben werden außerdem einige Fragen, die Bestandteil einer Volkszählung im Jahr 2001 waren, wie zum Beispiel: „Welche Sprache benutzen Sie im Familien- und Freundeskreis im Allgemeinen?“ Der dritte Abschnitt beschreibt die staatliche Minderheitenpolitik Ungarns; zitiert wird dabei u.a. auch aus dem Minderheitengesetz von 1993. Weitere minderheitenpolitische Aspekte sind spezielle Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen und Sprachunterricht.
Der vierte Abschnitt zu den Minderheitenmedien wird durch ein Zitat aus dem sogenannten „Mediengesetz zum Schutz der Minderheiten in Ungarn“ eröffnet. Dem folgt eine kurze Betrachtung zum Verhältnis von Minderheitenmedien und Identität. Im Anschluss werden die ungarndeutsche Fernsehsendung „Unser Bildschirm“, ein deutschsprachiges Radioprogramm und die „Neue Zeitung“ als „das Wochenblatt der Ungarndeutschen“ beschrieben; ebenfalls wird die Existenz weiterer Angebote im Internet erwähnt. Diese Minderheitenmedien werden jedoch nicht eingehender untersucht, auch nicht im Hinblick auf sprachliche Besonderheiten.
In einem Fazit werden noch einmal einige Aussagen des Aufsatzes zusammengefasst. Abschließend wird für die Minderheitenmedien eine Brückenfunktion zum „Herkunftsland Deutschland“ festgestellt, denn „sie stabilisieren kommunikative Beziehungen der Ungarndeutschen untereinander und unterstützen die Pflege der deutschen Sprache und Kultur.“

Meier, Jörg (2014): Die „Kaschauer Zeitung“. Ein Forschungsprojekt zur Kultur und Sprache der deutschen Minderheit auf dem Gebiet der heutigen Slowakei um 1900. Stuttgart: Arbeitsgemeinschaft der Karpatendeutschen. In: Karpaten-Jahrbuch 2015. Kalender der Karpatendeutschen aus der Slowakei 66. S. 174-182.

Dieser Aufsatz stellt eine Projektbeschreibung eines Forschungsprojekts zur Untersuchung der Kultur und Sprache der deutschen Minderheit auf dem Gebiet der heutigen Slowakei um 1900 am Material der „Kaschauer Zeitung“ dar. 
Der Text ist untergliedert in eine kurze Einleitung, gefolgt von den Abschnitten „2. Untersuchungskorpus und historischer Hintergrund“, „3. Ziele des Forschungsprojekts“, „4. Theoretischer Rahmen und Untersuchungsmethoden“ und „5. Ausblick – Wissenschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Relevanz“. 
In der Einleitung wird ein Überblick zum avisierten Gegenstand der Zeitungen und Zeitschriften und ihrer Bedeutung für deutsch- und mehrsprachige Minderheiten in Ostmitteleuropa gegeben; beabsichtigt ist die Untersuchung der „Kaschauer Zeitung“ aus „sprachwissenschaftlicher, kultur- und literaturwissenschaftlicher sowie sozialhistorischer und massenmedialer Perspektive“. Es wird außerdem darauf hingewiesen, dass sich in weiteren geplanten Projekten den Zeitungen „Neue Freie Presse“, „Pester Lloyd“ und „Prager Tageblatt“ vergleichend gewidmet werden soll. Im zweiten Abschnitt werden der historische Hintergrund und vor allem das der Untersuchung zugrundeliegende Korpus näher erläutert. Dabei handelt es sich um noch unerschlossenes Quellenmaterial in Form von Digitalisaten der „Kaschauer Zeitung“ als Teil einer seit 2012 in Erstellung befindlichen digitalen historischen Bibliothek initiiert durch das „Digitale Forum Mittel- und Osteuropa“ (DiFMOE); abgebildet ist hier ein Titelblatt der „Kaschauer Zeitung“. Der dritte Abschnitt gibt als Ziele des Forschungsprojekts unter anderem an, dass analysiert werden soll, „inwieweit das politische, wirtschaftliche und soziale Zeitgeschehen in Mitteleuropa Einfluss auf die Gestaltung von Zeitungen hat“ und ob im Laufe der Zeit Veränderungen in der Pressesprache feststellbar sind. Aufgelistet sind hierbei zahlreiche Forschungsfragen, wie zum Beispiel: „Welche Einflüsse wirken auf die Pressesprache ein und wie beeinflusst Pressesprache die Alltagssprache?“ oder „Welche Rolle spielen Sprachkontaktphänomene und in welchen Kontexten werden Internationalismen und Fremdwörter verwendet?“ (S. 178, Hervorhebungen im Original.) Im vierten Abschnitt werden die theoretischen und methodischen Grundlagen der Untersuchung auch in Hinblick auf einzelne Aspekte wie Politik, Medien, Sprachkultivierungsprozesse, Sprachkontaktphänomene etc. detaillierter ausgeführt. Der letzte Abschnitt hebt noch einmal die Notwendigkeit der Untersuchung der Geschichte deutschsprachiger Presse in Mittel- und Osteuropa und die Schließung der hier bestehenden Forschungslücken hervor.
Der Aufsatz liefert eine Vielzahl fundierter Perspektiven und Aspekte einer prospektiven sprachwissenschaftlichen Untersuchung der Pressesprache am Material deutschsprachiger Minderheitenpresse; Analysebeispiele aus dem tatsächlichen Inhalt der „Kaschauer Zeitung“ werden dabei jedoch nicht angeführt. 

Meier, Jörg (2018): Zur Situation der deutsch- und mehrsprachigen Presse in Mittel- und Osteuropa. In: Philipp, Hannes/Ströbl, Andrea/Weber, Bernadette/Wellner, Johann (Hrsg.): Deutsch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. (Forschungen zur deutschen Sprache in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, FzDiMOS Band 6). Regensburg: Universitätsbibliothek. S. 358-371. 

Dieser Aufsatz widmet sich einer Untersuchung der deutsch- und mehrsprachigen Presse in Mittel- und Osteuropa vor allem nach historischer und sozial- bzw. kulturwissenschaftlicher Perspektive. 
Der Text ist untergliedert in eine Einleitung zur deutschsprachigen Presse weltweit, gefolgt von einem detailreichen Überblick über deutsch- und mehrsprachige Zeitungen und Zeitschriften in Mittel- und Osteuropa der Gegenwart. Den Abschluss bildet ein Ausblick auf die „Aufgaben und Perspektiven für die Forschung“. In der Einleitung wird die historische Entwicklung der deutschsprachigen Presse weltweit nachgezeichnet, von der Gründung verschiedenster Zeitungen und Zeitschriften im 19. Jahrhundert, z. B. während Einwanderungswellen in Ländern wie den USA und Kanada, bis zu einer heute rückläufigen Situation in Zusammenhang mit Online-Medien und Digitalisierung. Dies wird mit zahlreichen Fakten und Zahlen z. B. zur Auflagenhöhe dokumentiert. Darüber hinaus finden sich Anmerkungen zur Bedeutung der deutschsprachigen Presse weltweit für die Vermittlung und Förderung deutscher Sprache und Kultur: „Auch wenn die deutschsprachigen Presseerzeugnisse im Ausland sehr unterschiedliche Ausrichtungen haben und ganz verschiedene Themen behandeln, haben sie eine Aufgabe gemeinsam, nämlich der deutschen Sprache und Kultur im Ausland zu dienen.“ (Seite 359.) Im Folgenden wird die Förderung der deutschen Sprache sowohl im In- als auch im Ausland in der heutigen Zeit generell als zu geringfügig bewertet; dies manifestiert sich etwa in Studiengängen und Fachzeitschriften zunehmend in englischer Sprache in Deutschland und Österreich oder in der schwindenden Bedeutung von Deutsch als Wissenschaftssprache besonders in den Naturwissenschaften. (Vgl. Seite 361). 
Im Hauptteil wird die aktuelle Situation der deutsch- und mehrsprachigen Presse im Ausland geschildert. Diese zeichnet sich u. a. dadurch aus, dass es „in den meisten europäischen Ländern […] keine auslandsdeutschen Tageszeitungen mehr [gibt].“ (Seite 361.) Eine Tabelle illustriert, dass selbst Tageszeitungen mit „einigermaßen hohe[r] Auflage“ selten geworden sind; genannt werden hier die Zeitungen „Dolomiten“ und „Neue Südtiroler Tageszeitung“ in Italien, die Zeitung „Grenz-Echo“ in Belgien, „Dernieres Nouvelles D’Alsace“ und „L’Alsace“ in Frankreich, „Der Nordschleswiger“ in Dänemark, die „Neue Banater Zeitung“ und „Neuer Weg“ in Rumänien sowie „Neueste Nachrichten“ in Ungarn. (Seite 362 f.) Im Folgenden werden einige weitere deutschsprachige Zeitungen und Zeitschriften in Mittel- und Osteuropa der Länder Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Russland in kurzen Abschnitten vorgestellt. 
Im Abschnitt über „Aufgaben und Perspektiven für die Forschung“ werden existierende Digitalisierungsprojekte zur Ermöglichung der diachronen und synchronen Erforschung deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften im Ausland angeführt, wie z. B. der Heidelberger „Katalog deutschsprachiger Zeitungen im östlichen Europa“, das Projekt „ANNO“ der Wiener Nationalbibliothek oder das Projekt „Cassovia Digitalis“ des „Digitalen Forums Mittel- und Osteuropa“ (DiFMOE). Neben der Relevanz und Vielfältigkeit des Forschungsfeldes wird dabei auch die Problematik betont, „dass es bis heute nur wenige vergleichbare, methodische Analyseverfahren gibt“. (Seite 368.) Anregungen zur Konzeptualisierung und Strukturierung der Forschung werden in diesem Zusammenhang „von neueren medien-kulturwissenschaftlichen, aber auch von text- und diskurslinguistischen Ansätzen“ erwartet. (Seite 368.)
Es findet keine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Material der im Beitrag vorgestellten Zeitungen statt. 

Novotný, Lukáš (2016): Deutsche Minderheit und ihre Presse. In: Cornejo, Renata/Antonic, Thomas/Wozonig, Karin S. (Hrsg.): Aussiger Beiträge. Germanistische Schriftenreihe aus Forschung und Lehre. Wien: Praesens Verlag. S. 145-156.

Dieser Aufsatz befasst sich mit der deutschsprachigen Presse mit Blick auf die deutsche Minderheit in der ehemaligen Tschechoslowakei beziehungsweise in Tschechien in den Jahren von 1951 bis heute, darunter hauptsächlich mit der „Prager Volkszeitung“. 
Die Ausführungen sind untergliedert in fünf Abschnitte: einer kurzen Einleitung folgt ein längerer Abschnitt über „Die Deutschen in der Tschechoslowakei“, im Anschluss daran findet eine umfangreiche Betrachtung der „Prager Volkszeitung bis 1989“ und der „Prager Volkszeitung seit 1989“ statt, gefolgt von abschließenden Bemerkungen im fünften mit „Schluss“ überschriebenen Abschnitt.
Die Auseinandersetzung erfolgt dabei eher in historisch-gesellschaftlicher Perspektive. So wird z. B. im Abschnitt „Die Deutschen in der Tschechoslowakei“ die Situation der deutschen Minderheit nach dem zweiten Weltkrieg beschrieben, die unter anderem durch das Bestreben der jüngeren Generation, sich innerhalb der tschechischen Mehrheitsbevölkerung zu assimilieren, geprägt war (vgl. Seite 146). Zwei Abbildungen in Form einer Graphik und einer Tabelle verdeutlichen dabei die abnehmende Zahl der deutschen Minderheit im Zeitraum von 1961 bis 2011. Die folgenden Abschnitte zur „Prager Volkszeitung“ zeichnen die Entwicklung und Auflagenhöhe dieser deutschsprachigen Zeitung von der Gründung 1951, zunächst unter dem Titel „Aufbau und Frieden“ und ab 1966 auch als „Das Blatt der tschechoslowakischen Deutschen“ (der genaue Zeitpunkt der späteren Namensänderung wird nicht genannt), bis 1989 und schließlich bis zur ihrer Einstellung im Jahr 2005 nach. Inhalte der Zeitung waren im Zeitraum bis 1989 vor allem Bekanntmachungen der kommunistischen Partei und der Gewerkschaften, landwirtschaftliche Berichte etc; nach 1989 waren es vermehrt Unterhaltung und Freizeittipps. Die Zeitung existierte also nach der Wende weiter und erschien neben einigen neugegründeten Zeitungen, wie den „Nachrichten“ des Verbandes der Deutschen, der „Prager Zeitung“ ab 1991 mit ihrer Beilage „Landesanzeiger“ (ab 1994), welche 1998 als eigene „Landeszeitung“ erschien (vgl. Seite 153). Mit ihrer Einstellung im Jahr 2005, „verlor die deutsche Minderheit das am längsten bestehende Presseorgan“ (Seite 154). Der letzte Abschnitt fasst die Geschichte der „Prager Volkszeitung“ noch einmal zusammen. 
Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung an Texten der Zeitung(en) findet jedoch nicht statt. 

Pelka, Daniela (2013): Zum Zusammenspiel von Schrift und Farbe. In: Jelitto-Piechulik, Gabriela/ Księżyk, Felicja (Hrsg.): Germanistische Werkstatt 5. Gegenwärtige Forschungsrichtungen in den sprach-, literatur- und kulturwissenschaftlichen Diskursen von Nachwuchswissenschaftlern. Opole: Universitätsverlag. (Prace Germanistyczne; 5). S. 107-120.

Dieser Aufsatz untersucht das „Zusammenspiel von Schrift und Farbe“ in Druckerzeugnissen allgemein an Hand verschiedener gestalterischer Aspekte. 
Der Text ist in drei Abschnitte untergliedert: die thematische Einführung, den Hauptteil „Farbe und Schrift“ und kurze „Abschließende Bemerkungen“. In der Einleitung wird zunächst auf Merkmale der gesprochenen Sprache eingegangen, die in geschriebener Sprache nicht vorhanden sind, wie etwa der Wortakzent. Dem gegenübergestellt werden besondere Ausdrucksmöglichkeiten „geschriebener Sprache“ und „geschriebener Texte“: bildliche Gestaltung, Schriftarten, -typen und -größen, Farben, räumliche Verteilung etc. Dem Aspekt Farbe wird im folgenden Hauptteil größere Aufmerksamkeit gewidmet. Dabei wird vor allem untersucht, „welchen Einfluss sie auf die Rezeption des Geschriebenen haben und ob ihnen gegebenenfalls bestimmte Funktionen zugeschrieben werden können.“ (S. 111.) Zu solchen im Folgenden näher beschriebenen Funktionen, die außerdem in Bezug auf das jeweilige Medium oder Druckerzeugnis variieren, gehören u. a. Dekoration, Ausdruck von Stimmungen, Erzeugung von Aufmerksamkeit, Einprägsamkeit etc. Zum Beispiel kann Merkfähigkeit in didaktischen Werken durch farbliche Hervorhebung von Merksätzen, Zitaten und Tabellen erzeugt werden (vgl. Seite 115). Gleich mehrere Funktionen betreffen den Einsatz von Farbe in der Werbung; die „Verbindung mit Schrift erfüllt hier identitätsstiftende und zugleich marketingorientierte Funktion.“ (S. 118, Hervorhebungen im Original.)
Die Ausführungen werden unterstützt durch zahlreiche Beispiele in Form von Abbildungen von mittelalterlichen Handschriften, Zeitungstitelseiten, Buchcovern, Firmenlogos und Straßenschildern, die alle innerhalb des Textes kommentiert werden. 
Als abschließende Bemerkung wird festgestellt, dass statt bloßer Dekoration „die Einführung von farblichen Elementen dem Verschriftlichten eine neue Dimension verleihen [kann]“ (vgl. Seite 120). Aus den Ausführungen geht hervor, dass die Berücksichtigung des Einsatzes von Schrift und Farbe die Analyse von Texten in vielerlei Hinsicht ergänzen kann. 

Pelka, Daniela (2017): Fehler in der deutschen Minderheitenpresse am Beispiel von Antidotum. In: Janíková, Věra/Nálepová, Jana (Hrsg.): Zentrum und Peripherie aus fremdsprachendidaktischer Sicht. Opava: Universitätsverlag. S. 109-125.

Dieser Aufsatz bietet eine sprachwissenschaftliche Betrachtung von Fehlern und Salienzen in der deutschen Minderheitenpresse am Beispiel der Jugendzeitschrift „Antidotum“ in Polen, deren Texte vor allem von zweisprachigen Jugendlichen (meist ist dabei Deutsch Zweit- oder gar Fremdsprache neben der polnischen Erstsprache) verfasst werden.
Der Aufsatz ist untergliedert in einen einleitenden allgemeinen Überblick zur Zeitschrift „Antidotum“. Hier wird unter anderem die Zusammensetzung der jugendlichen Leserschaft erläutert. Diese setzt sich hauptsächlich aus Mitgliedern des „Bundes der Jugend der Deutschen Minderheit“ (BJDM) zusammen. Deutsch ist dabei „für die wenigsten von ihnen Erstsprache im engeren Sinne: Für die meisten ist es eine Zweit- bzw. sogar lediglich eine Fremdsprache, die sie neben dem Polnischen beherrschen.“ (Seite 110.) Außerdem erfährt man, dass die Zeitschrift zweisprachig – mit Texten jeweils entweder in deutscher oder polnischer Sprache – erscheint, wobei das Verhältnis von Ausgabe zu Ausgabe variiert. 
Der zweite Abschnitt betrachtet die Beschaffenheit von Fehlern innerhalb der Texte der Zeitschrift, die auf inhaltlicher, textsortenspezifischer oder sprachlicher Ebene der Texte vorkommen. Dabei werden zahlreiche Beispiele in Form von Zitaten aus Artikeln unter anderem für inhaltliche Fehler in den dargestellten Informationen, das Fehlen von erwarteten Informationen, textsortenspezifische Fehler und „rein sprachliche Fehler, verstanden als ‚Abweichung von der jeweils zugrundeliegenden Norm‘“ (Seite 112) präsentiert und kommentiert. Das untersuchte Material entstammt einem Korpus von vier Ausgaben des Magazins aus dem Jahr 2015. 
Der dritte Abschnitt widmet sich schließlich der sprachwissenschaftlichen Untersuchung sprachlicher Fehler als Normabweichung in den deutschsprachigen Texten detailliert an Hand einer Vielzahl weiterer Beispiele. Ziel ist dabei auch die Beantwortung der Frage, „ob die Ursache für [Normabweichungen] allein in dem verbalen Repertoire der Textautoren – genauer: in der von ihnen beherrschten polnischen Sprache – liegt oder sich dafür auch andere Gründe erkennen lassen und ob sie selbst tatsächlich immer als Fehler zu betrachten sind.“ (Seite 113). Die festgestellten Fehler werden folgenden Gruppen zugeordnet: typographische, orthographische, grammatische (morphologisch-syntaktische), lexikalisch-semantische und phraseologisch-stilistische Abweichungen von der Norm (vgl. Seite 113.) Für jede dieser Gruppen werden im Anschluss zahlreiche Beispiele zitiert und analysiert. Zur Beantwortung der zuvor gestellten Frage finden sich abschließende Bemerkungen, die z. B. im Falle direkter Transferenzen aus dem polnischen im Untersuchungsmaterial von „kontaktbedingten Sprachphänomenen“ ausgehen und deshalb von „Differenzen“ statt von „Defiziten“ sprechen. 
Den vierten und letzten Abschnitt bildet ein ausführliches Fazit, das die Ergebnisse noch einmal zusammenfasst; dazu gehört neben Gründen für Normabweichungen im untersuchten Material – wie etwa Unkenntnis korrekter standardsprachlicher Formen – auch ihre Bewertung als verständliche Vorkommnisse in der Textproduktion zweisprachiger Jugendlicher. 

Ritter, Alexander (1985): Die Problematik der Medien bei den deutschsprachigen Minderheiten. Anmerkungen zur Situation in der UdSSR und in Frankreich (Elsass). In: Germanistische Mitteilungen 22. S. 3-21.

Der Aufsatz setzt sich mit der Medienproblematik der deutschsprachigen Minderheiten, exemplarisch mit der Situation in der damaligen Sowjetunion und im Elsass, auseinander. Unterglieder ist der Aufsatz in vier Abschnitte: an „Vorbemerkungen zur Orientierung“ schließt eine Betrachtung „Zur Medienproblematik bei den Sowjetdeutschen heute“ an, entsprechend gefolgt von dem Abschnitt „Zur Medienproblematik bei den deutschsprachigen Elsässern“ und abschließenden Hinweisen.
Die länger ausgeführten Vorbemerkungen liefern einen allgemeinen Kontext zur Medienproblematik deutschsprachiger Minderheiten sowie zur Problematik ihrer oftmals eher quantitativen Betrachtung. Der zweite Abschnitt „Zur Medienproblematik der Sowjetdeutschen heute“ widmet sich ausführlich kulturpolitischen Entwicklungen u.a. im Verlags- und Pressewesen und in der Buchproduktion; der dritte Abschnitt verfährt ähnlich in Bezug auf die „Medienproblematik bei den deutschsprachigen Elsässern“.
Die erwähnten Zeitungen, wie z.B. „Freundschaft“ und „Neues Leben“ (beide Sowjetuniton) sowie „Budderflade“ und „Land un Sproch“ (beide Elsass), werden lediglich an Hand von Fakten und Daten wie Format und Seitenzahl, Rubriken, Kaufpreis und Auflagenhöhe vorgestellt. Die Betrachtung folgt dabei vor allem historisch-gesellschaftlichen bzw. kulturpolitischen Fragestellungen. Bemerkungen zur Sprache beziehen sich ebenfalls vor allem auf kultur- und sprachpolitische Entwicklungen die den Deutschunterricht an Schulen betreffen oder wie der „25%-Pflichtanteil des Französischen an jeder zweisprachigen Veröffentlichung“. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Material der Minderheitenmedien selbst findet nicht statt.

Schuth, Johann (2010): Mehr als 50 Jahre im Dienste der Ungarndeutschen – Die Neue Zeitung. In: Tichy, Ellen (Hrsg.): Minderheiten und Medien. Die Repräsentanz der ungarndeutschen Minderheit in den Medien. Hamburg: Verlag Dr. Kovač. (Schriften zur Medienwissenschaft; 26). S. 82-93.

Dieser Aufsatz widmet sich mit einem historisch-gesellschaftlichen Fokus unter anderem der Zeitung „Neue Zeitung“ (NZ) in Ungarn. Der Aufsatz ist dabei nicht in Abschnitte unterteilt. Stattdessen finden sich sehr umfangreiche Zitate (z.B. von über einer Seite und bis zu zwei Seiten) der Leitartikel „Dem Leser zum Gruß“ der Zeitung „Freies Leben“ sowie „Zum Wiedersehen der deutschen Zeitung“ der NZ. Die Einordnung dieser und weiterer umfassender Zitate fällt dagegen eher kurz aus. In den anschließenden längeren Ausführungen wird die historische Entwicklung der Zeitung und u.a. ihre Verbindung zur ungarndeutschen Literatur- und Kunstlandschaft oder zur wissenschaftlichen Erforschung von Volkskunde und Mundarten beschrieben. Hinweise zu sprachlichen Besonderheiten anderer lokaler Minderheitenmedien, wie sie nach der Wende vielfältig entstanden, lauten zum Beispiel: „Die Sprache war sehr oft holprig, die Redakteure waren Laien, die aus Begeisterung tätig waren.“ Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Inhalt der Zeitung(en) findet jedoch nicht statt.

Sittig, Hendrik (2005): Deutschsprachige Zeitungen in Russland – ein Überblick zur Geschichte und Gegenwart. In: Riecke, Jörg/Schuster, Britt-Marie [unter Mitarbeit von Natallia Savitskaya] (Hrsg.): Deutschsprachige Zeitungen in Mittel- und Osteuropa. Sprachliche Gestalt, historische Einbettung und kulturelle Traditionen. Berlin: Weidler Buchverlag. (Germanistische Arbeiten zur Sprachgeschichte; 3). S. 491-499.

Der Aufsatz gibt einen kurzen historischen Überblick über die Entwicklung deutschsprachiger Zeitungen in Russland von ihrer Entstehung mit der Gründung der ersten Zeitung im Jahr 1727 zur Zeit des Zarenreiches über die beiden großen Zäsuren durch die Weltkriege bis hin zur aktuellen Situation.
Untergliedert wird der Aufsatz nach historischen Eckpfeilern im Abschnitte zur „Geschichte“, zu „Zeitungen im russischen Zarenreich“, „Zeitungen nach der Oktoberrevolution“, „Zeitungen nach dem Zweiten Weltkrieg“ und zur „Gegenwart“. Im als eine Art Einleitung dienenden, ersten Abschnitt „Geschichte“ beschreibt Sittig, die Zeit zwischen den Weltkriegen als eine „mit einem gewaltigen gesellschaftlichen Umbruch und einem völligen Charakter-Wandel der Zeitungen“. Der entsprechende Abschnitt „Zeitungen nach der Oktoberrevolution“ fasst die Entwicklungen kurz zusammen. Der Abschnitt „Gegenwart“ wirft einen Blick auf die aktuelle Situation der Zeitungen, die durch ein Schwinden der Leserschaft und – mit Ausnahme von nur vier vollständig deutschsprachigen Zeitungen – ein Übergewicht der Anteile der Zeitungen auf Russisch gekennzeichnet ist. Laut Sittig setzen deshalb manche Zeitungen auf Deutschlehrer und -studenten als neue Zielgruppe und bieten spezielle Rubriken für den Unterricht, wobei der Sprachaspekt, aber auch Geschichte und Landeskunde der deutschsprachigen Länder eine Rolle spielen. Dabei bemerkt Sittig etwas vage: „Bei einer stärkeren Orientierung auf diese Lesergruppe ist jedoch dringend eine bessere Sprachqualität nötig.“ Darüber hinaus gibt es jedoch keine genaueren Untersuchungen der sprachlichen Aspekte im Besonderen.
Der Aufsatz beinhaltet vier Abbildungen von Zeitungsköpfen (der „St. Petersburgischen Zeitung“, der „Odessaer Zeitung“ und „Neues Leben“) sowie des in den „Nachrichten“ am 30. August 1941 abgedruckten „Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der Union der SSR. Über die Übersiedlung der Deutschen, die in den Wolgarayons wohnen“.
Bis auf die Kenntlichmachung der enthaltenen Zitate und die Erklärung einer Abkürzung in den Fußnoten, gibt es keine Belege der Aussagen und Daten; es ist also nicht eindeutig zu erkennen, welchen qualitativen und quantitativen Anteil des Aufsatzes die im Literaturverzeichnis angegeben Quellen ausmachen.

Tichy, Ellen (2010): Die Bedeutung der Minderheitenmedien für junge Ungarndeutsche – Ergebnisse einer Befragung. In: Tichy, Ellen (Hrsg.): Minderheiten und Medien. Die Repräsentanz der ungarndeutschen Minderheit in den Medien. Hamburg: Verlag Dr. Kovač. (Schriften zur Medienwissenschaft; 26). S. 191-205.

Dieser Aufsatz analysiert die Nutzung von Minderheitenmedien durch junge Ungarndeutsche und zieht Schlüsse zu ihrer Bedeutung. Die analysierten Daten entstammen einer eigens durchgeführten Umfrage mittels Fragebogen unter 30 Ungarndeutschen im Alter von 19 bis 29 Jahren.
Der Text ist in mehrere Abschnitte untergliedert: einer Einleitung mit Erläuterungen zum Untersuchungsgegenstand und einer Auflistung der Inhalte des Fragebogens folgt ein kurzer Abschnitt zu den demographischen Daten Alter und Nationalität. Der folgende Abschnitt gibt die allgemeine Nutzung der Medien wieder; dabei wurde unterschieden in Fernsehen, Radio, Zeitung und Internet sowie in tägliche bis gar keine Nutzung. Der darauffolgende Abschnitt bezieht sich noch einmal auf die Mediennutzung speziell in deutscher Sprache. Anschließend werden die Umfrageergebnisse hinsichtlich der Nutzung ungarndeutscher Minderheitenmedien wiedergegeben, darunter z.B. die „Neue Zeitung“, die Fernsehsendung „Unser Bildschirm“, das deutschsprachige Radioprogramm im Sender MR4 oder Ungarndeutsche Internetportale. Die beiden folgenden Abschnitte gehen näher auf die Nutzung einzelner Zeitungen sowie „Internetnetzwerke und Portale“ ein. Schließlich unternimmt der Abschnitt „Minderheitenmedien und die Tradierung ungarndeutscher Identität“ die Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich ihrer Bedeutung für eine „ungarndeutsche Identität“. Dabei werden auch einige längere Antworten der Probanden zitiert. Den Abschluss bilden „Ideen und Vorschläge“ und ein kurzes Fazit.
Die Ausführungen werden begleitet von mehreren Tabellen und Balkendiagrammen zur Veranschaulichung der Daten. Teilweise sind diese Daten jedoch nur den Grafiken zu entnehmen und werden im Text oftmals nicht wiedergegeben oder nicht näher analysiert. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung am Material der Minderheitenmedien findet jedoch nicht statt.